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Trotz Photovoltaik-Boom: Deutsche Solarindustrie erneut am Abgrund

Maria Gramsch
Meyer Burger / Maik Kern

Trotz eines anhaltenden Photovoltaik-Booms steht die deutsche Solarindustrie erneut vor dem Aus. Preisverfall, Billigimporte und mangelnde politische Unterstützung treiben einstige Vorzeigeunternehmen in die Insolvenz.

Die Sonne hat als Energielieferant in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Seit dem Jahr 2003 hat der Anteil des erzeugten Stroms durch Photovoltaikanlagen in Deutschland kontinuierlich zugenommen.

Allein im Jahr 2024 wurden 14,7 Prozent des Stroms in Deutschland durch Solaranlagen generiert. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es noch 8,6 Prozent, 2014 sogar nur 5,7 Prozent.

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Heißt: Der Ausbau von PV-Anlagen floriert. Das gilt allerdings nicht für die deutsche Solarindustrie. Denn trotz der stetigen Zunahme bei den Solaranlagen kommt die Solarindustrie hierzulande auf keinen grünen Zweig.

Wie steht es um die deutsche Solarindustrie?

Ende der Nullerjahre boomte die deutsche Solarindustrie. Vor allem im sogenannten „Solarvalley“ in Thalheim bei Bitterfeld konnte der einstige Branchenprimus Q-Cells große Erfolge mit der Produktion seiner Solarzellen feiern. Auch in Bonn boomte der Solarmarkt. Hersteller Solarworld wollte zwischenzeitlich sogar den deutschen Autobauer Opel übernehmen.

Doch nur wenige Jahre später folgte die Ernüchterung. Denn bereits 2012 musste Q-Cells Insolvenz anmelden und wurde daraufhin von dem südkoreanischen Unternehmen Hanwha übernommen. Mittlerweile ist Solarhersteller Meyer Burger in die Produktionsstätte von Q-Cells eingezogen. Doch auch für das schweizerische Unternehmen läuft es alles andere als rosig.

Denn Meyer Burger hat für seine deutschen Niederlassungen im anhaltischen Thalheim und im sächsischen Hohenstein-Ernstthal Insolvenz angemeldet. An beiden Standorten beschäftigt der Konzern derzeit nach eigenen Angaben 620 Angestellte.

Warum strauchelt die PV-Branche in Deutschland?

Die deutsche Solarindustrie hat derzeit vor allem mit Konkurrenz aus China zu kämpfen. Denn dort werden staatlich gefördert Solaranlagen gefertigt – und das meist bedeutend günstiger als in Deutschland. Allein im Jahr 2013 wurden 86,4 Prozent der nach Deutschland eingeführten Photovoltaikanlagen aus China importiert.

Es folgen als Importländer mit großem Abstand die Niederlande mit 5,4 Prozent sowie Vietnam mit 2,6 Prozent. Auch beim Export war im Zeitraum von Januar bis Mai 2024 ein deutliches Minus zu verzeichnen. So sind laut dem statistischen Bundesamt in den ersten fünf Monaten des Jahres Photovoltaikanlagen im Wert von 216 Millionen Euro exportiert worden.

Im Jahr zuvor waren es noch 616 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von 64,9 Prozent. Für Meyer Burger kommt auch der politische Umschwung in den USA zu tragen. Denn der schweizerische Konzern hatte aufgrund der politischen Entscheidungen von Ex-Präsident Joe Biden seine Produktion von Deutschland in die USA verlagert.

Damit wollte das Unternehmen den dortigen Ausbau erneuerbaren Energien versorgen. Nach der Amtseinführung von Donald Trump, der sich vom Ausbau der Erneuerbaren abgewandt hat, ist dies nun aber hinfällig. Das wiederum hat Meyer Burger dazu veranlasst, die PV-Fertigung in den USA wieder einzustellen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.