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E-Auto-Prämie Förderung Kaufprämie Elektroautos
BREAK/THE NEWSMONEY

Neue E-Auto-Prämie: Die Politik hat aus ihren Fehlern nichts gelernt

Fabian Peters
Aktualisiert: 21. Januar 2026
von Fabian Peters
Symbolbild: Ford
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Union und SPD haben sich final auf eine E-Auto-Prämie geeinigt, die rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 gilt. Die Idee einer Förderung von Elektroautos ist grundsätzlich zwar begrüßenswert. An der Umsetzung hapert es aber gewaltig. Denn: Die Politik hat aus ihren Fehlern nicht gelernt. Eine kommentierende Analyse.

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Union und SPD einigen sich auf neue E-Auto-Prämie

  • Nachdem der sogenannte Umweltbonus, eine bundesweite Kaufprämie für E-Autos, Ende 2023 abrupt endete, ist der Absatz von Elektroautos massiv eingebrochen. Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts, das zu einem Haushaltsdefizit führte, strich die damalige Ampel-Koalition die Prämie rund ein Jahr früher als geplant. Die Union hatte damals Klage eingereicht.
  • Union und SPD einigten sich bereits Ende November 2025 grundsätzlich auf die Einführung einer neuen E-Auto-Förderung. Um Details wurde seither gerungen – bis jetzt. Bundesumweltminister Carsten Schneider präsentierte am 19. Januar 2026 die final ausgehandelte Kaufprämie für Elektroautos und für bestimmte Plug-in-Hybride. Sie gilt rückwirkend seit dem 1. Januar 2026 bis 2029. Auf einer FAQ-Seite schildert das Umweltministerium die konkreten Details.
  • Die Bundesregierung fördert die Anschaffung von entsprechenden Neuwagen künftig mit bis zu 6.000 Euro. Die Prämie gilt sowohl für einen Kauf als auch das Leasing eines Fahrzeugs. Die Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen. Je nach Fahrzeugart, Familiengröße und Einkommen ist eine Förderung zwischen 1.500 Euro und 6.000 Euro möglich. Ein Schaubild schlüsselt die mögliche Förderhöhe auf.

E-Auto-Förderungen: Aus Fehlern nichts gelernt

Während Industrie- und Wirtschaftsverbände die Förderung loben, äußern Umweltverbände und Experten Kritik. Das Problem: Die Grundidee eines Förderprogramms ist zwar nicht verkehrt, an der aktuellen Umsetzung hapert es jedoch gewaltig – weil die Politik aus ihren Fehlern nicht gelernt hat.

Dass das Antragsportal etwa erst im Mai freigeschaltet werden soll, sorgt für Unsicherheit. Der Aufwand wird zudem auf Verbraucher abgewälzt, die offenbar in finanzielle Vorleistung gehen müssen, was den sozialen Aspekt der Prämie unterwandert.

Dass auch Plug-in-Hybride gefördert werden, macht die Prämie wiederum unglaubwürdig. Denn die meisten Fahrzeuge sind näher am Verbrenner als am Elektroauto und verbrauchen mehr CO2 als angegeben. Das Streichen der Prämie für gebrauchte E-Autos stellt derweil einen strategischen Fehler dar, weil sich normale Haushalte häufig am Gebrauchtmarkt orientieren.

Stattdessen verzerrt die Prämie perspektivisch den Markt. Dabei gab es durchaus Beispiele, wie es besser geht. Norwegen hat die Elektromobilität im eigenen Land etwa durch einen jahrzehntelangen Stufenplan angekurbelt – samt Steuererleichterungen, Parkprivilegien, erschwinglichen Strompreisen und einem massiven Ausbau der Schnellladeinfrastruktur.

Stimmen

  • Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) in einem Statement: „Wir wollen mit diesem Förderprogramm etwas für die Umwelt tun, für unsere europäische Automobilindustrie und für die Haushalte, die sich ohne Unterstützung noch kein Elektroauto leisten konnten. Die Mittel reichen für geschätzt 800.000 Fahrzeuge in den nächsten drei bis vier Jahren.“
  • Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), kritisiert: „Wieder bringt die Bundesregierung ein milliardenschweres Hilfsprogramm für die Autohersteller und auf Kosten der Steuerzahler auf den Weg. Einen Beitrag zum klima- und industriepolitisch dringend erforderlichen Hochlauf der Elektromobilität leistet die Bundesregierung mit diesem Programm nicht, da sie Verbrenner-Hybride mit hohem CO2-Ausstoß ebenfalls einbezieht.“
  • Auto-Papst Ferdinand Dudenhöffer hat sich gegenüber der NOZ skeptisch geäußert: „Ganz nett, aber löst nicht unsere Probleme. Sozialprogramme führen unsere Autoindustrie nicht in die Zukunft, sondern nur harte Schnitte, um unsere Kosten zu senken. Wir sollten uns um die Welt kümmern, um unsere Industrie in die Zunft zu bringen. Die Autoindustrie in Deutschland erstickt an unserer miserablen Wettbewerbsfähigkeit.“

Was kommt nach der Prämie?

Die neue Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride wird sich in einem veränderten Markt behaupten müssen. Während chinesische Autobauer auf dem Vormarsch sind, verzeichnen die deutschen Hersteller massive Absatzrückgänge in Fernost – vor allem bei der E-Mobilität.

Das Problem: Audi, BMW und Mercedes haben die Entwicklung von erschwinglichen Elektroautos verpennt. Stattdessen setzen die deutschen Autobauer auf immer größer und teurer werdende SUV. Unter den zehn günstigsten Stromern in Deutschland befinden sich gerade einmal zwei deutsche Fahrzeuge. Bei den Absatzzahlen dürften also eher andere profitieren.

VW könnte mit dem VW ID. Every1 für 20.000 Euro (ab 2027) und dem VW ID. Polo für 25.000 Euro (ab 2026) gerade noch die Kurve bekommen. Für einige Verbraucher dürfte die Förderung zwar ganz nett sein – vor allem aufgrund des sozialen Aspekts. Die deutsche Autoindustrie wird sie aber nicht retten und die Mobilitätswende allenfalls bedingt ankurbeln.

Die Fokussierung auf Neuwagen könnte dazu führen, dass gebrauchte E-Autos an Wert verlieren. Einheitlichere Ladetarife und günstiger Strom an Ladesäulen wären eine sinnvolle Ergänzung gewesen. Was nach der Prämie im Jahr 2029 passiert, ist zudem unklar. Die Absätze bei Neuwagen dürften dann womöglich einbrechen, während der Gebrauchtwagenmarkt geflutet wird.

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vonFabian Peters
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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).
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