KI-Influencer Sex Konsum Stereotype

Sexualisierung, Stereotyope und Konsum: KI-Influencer verrohen die Gesellschaft

Maria Gramsch
Bild: Mit ChatGPT generiert (KI).

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Virtuelle KI-Influencer mit perfektem Körper und programmierter Verfügbarkeit erobern die sozialen Medien – und verkaufen dabei nicht nur Produkte, sondern auch ein fragwürdiges Frauenbild. Kritiker warnen vor dem Hype um KI-generierte Sexsymbole, denn dieser könnte Konsum, Körperkult und Misogynie auf ein neues Level heben.

KI-Influencer sind auch hierzulande keine Seltenheit mehr. Doch ihre Akzeptanz in der Gesellschaft schwankt stark zwischen den einzelnen Generationen.

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2025 sehen 27 Prozent der Millennials es als wahrscheinlich an, dass sie Inhalte von einem KI-generierten Influencer lesen, ansehen oder damit interagieren. Bei den Baby Boomern sind elf Prozent, die Gen Z kommt auf 19 Prozent – also fast ein Fünftel.

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Doch bei dem Einsatz von KI-Influencern handelt es sich um einen gefährlichen Trend mit zahlreichen Risiken. Dennoch tauchen auf Instagram und Co. immer mehr dieser vermeintlich perfekten Wesen auf, die zahlreiche Follower hinter sich vereinen.

Werden KI-Influencer zum Risiko im Netz?

Durch ihre perfekte digitale Gestaltung wirken sie täuschend echt und dabei doch unerreichbarer. KI-Influencer bedienen oft stereotype Schönheits- und Geschlechterbilder und bieten unrealistische Ideale.

Das birgt ein hohes Potenzial für Manipulation, wenn beispielsweise Produkte oder politische Botschaften ohne klare Kennzeichnung beworben werden. Gleichzeitig verstärken KI-Influencer ein unerreichbares Ideal. Mit Makelloser Haut, perfekten Körpern und stets guter Laune können sie vor allem für junge Menschen besonders gefährlich werden und ein verzerrtes Selbstbild befördern.

Gleichzeitig steht hinter diesen virtuellen Persönlichkeiten inzwischen eine hochprofessionelle Industrie. KI-Influencer werden strategisch entwickelt, um Reichweite und Umsätze zu maximieren. Mit ihrer Präsenz rund um die Uhr generieren sie Millionenumsätze und werden so zum perfekten Verkaufsinstrument.

So beispielsweise auch die KI-Influencerin Emily Pellegrini auf Instagram. Die 23-Jährige ist laut ihrer Bio ein „fun loving girlie“ und lebt in LA. Doch echt ist an ihr nichts. Denn ihrer Beschreibung ist auch der Hinweis „AI Influencer“ zu entnehmen.

Insgesamt vereint die KI-generierte Influencerin 367.000 Follower auf Instagram und sorgt für ihren Creator damit für einen Millionenumsatz. Denn Nutzer können auf einer separaten Plattform mit Emily Pellegrini chatten und hier sich sexuelle und personalisierte Inhalte generieren lassen.

Warum sind KI-Influencer so beliebt?

Der Macher hinter der KI-Influencerin, der sich selbst Professor EP nennt, beschäftigt damit heute rund 25 Menschen, wie ZDFheute berichtet. Der Content werde dabei inzwischen komplett automatisch generiert.

Viele Männer fühlen sich im Alltag übersehen oder emotional isoliert. Mit einer KI-Influencerin können sie Nähe simulieren – ohne Angst vor Ablehnung, ohne Realität.

Zwischen März 2023 bis Mai 2025 habe das Team nur mit dem Account von Emily Pellegrini 2,5 Millionen US-Dollar Umsatz eingefahren. Das liege vor allem an den sogenannten „High Spendern“, die laut Prof. EP täglich mehrere Stunden mit der KI-Influencerin chatten und über Monate hinweg emotionale Beziehungen aufbauen.

KI-Influencer können Emotionen und menschliches Verhalten perfekt inszenieren. Dabei sind sie makellos und jederzeit verfügbar – ohne Skandale oder unberechenbares Verhalten.

Eine Abgrenzung fällt dem Menschen hier besonders schwer, da die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Gleichzeitig ist das menschliche Gehirn so ausgelegt, dass es beispielsweise Sprache als menschlich erkennt, wie Medienpsychologin Jessica Szczuka gegenüber ZDFheute erklärt.

Die Interaktion mit dem KI-Influencer sei in jenem Moment „so stark sozial, dass der Mensch sich da schwer von abgrenzen kann“. Hierin liege auch der Reiz dieser sozialen Erfahrung.

Gleichzeitig vermitteln KI-Influencer durch ihre vermeintliche Echtheit unrealistische Körperbilder. Bisher sei laut Szczuka „schwer abzusehen“, wie sich das im Hinblick auf Erwartungen an Körper entwickelt. Aus diesem Grund sei die Kennzeichnungen von KI-Inhalten besonders wichtig.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.