50 Millionen Dollar für Flipboard: Wir geben euch Geld, auch wenn ihr keinen Cent verdient

Jürgen Vielmeier

Die Welt ist schön. iPad und iPad 2 sind die bislang erfolgreichsten Tablets auf dem Markt, Rettung und Zukunft des Contents gleichzeitig. Das Startup Flipboard hat die passende App dazu: Linkwertige Inhalte aus den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook werden zusammengestellt und optisch schönst aufbereitet auf dem iPad dargestellt. Damit man morgens im sonnendurchfluteten Loft bei einem Café Latte mit Sojamilch durch das Interessanteste vom Tage flippen kann. Passend dazu hat die Firma gestern Oprah Winfrey als Werbe- und Inhaltsikone für sich gewonnen.

In schönen Videos sehen wir einen bärtigen Flipboard-Offiziellen die Vorzüge seiner App präsentieren, während im Hintergrund die Titelmusik von „Stromberg“ läuft. (Oder? s.u.) Kein Wunder, dass das Startup gestern eine weitere Kapitalspritze in Höhe von 50 Millionen US-Dollar erhalten hat und jetzt auf 200 Millionen Dollar bewertet wird. Hinter dem Unternehmen steckt Potenzial, es ist die Zukunft medialer Inhalte von morgen. Denken offenbar die Geldgeber. So, und jetzt machen wir bitte alle mal wieder die Augen auf.

Wer verdient jetzt eigentlich Geld mit dem iPad?

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Was bitte geht bloß in den Investoren vor, die ihr Geld so zum Fenster heraus werfen? Flipboard mag eine hübsche Software sein, zur Zeit verdient man damit aber keinen Cent. Die Verlage sind zunehmend vom iPad enttäuscht, von Apple sowieso, und sie dürften auch über einen Erfolg von Flipboard nicht gerade begeistert sein. Immerhin werden ihre für Geld produzierten Inhalte hier kostenlos weiterverbreitet, dabei wollte man mit dem iPad doch Geld verdienen.

US-Investoren bauen immer mehr auf das Potenzial personalisierter Werbung und hoffen offenbar darauf, dass wir Werbung in sozialen Netzwerken lieben. Dabei hat der Fall Twitter gezeigt, dass das eben nicht so ist. Wenn Investoren zunehmend die Macht bei den sozialen Netzwerken übernehmen, dürfte das unschöne Folgen wie mehr Werbung nach sich ziehen. Womit man wieder die Nutzer verschreckt. Ibo Evsan, Gründer des Social Games Fliplife (nicht zu verwechseln mit Flipboard), kommentierte das heute auf Facebook:

Deutsche Investoren aufgepasst: 50 Mio $ Wagniskapital kann Flipboard, Anbieter einer personalisierten iPad-Zeitung, als Geldspritze einsammeln, ohne einen einzigen zahlenden Kunden. In Deutschland hätten die 50.000 Euro bekommen.

Deutsche Nüchternheit. Manchmal gar nicht so falsch.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.