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Hybrid-Solarzelle produziert Strom aus Sonne und Regen

Felix Baumann
Bild: Mit Gemini generiert (KI)

Forscher haben eine Hybrid-Solarzelle entwickelt, die Strom nicht nur aus Sonnenlicht, sondern auch aus Regentropfen erzeugt. Möglich wird das durch die Kombination von Perowskit-Technologie mit Nanogeneratoren und einer speziellen Polymerbeschichtung.

Herkömmliche Solaranlagen verlieren bei Bewölkung und Regen deutlich an Wirkung. Ein Forschungsprojekt kombiniert Perowskit-Solarzellen deshalb mit Nanogeneratoren. Diese winzigen Generatoren gewinnen Energie aus fallenden Wassertropfen. Der hybride Ansatz existiert derzeit als funktionsfähiger Prototyp im Labor.

Forscher stellten dazu eine hauchdünne Schicht aus fluorierten Polymeren in einem Vakuumverfahren bei Raumtemperatur her. Als Ausgangsstoff dient das Gas Octafluorcyclobutan (C4F8​). Die Schicht lässt über 90 Prozent des Lichts passieren und ermöglicht den stabilen Betrieb der Zelle. Da das Material einen niedrigeren Brechungsindex als herkömmliches Glas besitzt, wirkt es zusätzlich als Antireflex-Beschichtung.

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Neue Hybrid-Solarzelle produziert Strom aus Regentropfen

Ein auftreffender Regentropfen löst bei der neuen Solarzelle einen physikalischen Stromfluss aus. Zuerst wandern negative Ladungen vom Wasser auf die Polymeroberfläche. Im zweiten Schritt lagern sich Ionen aus der Flüssigkeit an der Oberfläche an und stabilisieren die Ladungsverteilung. Dieser Prozess erzeugt eine elektrische Doppelschicht (EDL) an der Grenzfläche.

Optimierte Einzeltests dieser Schicht erreichten Spannungsspitzen von bis zu 110 Volt. Der integrierte hybride Prototyp lieferte im kombinierten Betrieb Spitzenwerte von zwölf Volt pro Regentropfen. Die Bewegung des Wassers verändert die elektrische Kapazität im Millisekundenbereich und löst eine elektrostatische Induktion aus. Diese Induktion speist Energie in eine gemeinsame Elektrode aus FTO (Fluor-Zinn-Oxid) ein.

Das Ladungstransport-Material Spiro-OMeTAD bildet das Zentrum des Prototyps. Diese Komponente zersetzt sich bei direktem Kontakt mit herkömmlichen Epoxidharzen zur Versiegelung. Die fluorierte Polymerschicht dient als Trennschicht und erhält die photovoltaische Funktion. Dadurch bleibt die Solarzelle auch bei einer zusätzlichen industriellen Kapselung mit Harz funktionsfähig.

Haltbarkeit und technische Grenzen

Perowskit-Zellen erreichen im reinen Sonnenbetrieb Wirkungsgrade (PCE) von 17,9 Prozent. Unter simulierten Regenbedingungen und halber Sonnenintensität sinkt dieser Wert im hybriden Prototyp auf etwa 11,45 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen die technischen Herausforderungen bei der Abstimmung beider Energiequellen. Forscher versuchen derzeit, diese Leistungsverluste durch eine verbesserte Gestaltung der Grenzflächen zu minimieren.

Die Oberfläche überstand in der Forschungseinrichtung mehr als 17.000 Tropfen ohne funktionelle Einbußen. Eine längere Nutzung führte jedoch zur Ladungssättigung auf der Oberfläche, was die Leistung vorübergehend senkt. Anwender regenerieren das System durch Trocknen und Zurücksetzen der Oberfläche. In einem Langzeittest hielt die versiegelte Zelle unter feuchten Bedingungen über 300 Stunden stabil stand.

Das Modul überlebt ein vollständiges Eintauchen ins Wasser für mindestens 15 Minuten. Dennoch bleibt die Technologie ein Forschungsprojekt mit weiteren Hürden wie der langfristigen Korrosion der Elektroden. Der Prototyp demonstriert die technische Machbarkeit von multisensorischen Energie-Kraftwerken. Künftige Systeme könnten verschiedene Energiequellen aus der Umwelt kombiniert nutzen.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.
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