Die Schufa hat ihr Bewertungssystem grundlegend umgestellt. Der neue Schufa-Score basiert künftig auf Punkten statt Prozentwerten und soll mehr Einblick in die Berechnung bieten. Für Verbraucher soll das Verfahren so verständlicher werden. Was genau neu ist und worauf Betroffene jetzt achten sollten.
Die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ – besser bekannt als Schufa – sammelt und bewertet Daten zur Kreditwürdigkeit von Millionen Menschen in Deutschland und erstellt daraus ihren Score. Banken, Vermieter oder Onlinehändler können auf diesen Score zurückgreifen, um so Risiken für Kredite, Ratenkäufe oder Mietverträge besser einschätzen zu können.
Damit kann die Auskunftei einen enormen Einfluss auf das Leben vieler Menschen haben, weshalb sie auch seit Jahren in der Kritik steht. Denn Verbraucherschützer kritisieren bisher unter anderem die mangelnde Transparenz bei der Berechnung des Scores sowie die Nutzung umfangreicher personenbezogener Daten.
Die Schufa hat nun eingelenkt und ihr Bewertungssystem überarbeitet. Dabei setzt die Auskunftei nach eigenen Angaben „auf völlige Transparenz“, der neue Score soll für Verbraucher „verständlich und nachvollziehbar“ sein.
Wie setzt sich der neue Schufa-Score zusammen?
Eine der größten Neuerungen beim Schufa-Score stellen die Bewertungskriterien dar. Bisher hat die Auskunftei für ihre Bewertungen auf hunderte Datensätze zurückgegriffen, künftig sollen nur noch diese zwölf Kriterien einfließen:
- Zahlungsstörungen
- Alter des ältesten Bankvertrags
- Alter der ältesten Kreditkarte
- Alter der aktuellen Adresse
- Alter des jüngsten Rahmenkredits
- Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten
- Anzahl Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den vergangenen zwölf Monaten
- Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen zwölf Monaten
- Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite
- Kreditstatus
- Immobilienkredit
- Vorliegen einer Identitätsprüfung
Für jeden dieser Aspekte werden dabei künftig Punkte vergeben, deren Gesamtzahl von der Wichtung des jeweiligen Kriteriums abhängt. Insgesamt kann der Wert des Scores damit zwischen 100 und 999 Punkten liegen, ab 776 Punkten bewertet die Schufa die Bonität als „hervorragend“.
Anders als bisher können Verbraucher ihren Schufa-Score künftig jederzeit online einsehen. Bislang war dies nur einmal im Jahr kostenlos möglich, die Infos hat die Schufa auf Anfrage per Post versendet.
Nun soll dies über einen Schufa-Account digital möglich werden. Für die Registrierung muss jedoch eine Identifizierung, beispielsweise über den Personalausweis mit aktiver Online-Ausweisfunktion vorgenommen werden.
Erklärtool im Schufa-Account soll für mehr Transparenz sorgen
Wer sich für einen Schufa-Account registriert hat, kann hier jedoch nicht nur seinen aktuellen Score einsehen. Auch die Berechnung will die Auskunftei hier künftig einsehbar machen. Damit soll der Score laut der Schufa „ganz einfach nachgerechnet werden können – und das ganz ohne statistische Fachkenntnisse“.
Zusätzlich will die Schufa in den kommenden Monaten weitere Services bereitstellen. Dann soll es unter anderem möglich sein, sich kostenfrei bei erstmalig negativen Einträgen benachrichtigen zu lassen.
Trotz der Transparenzoffensive der Schufa warnt die Verbraucherzentrale NRW, dass sich an der tatsächlichen Bewertung der Kreditwürdigkeit für viele Verbraucher vorerst kaum etwas ändern könnte. Denn der neue Score gilt noch nicht flächendeckend und wird erst nach und nach eingeführt.
„Es kann also nach wie vor sein, dass nicht der neue Score, sondern ein anderer Score-Wert der Schufa maßgeblich für die Ablehnung eines Vertrages war“, erklärt die Verbraucherzentrale. Daher sei es ratsam, den Score und die ihm zugrunde liegenden personenbezogenen Daten regelmäßig zu überprüfen.
Das sei auch ohne Schufa-Account über eine kostenlose Auskunft möglich. Diese „Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO“ kann auf der Website der Schufa ganz einfach angefordert werden.
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