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Weniger Einsteigerjobs: KI-Hype könnte Unternehmen teuer zu stehen kommen

Fabian Peters
Bild: Mit ChatGPT generiert (KI).

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Berufseinsteiger haben es auf dem Jobmarkt derzeit immer schwerer – vor allem in der Tech-Branche. Laut einer aktuellen Analyse werden etwa immer weniger Einstiegsjobs ausgeschrieben. Der Grund: Mittlerweile übernimmt KI viele Aufgaben, die bislang häufig von Berufseinsteigern erledigt wurden. Diese Entwicklung könnte sich für Unternehmen rächen.

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Hintergrund: KI hat Einfluss auf viele Arbeitsplätze

  • Indeed hat den US-Stellenmarkt in der Technologie-Branche zwischen Januar 2020 und Februar 2025 ausgewertet. Als größter Tech-Markt gibt die US-Wirtschaft globale Trends häufig vor. Um die Entwicklungen in Deutschland besser einordnen zu können, hat die Jobplattform zudem den deutschen Stellenmarkt in den Bereichen Softwareentwicklung sowie IT-Infrastruktur unter die Lupe genommen.
  • Laut dem Internationalen Währungsfonds wird KI Einfluss auf 40 Prozent aller Arbeitsplätze haben. Einige Jobs würden ersetzt werden, andere ergänzt. Der Job-Report des World Economic Forums kommt zu einem anderen Schluss. Demnach sei mit einem Nettozuwachs bei Jobangeboten bis 2030 zu rechnen – mit technischen Veränderungen in einigen Branchen.
  • Ob Job-Killer, Arbeitsmarkt-Apokalypse oder Millionen Arbeitslose: Der KI-Hype löst vor allem medial Panik aus. Mittlerweile nehmen aber immer mehr Wissenschaftler solchen Horrorszenarien den Wind aus den Segeln. Forschern des MIT zufolge werden zwar einige Jobs wegfallen. Allerdings sei der Einsatz von KI in vielen Branchen und Berufen schlichtweg zu teuer.

Einordnung: Weniger Einsteigerjobs wegen KI

Die Zahl der Stellen für Berufseinsteiger in der Technologie-Branche ist laut Indeed in den USA zwischen 2020 und 2025 um 34 Prozent zurückgegangen – bei Fachkräften mit mehr als fünf Jahren Erfahrung um nur 19 Prozent.

Der Grund: Der Einsatz von KI-Tools, die zunehmend Aufgaben übernehmen, die bislang von Berufseinsteigern erledigt wurden. Diese Entwicklung ist ein zweischneidiges Schwert.

Einerseits profitieren Unternehmen durch die Automatisierung mittels KI kurzfristig in Form einer Effizienzsteigerung und geringeren Kosten. Andererseits könnte genau das zum Boomerang werden und ihnen teuer zu stehen kommen.

Denn: Wer seine Ausbildungskultur opfert, hat in einigen Jahren womöglich nicht mehr genügend erfahrene Fachkräfte. In den USA ist dieser Trend bereits deutlich erkennbar. Für Deutschland und Europa sollte das ein Warnschuss sein.

Stimmen

  • KI-Experte Georg Zöller, Leiter des Centre for AI Leadership in Singapur, gibt zu bedenken, dass Unternehmen Probleme bekommen könnten, wenn KI die Aufgaben von Berufseinsteigern übernimmt: „Genau dort sammeln junge Leute die Erfahrung, um später gute Senior-Entwickler zu werden. Wenn man ihnen diese Chance nimmt, sägt man langfristig den Ast ab, auf dem die Branche sitzt.“
  • Virginia Sondergeld, Ökonomin und Arbeitsmarktexpertin von Indeed: „Der Stellenmarkt im US-Tech-Sektor liefert erste Evidenz dafür, dass Einstiegsjobs stärker vom Wandel durch KI betroffen sind als Stellen für Berufserfahrene. Die ersten Zahlen aus der deutschen Tech-Branche legen nahe, dass sich der Einsatz von KI auch hier eine Rolle beim Rückgang von Einstiegsjobs spielen könnte.“
  • Martin Manhembué, Professor an der privaten Wirtschaftshochschule Digital Business University of Applied Sciences in Berlin, gibt zu bedenken: „Wir überschätzen den kurzfristigen KI-Hype, sind dann ernüchtert, wenn sich im eigenen Berufsalltag doch nicht unmittelbar so viel ändert. Zugleich unterschätzen wir komplett die langfristigen Auswirkungen“.

Ausblick: KI-Hype offenbart paradoxes Problem

Sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen, könnte die Tech-Branche in einigen Jahren vor einem paradoxen Problem stehen. Denn dann wären genug Technologie und Automatisierung vorhanden, nur zu wenig Menschen, die sie verstehen.

Eine solche Lücke ließe sich nicht ohne Weiteres mit KI stopfen. Berufseinsteiger müssen aber nicht die Flinte ins Korn werfen. Sie sollten sich zwar KI-Kompetenzen aneignen. Die gängige Erzählung von Massenarbeitslosigkeit durch KI greift aber zu kurz.

Denn der aktuelle Hype ist eine Momentaufnahme, die bereits einige Unternehmen bereut haben. Klarna hat etwa eine Kehrtwende vollzogen. Aufgrund etlicher Kundenbeschwerden setzt das Unternehmen statt KI wieder vermehrt auf menschliche Mitarbeiter.

Ob der Arbeitsmarkt sich selbst reguliert oder ein politisches Eingreifen nötig sein wird, hängt davon ab, wie schnell Unternehmen den Wert der Ausbildungskultur wiederentdecken. Ein reiner Fokus auf Effizienz könnte in einem Fachkräftemangel und Innovationsstau münden.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).