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E20: Was du über den neuen Bio-Sprit wissen musst

Maria Gramsch
Adobe Stock / DusanJelicic

Mit E20 könnte bald eine neue Benzinmischung an deutschen Tankstellen auftauchen. Der Kraftstoff enthält doppelt so viel Bioethanol wie das bisher bekannte E10 und soll so die CO2-Emissionen im Straßenverkehr senken.

Die Zahl der Neuzulassungen von Benzin-Pkw hat sich in den vergangenen Jahren stark reduziert. Während im Jahr 2019 in Deutschland noch mehr als 2,1 Millionen Benziner neu zugelassen wurden, waren es 2025 nur noch rund 777.000 Stück.

Doch trotz des wachsenden Angebots an Elektroautos und politischer Bemühungen um eine Verkehrswende sind noch Millionen Benziner auf deutschen Straßen unterwegs. Deshalb rücken alternative Kraftstoffmischungen in den Fokus, die bestehende Motoren nutzen können.

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Denn damit die Energiewende auch im Verkehrssektor gelingen kann, müssen der Ausstoß von Treibhausgasen deutlich gesenkt und der Verkehr langfristig klimafreundlicher gestaltet werden. Eine Übergangslösung hierfür könnte das neue E20-Benzin mit einem höheren Anteil an Bioethanol sein.

Was kann das neue Super-Benzin E20?

Das heute gängige Super E10 bietet laut dem ADAC ein Einsparpotenzial von bis zu drei Millionen Tonnen CO2 jährlich. „Über eine höhere Beimischungsquote von aktuell maximal zehn auf dann bis zu 20 Prozent Bioethanol ließen sich die Einsparpotenziale noch einmal deutlich steigern“, erklärt ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze.

Bereits seit dem Jahr 2023 wird der Kraftstoff E20 an einer Tankstelle in Mannheim getestet. In einem Flottentest nutzen rund 85 Fahrzeuge den Sprit mit einem erhöhten Bioethanolanteil unter realen Alltagsbedingungen.

Dabei wird unter anderem untersucht, wie sich das Super-Benzin E20 auf Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen auswirkt. An normalen Zapfsäulen ist der Kraftstoff allerdings noch nicht zu haben.

Das hängt vor allem mit den derzeitigen europäischen Kraftstoffnormen zusammen, die bisher nur eine Ethanolbeimischung von bis zu zehn Prozent im Benzin erlauben. Für eine breitere Einführung von E20 müssten diese Vorgaben also zunächst angepasst werden.

In Deutschland wird die Markteinführung frühestens im Jahr 2027 erwartet. Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDB) geht sogar davon aus, dass die hierfür notwendigen Norm‑ und Zulassungsprozesse erst im Jahr 2028 abgeschlossen sein könnten. Erst dann sei mit einer Markteinführung von E20 zu rechnen.

Wer kann E20-Benzin tanken?

Zahlreiche große Hersteller haben für ihre Modelle bereits grünes Licht für die Nutzung von E20-Benzin gegeben. Dazu zählen unter anderem die VW-Gruppe, BMW und Mercedes-Benz. Nahezu alle Modelle mit modernen Motoren von diesen Autobauern können E20 problemlos tanken.

Das gilt auch für Fahrzeuge, die bereits eine Freigabe für die Kraftstoffe E5 und E10 haben. In der Regel sollte auch für diese Modelle der E20-Sprit kein Problem sein.

Das gilt hingegen nicht für stark motorisierte Fahrzeuge mit mehr als 300 PS. Wie t-online berichtet, zieht Volkswagen hier eine Grenze. So gebe es beispielsweise für den aktuellen Golf R und die GTI Edition 50 keine E20-Freigabe.

Auch bei älteren Verbrennungsmotoren, vor allem jenen von vor 2010, ist Vorsicht geboten. Denn hier kann es sein, dass der erhöhte Ethanolanteil das Material des Motors angreift.

Es empfiehlt sich deshalb bei Unsicherheiten, die Eigenschaften des Fahrzeugs genau zu überprüfen. Aufschluss hierzu kann unter Umständen die Bedienungsanleitung des Autos oder eine Nachfrage beim Hersteller geben.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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