Elon Musk Seifenblasenhändler Tesla

Elon Musk: Der größte Seifenblasenhändler der Welt

Christian Erxleben
Bild: Mit Gemini generiert (KI)

Einst ein nachhaltiger Weltverbesserer und Elektropionier, mittlerweile nur noch ein Dampfplauderer, der davon lebt, dass ihm Millionen Menschen Geld für etwas geben, das es nicht gibt: Elon Musk und sein Herzstück Tesla stehen am Scheideweg. Eine kommentierende Analyse.

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Was steckt hinter Teslas 1,2-Billionen-Bewertung?

  • Mit einem Marktwert von 1,2 Billionen US-Dollar – das sind 1.200 Milliarden US-Dollar – ist Tesla der wertvollste Autobauer der Welt. Deutlich wertvoller als VW, BMW, Mercedes und BYD zusammengerechnet. Das Problem dabei: Der Gewinn im Jahr 2025 lag gerade einmal bei rund 3,8 Milliarden US-Dollar.
  • An dieser Stelle wird das sogenannte Kurs‑Gewinn‑Verhältnis (KGV) relevant. Dieses setzt den aktuellen Börsenkurs und den Gewinn je Aktie ins Verhältnis zueinander. Ein KGV von 20 bedeutet, dass es theoretisch 20 Jahre dauern würde, bis eine Firma ihren aktuellen Börsenwert durch Gewinne erwirtschaftet hat – vorausgesetzt, die Gewinne bleiben konstant.
  • Das KGV von Tesla liegt im Frühjahr 2026 konstant bei Werten von über 350. Oder anders ausgedrückt: Tesla ist nicht der wertvollste Autobauer der Welt, sondern Elon Musk der größte Luftschlossverkäufer der Welt. Die gesamte Börsenbewertung von Tesla ist eine einzige Wette auf massive Gewinnsteigerungen in den kommenden Jahren. Zum Vergleich: Die KGV von Mercedes (7,5), Volkswagen (6,9), BYD (17,2) und dem S&P 500 (27,6) sind deutlich niedriger.

Warum Tesla gleichzeitig Marktführer und Verlierer ist

Wenn man von Tesla als größtem Autobauer der Welt spricht, ist das gleichzeitig wahr – und trotzdem gelogen. Auf der einen Seite verrät ein Blick in die Geschäftsberichte von Tesla, dass der überwiegende Großteil des Umsatzes aus der E‑Auto‑Sparte stammt. Rund 73,3 Prozent des Jahresumsatzes entfallen auf diesen Bereich. E‑Autos sind also die Haupteinnahmequelle von Tesla.

Auf der anderen Seite hat Tesla im Bereich der E‑Autos die Marktführerschaft im Jahr 2025 an BYD verloren. Während Tesla 2023 und 2024 noch vorne lag, hat BYD 2025 mit 2,26 Millionen verkauften reinen Elektroautos übernommen. Tesla kommt dagegen nur noch auf 1,64 Millionen – ein rückläufiger Wert. Die meisten Autos hatte Tesla 2023 verkauft: damals 1,81 Millionen Stück.

Und auch der Blick in die Gegenwart lässt die Augen von Elon Musk wohl eher nicht funkeln. Laut Kraftfahrtbundesamt und ADAC liegt das Tesla Model Y mit 1.340 Neuzulassungen im Februar 2026 nur noch auf Platz sieben der E‑Autos in Deutschland. Hierzulande haben Skoda, Volkswagen und Mercedes Tesla schon überholt – und auch Audi hat kaum noch Rückstand.

Stimmen und Reaktionen

  • Wie absurd die Versprechungen von Elon Musk sind, zeigt ein Tweet aus dem Jahr 2020. Damals versprach er: „Wir gehen davon aus, dass Tesla wahrscheinlich vor 2030 die Marke von 20 Millionen Fahrzeugen pro Jahr erreichen wird. Aber das erfordert eine durchweg exzellente Ausführung.“ Dafür müsste Tesla seinen Absatz in fünf Jahren also verzwölffachen.
  • Fabian Peters, Chefredakteur bei BASIC thinking, blickte schon im März 2025 kritisch in die Zukunft. Ein Teil seiner Prognosen ist bereits eingetreten. Er sagt: „Sollte Tesla künftig anhand von reinen Zahlen statt Spekulationen bewertet werden, droht dem Unternehmen ein Wertverlust von bis zu 90 Prozent. Das wäre wohl das Ende des Unternehmens in seiner jetzigen Form.“
  • Neben seinen wirtschaftlichen Phrasen gefährdet Elon Musk seine einst revolutionären Ideen durch seine politische Radikalisierung. Als Sprecher auf einer AfD‑Veranstaltung sprach er davon, dass die Deutschen stolz auf ihre tausendjährige Geschichte sein sollten. Steffen Seibert, deutscher Botschafter in Israel, antwortete auf X: „Elon Musk scheint unser Land überhaupt nicht gut zu kennen. Niemand bringt Kinder dazu, sich für Nazi‑Verbrechen schuldig zu fühlen. Wir wollen, dass sie informiert und verantwortungsbewusst aufwachsen und die Lehren aus Deutschlands Vergangenheit anwenden.“

Wie lange trägt Elon Musks Strategie noch Früchte?

Quo vadis, Tesla? Wo willst du hin, Elon Musk? Noch besser: Wie lange wächst die Seifenblase von Elon Musk noch, bevor sie platzt? Aktuell hat Elon Musk laut Forbes ein geschätztes Vermögen von rund 839 Milliarden Euro – ein Großteil davon Unternehmensbeteiligungen.

Diese Werte lösen sich schnell in Luft auf, wenn aus den Hype‑Projekten Tesla, SpaceX und xAI die Luft entweicht. Es liegt in der Hand der Aktionäre. Wie lange diese noch geduldig sind, wird sich zeigen.

Fest steht: Keines von Musks Vorzeigeprojekten ist wirklich wettbewerbsfähig. Die Optimus‑Roboter stehen auf wackligen Füßen, die E‑Autos von BYD haben sich an die Spitze gesetzt, die KI Grok ist nur gut darin, falsche Quellen zu zitieren, und die Cybercabs sehen zwar gut aus, haben das Wettrennen gegen Waymo aber schon vor dem Start verloren.

Die einzige Hoffnung von Elon Musk: Solange er es schafft, mit seinen Visionen gewagte Thesen aufzustellen und kaum eines seiner Versprechen zu erfüllen, folgen ihm seine Jünger wie Lemminge. Solange das so bleibt, wird er ein reicher Schäfer bleiben.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.
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