Erstmals haben reine Elektroautos in Deutschland mehr Neuzulassungen als klassische Benziner erzielt. Im März 2026 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 294.161 Pkw neu zugelassen, ein Plus von 16 Prozent zum Vorjahr. Wir zeigen, welche Hersteller profitieren, wie sich die Antriebsarten verschieben und was Experten für den Rest des Jahres erwarten.
Das Jahr lief für Automobilhersteller eher schleppend an. Im Winter sind die Zahlen generell relativ niedrig, doch die vorherrschende wirtschaftliche Unsicherheit und anhaltende Konflikte auf der Welt schienen diese weiter zu drücken.
Das ist nun scheinbar vorbei. Die Sonne ist da, die Temperaturen steigen und mit ihnen auch die Verkaufszahlen der Autohändler. Wir haben die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes vom März 2026 in diesem Artikel unter die Lupe genommen.
Das sind die Pkw-Neuzulassungen im März
Insgesamt wurden im vergangenen Monat 294.161 Pkw in Deutschland neu zugelassen. Das ist ein solider Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders deutlich wird der positive Trend beim Blick auf den direkten Vormonat, denn im Februar wurden noch lediglich 211.262 Fahrzeuge gemeldet. Damit erreicht die Kurve nach ihrem Tief im Januar den Höchststand der letzten zwölf Monate.
Drei bekannte Hersteller profitieren besonders von dem Aufschwung. Volkswagen verteidigt wenig überraschend souverän die Position als unangefochtener Marktführer. Mit einigem Abstand folgt die tschechische VW-Tochter Skoda, die ihre Position auf dem deutschen Markt immer weiter verbessert. Komplettiert wird das Trappchen von BMW.
Knapp dahinter fahren Mercedes-Benz und Audi ein. Den größten Aufschwung unter den deutschen Herstellern kann Smart mit einem Plus von rund 189,6 Prozent verzeichnen. Bei den Importmarken geben Lynk & Co. (136 Fahrzeuge, ein Plus von 4.433,3 Prozent) sowie Aston Martin (68 Fahrzeuge, ein Plus von 3.300,0 Prozent) am meisten Gas.
Elektroautos überholen Benziner
Die Käufer in Deutschland sind bisher noch relativ zurückhaltend beim Thema E-Autos. Trotzdem verbreitet sich die Antriebsart auch in der Bundesrepublik immer schneller. Im März konnten die reinen Elektroautos mit 70.663 Neuzulassungen erstmals die klassischen Benziner (66.959 Einheiten) überholen. Quasi ein historischer Moment. An der Spitze thronen aber weiterhin Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb, die auf insgesamt 87.850 Zulassungen kommen.
Der Anteil von Dieselautos schrumpft mit 37.664 Neuanmeldungen weiter zusammen, während Plug-in-Hybride mit knapp 29.996 Fahrzeugen das Schlusslicht bilden. Mit diesen Verkaufszahlen kommen Hybride auf 29,9 Prozent, Stromer auf 24,0 Prozent, Benziner auf 22,8 Prozent, Diesel auf 12,8 Prozent und Plug-in-Hybride auf 10,2 Prozent.
Diese Verschiebung hin zu emissionsärmeren Fahrzeugen zeigt direkt Wirkung: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw sinkt im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Prozent auf 100,1 g/km.
Der Blick auf den Gesamtbestand in Deutschland zeigt jedoch, dass noch ein weiter Weg zu gehen ist. Zum 1. Januar 2026 waren insgesamt rund 61,3 Millionen Kraftfahrzeuge registriert. Immerhin mehr als zwei Millionen dieser Wagen sind reine Elektroautos. Hinzu kommen über eine Million Plug-in-Hybride. Dennoch ist der Anteil der E-Autos am Gesamtbestand mit etwa 4,1 Prozent auf einem (im Vergleich mit anderen Ländern) niedrigen Niveau. Anfang 2024 lag dieser Wert allerdings noch bei 3,3 Prozent.
Knackt der E-Automarkt 2026 die 3-Millionen-Marke?
Förderungen für Elektroautos wurden Ende 2023 gestoppt. Doch die Fahrzeuge werden immer günstiger in der Herstellung, haben viele Kinderkrankheiten hinter sich gelassen und verwenden mit Strom die günstigere Energie. Der Durchbruch der Elektromobilität scheint deshalb in greifbarer Nähe.
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) prognostiziert für dieses Jahr einen Anstieg der Neuzulassungen auf rund 2,95 Millionen Fahrzeuge. Etwa 1,1 Millionen dieser Fahrzeuge sollen einen elektrischen Antrieb haben (via KFZ-Gewerbe).
„Die politischen Impulse, das breitere Modellangebot und die wachsende Alltagstauglichkeit elektrischer Antriebe greifen endlich ineinander“, so ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. „2026 wird zum Jahr, in dem die Elektromobilität im Markt wirklich ankommen kann, wenn die Weichen richtiggestellt werden.“
Laut Peckruhn braucht es die von der aktuellen Bundesregierung angekündigte Förderung, um die Elektromobilität weiter voranzutreiben, bevor steigende CO2-Preise den Kraftstoff für Verbrenner weiter verteuern. Generell zeigt er sich zuversichtlich, dass der Pkw-Markt in diesem Jahr „endlich wieder Fahrt aufnimmt“.
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