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Schwarmkraftwerk: Im Rhein schwimmen jetzt Energyfische

Maria Gramsch
Bild: Energyminer GmbH

Mitten im Rhein entsteht derzeit das weltweit erste Kraftwerk dieser Art und soll sauberen Strom erzeugen. Ein Schwarm aus schwimmenden „Energyfish“-Turbinen nutzt die natürliche Strömung des Flusses und kann so hunderte Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgen.

Die Wasserkraft gehört zu den ältesten und gleichzeitig verlässlichsten Formen erneuerbarer Energie. Denn sie nutzt die natürliche Bewegung von Wasser, beispielsweise in Flüssen, um Turbinen anzutreiben und daraus Strom zu erzeugen.

Im Vergleich zu Wind- oder Solarenergie hat die Wasserkraft einen entscheidenden Vorteil: Sie steht oft kontinuierlich zur Verfügung und verursacht im Betrieb kaum Treibhausgasemissionen. Zudem sind viele Anlagen langlebig und können über Jahrzehnte hinweg Strom produzieren.

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Traditionell wird Wasserkraft vor allem durch Staudämme und große Wasserkraftwerke genutzt. Dabei wird Wasser in einem Stausee aufgestaut und kontrolliert durch Turbinen geleitet, um elektrische Energie zu erzeugen.

Diese Vorgehensweise liefert zwar große Mengen Strom, der Bau von Staudämmen greift aber auch stark in natürliche Flusssysteme ein. Die deutsche Firma Energyminer will das ändern und hat dafür eine umweltschonende Technologie entwickelt.

„Energyfish“-Schwarmkraftwerk soll im Rhein Strom erzeugen

Bei den „Energyfish“-Schwärmen handelt es sich um kleine, schwimmende Turbinen, die direkt in der natürlichen Strömung eines Flusses arbeiten. Für die Nutzung muss das Wasser nicht aufgestaut werden, da sie die vorhandene Fließbewegung nutzen und so Strom erzeugen können.

In Rheinland-Pfalz hat die Technologie der Energyminer GmbH nun erstmals grünes Licht erhalten. In Sankt Goar sollen künftig 124 schwimmende Strömungskraftwerke im Rhein Strom erzeugen und damit mehr als 460 Haushalte versorgen. Drei davon sind bereits installiert, 21 weitere solle zunächst folgen.

„Eine Art der Stromgewinnung, die auch bei Nacht und ohne Wind unabhängig von anderen Ländern, erneuerbar, klima- und umweltfreundlich Strom produziert, die gibt es mit den Schwarmkraftwerken jetzt – und zum allerersten Mal wird sie hier bei uns in Rheinland-Pfalz zum Einsatz kommen“, erklärt die rheinland-pfälzische Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder.

Der Rhein biete an der ausgewählten Stelle mit Strömungsgeschwindigkeiten von anderthalb bis zwei Metern pro Sekunde die idealen Bedingungen für ein „Energyfish“-Schwarmkraftwerk. Die einzelnen Turbinen werden dabei im Flussbett verankert und können ohne schweres Gerät angebracht werden.

Schwarmkraftwerk funktioniert auch bei Eisgang und Hochwasser

Ein einzelner „Energyfish“ kann dabei im Jahr rund 15 Megawattstunden Strom produzieren, ein Schwarm mit 100 Turbinen also 1,5 Gigawattstunden. Laut Energyminer kann ein solcher Schwarm im Jahr damit rund 1.300 Tonnen an CO2 einsparen.

Für den Schutz von Fischen hat der „Energyfish“ einen integrierten Fischschutz, der speziell entwickelt wurde. Dieser soll Fische zuverlässig vor Verletzungen oder Beeinträchtigung in ihrer natürlichen Bewegung schützen. Die Fischverträglichkeit haben Wissenschaftler der TU München in einer Studie bestätigt.

Auch bei Hochwasser oder Eisgang kann das Schwarmkraftwerk weiter arbeiten. Denn der „Energyfish“ kann sich den gegebenen Situationen automatisch anpassen und beispielsweise auf den Grund des Flusses absinken und sich so selbst schützen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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