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Solaranlagen: Kann China unsere Stromversorgung sabotieren?

Maria Gramsch
Bild: Mit ChatGPT generiert (KI).

Die Zahl der Solaranlagen in Deutschland nimmt weiter zu. Ein Großteil der Module stammt aus China. Experten zufolge könnte das jedoch zu einem großen Risiko für die Stromversorgung werden.

Im März 2025 lag die Zahl der Photovoltaikanlagen in Deutschland bei rund 4,2 Millionen, so das Statistische Bundesamt. Im Vorjahresmonat waren es noch 3,4 Millionen. Ein Großteil der Module wird aus China importiert.

Allein im Jahr 2024 stammten rund 86 Prozent der nach Deutschland importierten Solarzellen aus der Volksrepublik. Experten zufolge könnte das allerdings zu einem Problem für die Stromversorgung werden.

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Denn wie eine Recherche des ARD-Politikmagazins Monitor zeigt, wäre es durchaus möglich, dass „ein Hersteller millionenfach Geräte gleichzeitig vom Netz“ nimmt.

Solaranlagen aus China: Ein Risiko für die Stromversorgung?

Knackpunkt bei der Kontrolle von Solaranlagen ist der Wechselrichter. Dieses wichtige Bauteil macht die Energie aus einer PV-Anlage überhaupt erst nutzbar. Denn der durch die Solarmodule erzeugte Gleichstrom wird im Wechselrichter zu Wechselstrom umgewandelt. Erst so kann der Strom ins Netz eingespeist oder genutzt werden.

Laut den Recherchen von Monitor stammen rund 80 Prozent der in Europa verbauten Wechselrichter aus China. Diese sind besonders preiswert – vor allem auch im Vergleich zu in Deutschland hergestellten Produkten.

Der Wechselrichter-Hersteller SMA aus Kassel warnt allerdings vor diesen Billigkäufen. SMA-Vorstandschef Jürgen Reinert erklärt im Gespräch mit Monitor vor absichtlichen Störungen im Netz oder sogar Blackouts.

Diese seien möglich, da Wechselrichter inzwischen fast durchgängig mit dem Internet verbunden sind. Das diene vor allem der besseren Steuerung, beispielsweise für Updates, mache die Geräte aber auch anfällig für Cyberangriffe.

Auch das BSI warnt vor Angriffen

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte bereits im Mai vor einer möglichen „Manipulation von Energieinfrastruktur“. Die Gefahr dabei gehe nicht nur von Cyberkriminellen, sondern möglicherweise von Herstellern aus.

Angriffe auf Wechselrichter hätten dabei „weitreichende Folgen“. So könne es beispielsweise zu Stromausfällen „durch gezielte Angriffe auf private Energieanlagen“ kommen.

Eine erfolgreiche Störung der Energieversorgung in Deutschland oder Europa ist ein Schreckensszenario für Bürgerinnen und Bürger, die deutsche Wirtschaft und die staatlichen Organe. Das gesellschaftliche Leben käme zum Erliegen, der wirtschaftliche Schaden wäre enorm. Mit der Verschärfung der geopolitischen Spannungen hat sich auch die Motivationslage möglicher Angreifender geändert.

Es sei dringend notwendig, dass Deutschland „in Sicherheitsstrukturen, technische Schutzmaßnahmen und resiliente Architekturen“ investiert, erklärt BSI-Chefin Claudia Plattner. Nur so sei es möglich, die „Energieversorgung langfristig abzusichern und die Risiken systemischer Ausfälle zu minimieren“.

Solche Maßnahmen könnte das Bundesinnenministerium einleiten, was aber offenbar nicht geplant ist. Denn Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärt gegenüber Monitor: „Ich kann nicht verhindern, dass Solaranlagen ferngesteuert werden, vor allem nicht bei diesem hohen Aufbaumaß.“ Auch sei es zweifelhaft, ob Angriffe auf Balkonkraftwerke ein so hohes Schadenspotenzial bieten.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.