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KI-Krieg Elon Musk OpenAI Klage
BREAK/THE NEWSTECH

Krumme KI-Rechnung: Elon Musks Privatkrieg gegen OpenAI

Fabian Peters
Aktualisiert: 20. Januar 2026
von Fabian Peters
Bild: The White House
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Elon Musk hat Klage gegen OpenAI und Partnerunternehmen Microsoft eingereicht. Als Mitgründer des KI-Unternehmens fühlt er sich um seine Anteile am aktuellen Erfolg betrogen. Seine Schadenersatzforderung beläuft sich auf einen bis zu dreistelligen Milliardenbetrag. Eine kommentierende Analyse.

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Elon Musk reicht Milliarden-Klage gegen OpenAI ein

  • Elon Musk ist Mitgründer von OpenAI, verließ das Unternehmen aber 2018 aufgrund interner Streitigkeiten. Nun behauptet Musk, er sei unrechtmäßig um seine damalige Investition in Höhe von 38 Millionen US-Dollar gebracht worden. Ein von ihm herangezogener Experte beziffert diese auf eine aktuelle Forderung in Höhe von 65,5 bis 109,43 Milliarden US-Dollar von OpenAI sowie 13,3 bis 25,06 Milliarden US-Dollar von Microsoft.
  • Die aktuelle Klage ist Teil eines größeren Konflikts. Im März 2025 wies ein Gericht einen Eilantrag von Elon Musk ab, der OpenAIs Umstrukturierung in ein gewinnorientiertes Unternehmen stoppen sollte. Der Richter entschied aber, ein Hauptverfahren aufzunehmen, das für April 2026 erwartet wird. Musk hat zudem Apple und OpenAI verklagt. Der Vorwurf: Die beiden Unternehmen würden gemeinsame Sache machen, wodurch Musks KI-Chatbot Grok im App Store benachteiligt werde.
  • OpenAI wirft dem Tesla-Chef vor, das Unternehmen mit seinen rechtlichen Schritten behindern zu wollen, um sich selbst Vorteile im KI-Wettstreit zu verschaffen. Im Zuge der Streitigkeiten sind mittlerweile Hunderte E-Mails, Dokumente und private Einträge an die Öffentlichkeit gelangt. In einer Stellungnahme wirft OpenAI Musk Kirschenpickerei vor. Seine Klage soll zahlreiche Zitate aus dem Kontext reißen.

Widersprüchliche Argumentation von Musk

Im Rechtsstreit zwischen Elon Musk und OpenAI scheint Geld allenfalls eine Nebenrolle zu spielen. Vielmehr führt Musk eine Art Privatkrieg gegen den ChatGPT-Entwickler, der einen Wendepunkt im KI-Wettstreit darstellt, in dem ideologische Illusion auf strategische Visionen und kommerzielle Realität treffen.

Die ursprüngliche Mission von OpenAI, eine KI zum Wohle der Menschheit zu entwickeln, wurde etwa längst vom Kapitalmarkt eingeholt. Die erfolgte Umwandlung in ein zumindest in Teilen gewinnorientiertes Unternehmen ist durchaus kritisierbar.

Doch Elon Musk kritisiert paradoxerweise einerseits genau diese Umwandlung, will andererseits aber davon profitieren. Aus den Dokumenten geht zudem hervor, dass Musk OpenAI selbst profitabel machen wollte, indem er eine Fusion mit Tesla und damit mehr Macht anstrebte.

Dass er mit xAI mittlerweile selbst ein KI-Unternehmen führt, das mit Grok einen eigenen Chatbot auf den Markt gebracht hat, lässt die Klage eher wie einen strategischen Schachzug erscheinen.

Pikant: OpenAI bestreitet zwar nicht, dass Elon Musk einst einige Millionen US-Dollar investiert hat. Doch die Forderung des reichsten Menschen der Welt erscheint mit dem bis zu 2.900-Fachen seines ursprünglichen Einsatzes bei einer Spende an eine damalige Non-Profit-Organisation einfach nur absurd.

Stimmen

  • Elon Musks Anwalt Steven Molo argumentiert in der eingereichten Klageschrift: „Genauso wie ein früher Investor in ein Start-up Gewinne erzielen kann, die um ein Vielfaches höher sind als seine ursprüngliche Investition, sind die unrechtmäßigen Gewinne, die OpenAI und Microsoft erzielt haben – und zu deren Rückzahlung Herr Musk nun berechtigt ist –, viel höher als die ursprünglichen Beiträge von Herrn Musk.“
  • OpenAI ließ in einem Statement gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg verlauten: „Die Klage von Musk ist weiterhin unbegründet und Teil seiner anhaltenden Belästigung, und wir freuen uns darauf, dies vor Gericht zu beweisen. Diese jüngste unseriöse Forderung dient ausschließlich dazu, diese Belästigungskampagne fortzusetzen.“
  • OpenAI-Mitgründer Greg Brockman in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) zu den Vorwürfen: „Ich habe großen Respekt vor Elon, aber die Art und Weise, wie er aus meinem persönlichen Tagebuch herausgepickt hat, ist mehr als unehrlich. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass ein gewinnorientiertes Unternehmen der nächste Schritt für die Mission von OpenAI sei. Der Kontext zeigt, dass es in diesen Ausschnitten eigentlich darum ging, ob man Elons drakonische Bedingungen akzeptieren sollte.“

Der kalte Krieg der Chatbots

Ganz von der Hand zu weisen ist Elon Musks aktuelle Klage nicht. Denn als Gründungsmitglied und Mäzen von OpenAI hat er in gewissem Maße zum aktuellen Erfolg des Unternehmens beigetragen. Doch: Seine Argumentation hinkt sowohl inhaltlich als auch finanziell gewaltig.

Eine Entschädigung für Musk ist zwar nicht ausgeschlossen, doch die genannten Forderungen sind sowohl spekulativ als auch astronomisch – offenbar aber bewusst so inszeniert. Denn Elon Musk scheint es weniger ums Geld zu gehen als darum, ein weiteres Störfeuer im KI-Wettstreit zu entfachen.

Parallel dazu könnte der kalte Krieg der Chatbots spürbar heißer werden, da Macht und Politik mittlerweile offenbar eine größere Rolle spielen als die KI-Technologie selbst. Ein weiterer Knackpunkt: Klagen solcher Art beschäftigen Gerichte teilweise über Jahre.

Statt die Justiz unnötig zu belasten, täte Elon Musk gut daran, zunächst damit anzufangen, rechtspopulistische und sexualisierte Inhalte von seinen eigenen Plattformen zu verbannen. Dass OpenAI zwar mit einem Wert von bis zu 500 Milliarden US-Dollar eingestuft wird, aktuell aber keinen Gewinn macht, könnte Musk weiteren Wind aus den Segeln nehmen.

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vonFabian Peters
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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).
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