Sonstiges

Mercedes arbeitet mit Autobild zusammen: PR Gau wegen Radarbremse

BremstestWer es letzte Woche im Stern TV nicht gesehen hat, anbei eine kleine Zusammenfassung zum Bremscrash in der Testhalle von Mercedes. Und was dabei höchst Unangenehmes herauskam.
Stern.de:

Ein Reporter der Zeitschrift Auto Bild hatte als Testfahrer nicht rechtzeitig bremsen können, danach aber vor laufender Kamera behauptet, die Elektronik des Wagens habe einwandfrei funktioniert. Wenig später stellte sich heraus: Der Auto Bild-Reporter hatte gelogen – und Vertreter von DaimlerChrysler hatten dem Team von stern TV verheimlicht, dass das Radarsystem des Wagens in der Testhalle nicht zuverlässig funktioniert.

Anbei die Bilderserie, der ausführliche Artikel zum Skandal und das Video, das auch im Stern TV letzte Woche gezeigt worden ist. Dort kann man eindeutig sehen, wie sowohl Daimler als auch Autobild die Wahrheit bis zum Anschlag biegen.

PRPortal.de:

Wenn nun der Test nur auf Grund der Technik in der Halle nicht funktioniert hat, frage ich mich allerdings, warum er dann dort gemacht wurde. Auch stellt sich mir die Frage, warum es Auto Bild nötig hat, gerade gegenüber ihren Kollegen, bei dieser Scharade mitzuwirken. Solche Absprachen (vor allem wenn sie an die Öffentlichkeit dringen…) sind sicherlich keine gute PR-Aktion und, wenn das System doch sonst IMMER funktioniert sicherlich auch noch vollkommen unnötig.

Laut BerlinOnline.de ist der Autobild-Reporter vom Springer Verlag mittlerweile entlassen worden. Hm.. wo ein Bauer da ein Opfer?

Dazu RPOnline:

Der Axel-Springer-Verlag betonte, dass es sich um einen Alleingang des Reporters gehandelt habe. „Das Fehlverhalten eines Einzelnen bringt die ganze Redaktion in Misskredit“, sagte Sprecher Fröhlich. Er wies darauf hin, dass die Zeitschrift einen guten Ruf als kritisches Blatt habe: „Autobild steht für 20 Jahre guten Autojournalismus und Enthüllungen. Man kann Autobild wirklich nicht vorwerfen, dass wir mit der Industrie auf Kuschelkurs sind, was zahlreiche Nachbesserungen oder sogar Rückrufaktionen der Hersteller belegen.“

Es wird dennoch so oder so all denjenigen Vorschub leisten, die schon lange den Verdacht hegen, daß die Automobil/Reifenindustrie mit Journalisten enger als gedacht zusammenarbeiten. Dumm gelaufen, hätten sich die Damen und Herren beim Test vorher überlegen sollen.

Siehe erboste Kommentare auf dem Autobild-Forum
Das Bildblog darf natürlich auch nicht fehlen.

Schade aber um das System selbst. Ich denke schon, daß Daimler keinen Mist eingebaut hat und das Teil insbesondere einigen Rasern und Suffköppen das Leben retten wird. Was mich interessieren würde, ob man dadurch in Nebelsituationen nicht zum schnellen Fahren verleitet wird, was das Sicherheitsplus wieder aufwiegen würde. Das Gerät wird ja wohl kaum bei Kurveneinfahrten über den Scheitelpunkt hinaussehen können, wenn sich eine Leitplanke oder andere Hindernisse zwischen Gefahrenpunkt und dem Radar befinden.

via vowe und prportal.de



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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

10 Kommentare

  • Unglaublich, aber wahr

    Unglaublich was da Volker Weber prsentiert Das ist ja frei nach unserem Motto: "Sicher ist sicher!". Wenn die Technik es nicht alleine hinbekommt, dann geht man halt mit einem Brett auf der Strasse auf Nummer sicher.

    Update: Hier gibt es n…

  • Krass, aber die Entschuldigung im Studio gestern Abend war wohl auch alles als glücklich. Waren ja auch deutlich ernste Mienen zu sehen, bzw. eine ernste Miene.

  • […] es war nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die internationale Blogsphere dem PR GAU (Mercedes, Autobild, Stern TV, Radarbremse) von Mercedes annimmt. In Technorati.com findet man zZt 133 Artikel zu den Keywords stern+test+mercedes, zunehmend sind auch nicht deutschsprachige Berichte dabei. Was mir auffällt: Die Deutungen der deutschen Berichte wie auch des Videos gehen allesamt in die Richtung, daß das neuartige Bremssystem ein Totalversager ist und heben weniger – verständlich wegen der Sprachbariere – auf das Kuddelmuddel zwischen Mercedes und Autobild ab. Wenn Mercedes jetzt nicht aufpasst, könnte sich diese Gerücheküche aus dem Gemenge Medien/Blogs/Foren/Mailings hochbrodeln. Es fehlt zB in der US-amerikanischen Blogosphere ein Toblog wie Jalopnik (Autoblog), das sich dieser Story annimmt, schon wird die Geschichte zumindest bloglastig um ein Vielfaches problematischer in den USA. weitere Artikel zu: autobild, blogkrise, mercedes, pr gau, stern   […]

  • Neue Technologien = Mehr Unfälle

    Wenn man nach dem hier (wmv, 70mb) geht, dann führen die ganzen neuartigen elektronischen Helfer – in diesem Fall ein im-Nebel-Auffahrunfallmelder – zu mehr Einsätzen. Und weil diese Helfer zuerst in dicke Schlitten verbaut werden, und sich deren Fa…

  • Wenn’s schon nicht läuft…

    Dann kann es für Mercedes Benz nicht gut enden.
    Erst wird ein Mercedes gestohlen – was normal nichts besonderes ist, aber bei diesem Benz eben doch -, dann wird ein Crash-Test zur Offenbarung für Mercedes Benz und einen AutoBILD-Redakteur.

    Doch f…

  • PR GAU für Mercedes Benz und Auto Bild

    Eine unglaubliche Geschichte, von der ich auch erst über Basic Thinking erfahren habe.

    Der Chefreporter der Auto Bild Michael Specht sollte für einen Artikel das neuartige Bremssystem „BAS plus / Distronic plus“ von Mercedes Benz in einer Versuc…

  • Ich fand die gebetsmühlenartige Wiederholung des AutoBild verantwortlichen symptomatisch. Die behaupten doch tatsächlich auch noch, es handle sich um eine „konstruierte Geschichte“, das stern-tv weitere Recherchen im Hinblick auf Vermaktung ( und das ist schon fast Crossmediapublishing in Reinkultur ) gebracht hat.

    Offensichtlich hat AutoBild nix gelernt. Der Ruf ist kaputt; Einsicht ? Fehlanzeige.
    Im Zweifel sind die Leute schuld, die es an den Tag gebracht haben. Dieses halbherzige Einräumen von Fehlern macht den Haufen in meinen Augen noch unglaubwürdiger.

  • Die Kartellbehörde ist gerade dabei, die Übernahme von Prosieben Sat1 durch den Springer Verlag zu überprüfen.

    Da ist es für die Hauptkonkurrenz RTL (Produzent von Stern TV) geradezu ein gefundenes Fressen, gegen seinen potentiellen Konkurrenten ordentlich zu stänkern.

    Der Autobild Redakteur ist da nur ein Bauernopfer im Medienkrieg der Konzerne und wurde zudem noch von DC benutzt.

    Schade, daß dieser Mann die Hauptlast tragen muß; alle anderen Verantworlichen sagen sich:
    Cover your asses!