ChatGPT Gedankenstrich OpenAI

OpenAI will ChatGPT den Gedankenstrich austreiben

Fabian Peters
Bild: Unsplash / Levart_Photographer

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Der Gedankenstrich ist durch ChatGPT in Verruf geraten – zumindest ein Stück weit. Denn: Der Chatbot hat das Satzzeichen mitunter so häufig genutzt, dass viele darin ein Anzeichen für KI-Texte sehen – ganz zum Unmut vieler Autoren. OpenAI will nun gegensteuern. Eine kommentierende Analyse. 

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Hintergrund

  • Laut Duden zeigt der Gedankenstrich „einen Wechsel an: einen Erwartungswechsel, einen Themenwechsel, einen Sprecherwechsel oder einen Wechsel im Satzbau. In der gesprochenen Sprache erscheint dann oft eine deutliche Pause. Teilweise können anstelle eines Gedankenstrichs auch andere Satzzeichen wie Kommas oder Klammern gesetzt werden.
  • Der Gedankenstrich bei ChatGPT tauchte auf, als journalistische Texte in die Trainingsdaten einflossen. Kurze, pointierte Beiträge mit dem Satzzeichen gaben dem Modell Muster vor, die es in längeren Antworten übertrug. Der Stil sollte Lesbarkeit und Aufmerksamkeit erhöhen.
  • Parallel wurde der Gedankenstrich gezielt als Mittel zur Gliederung komplexer Sätze genutzt. Entwickler beobachteten, dass er Antworten klarer strukturierte und inhaltliche Übergänge markierte, gleichzeitig aber das Risiko wiederholter Muster mit sich brachte.

ChatGPT nutz Gedankenstrich inflationär

ChatGPT hat den Gedankenstrich bislang fast schon inflationär genutzt – und gewissermaßen missbraucht. Denn: Autoren, die ihn als Stilmittel nutzen, werden bezichtigt, KI-Texte zu schreiben. Doch der Gedankenstrichs bei ChatGPT ist weniger Stil, sondern ein Nebenprodukt der Trainingsdaten.

Kritisch betrachtet wurde der Gedankenstrich zu einem Automatismus: einem Lückenfüller, der Klarheit vorgibt, aber Präzision unterläuft. Er kaschiert gelegentlich unscharfe Übergänge anstatt sie aufzulösen. Dadurch wirkte das Satzzeichen mehr wie ein Reflex als ein Stilmittel.

Gleichzeitig eröffnet er kreative Räume, weil er Spannungen setzt und Gedanken öffnet, statt sie sofort zu schließen. Es wird sich zeigen, ob ChatGPT den Strich weiter als verstecktes Stilgerüst nutzt oder den Einsatz bewusster moduliert.

Stimmen

  • OpenAI-Chef Sam Altman freut sich in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Kleiner, aber feiner Erfolg: Wenn Sie ChatGPT in Ihren benutzerdefinierten Anweisungen mitteilen, keine Gedankenstriche zu verwenden, tut es endlich das, was es soll!“
  • ChatGPT auf die Frage, warum es das Satzzeichen so häufig nutzt: „Ich nutze Gedankenstriche, um Einschübe klar zu trennen. Sie geben dem Satz Rhythmus und machen ihn oft leichter verständlich. Wenn du willst, schreibe ich künftig ohne sie.“
  • Ein Reddit-Nutzer ärgert sich: „Als Autor – es ist echt scheiße, dass ein ‚Gedankenstrich‘ jetzt mit ChatGPT in Verbindung gebracht wird. Bin ich der Einzige, der deswegen nicht schlafen kann?“ Ein anderer nimmt es mit Humor: „Ich persönlich benutze jetzt sogar noch längere Gedankenstriche“.

Weniger Gedankenstriche bei ChatGPT

Künftig dürfte der Gedankenstrich bei ChatGPT kontextsensibler eingesetzt werden – stärker angepasst an Inhalt und Lesefluss – weniger automatisch – und bewusster stilistisch gesteuert. Antworten könnten dadurch flüssiger wirken, ohne den Strich als Standard-Ersatz für komplexe Syntax zu verwenden.

Das Satzzeichen bietet weiterhin die Chance, komplexe Gedanken klar zu gliedern – Übergänge zu markieren – und Spannung aufzubauen. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, rhythmische Betonung und inhaltliche Präzision auszubalancieren, damit Wiederholungen oder eine übermäßige Nutzung vermieden werden.

Langfristig könnte der Gedankenstrich zu einem dynamischen Werkzeug werden – gezielter eingesetzt, um Nuancen zu unterstreichen – und stilistisch variabler. Antworten könnten dann natürlicher wirken und differenzierter auf Nutzerbedürfnisse zugeschnitten sein.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).