Sonstiges

Netzeitung goes OhmyNews

OhmyNews ist ein erstaunliches Citizen Journalism-Portal aus Südkorea, dessen Erfolg man am besten damit verdeutlichen kann: Es war eines der einflussreichsten Medienunternehmen (!), die 2002 dazu beigetragen hatten, dass der heutige Präsident von Südkorea gewählt worden ist. Roh Moo Hyun hatte zum Dank nach seiner Wahl zuerst OhmyNews ein Interview gegeben. Einer Newsseite im Web! Nicht dem koreanischen „ARD“ oder „ZDF“ etwa.

Wikipedia:

OhmyNews.com is a South Korean online newspaper with the motto „Every Citizen is a Reporter“. It was founded by Oh Yeon Ho on February 22, 2000. It is the first of its kind in the world to accept, edit and publish articles from its readers, in an open source style of news reporting. About 20% of the site’s content is written by the 55-person staff while the majority of articles are written by other freelance contributors who are mostly ordinary citizens. OmyNews‘ citizen reporters now number 41,000. OhmyNews was influential in determining the outcome of the South Korean presidential elections in December 2002 with the election of Roh Moo Hyun. After being elected, Roh granted his first interview to OhmyNews.

So wie es aussieht, versucht die Netzeitung etwas ähnliches zu schaffen: 20 Millionen Redakteure gesucht!

Leider finde ich bei der Netzeitung keine weiteren Infos dazu. Ok… wird wohl noch werden. Solange muss man mit verschiedenen Blogmeinungen auskommen. Ob das Konzept aufgehen wird? Keine Ahnung, solange kein weiterer Input seitens Netzeitung vorhanden ist. Das Potenzial rein prinzipiell gesehen hätte es, da ich mir gut vorstellen kann, dass einige an so etwas Interesse hätten. Es hängt aber von so vielen Faktoren ab, ob die User das Modell akzeptieren werden oder mehr von AAL sprechen werden („andere arbeiten lassen“, Amazon Ex-CTO-Ausspruch Andreas Weigend auf der next10years von SinnerSchrader).

via Ute bloggt

Siehe mehr Nachgedachtes über OhmyNews und zum neuen Netzeitung-Projekt bei Hugo, dem alten Verlagshasen.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

11 Kommentare

  • Wenn ein kommerzielles Unternehmen ‚Schreiberlinge‘ (Journalisten und alles andere, was man dazu braucht) sucht, dann würde ich erwarten, dass es gleichzeitig kommunizieren, wie das Businessmodell dahinter aussieht und wie die Macht und das Geld hinter dem Projekt verteilt ist und wie Aufgaben und Profit (oder Losses) verteilt werden. Nach einem bloßen Hosting sieht die Ankündigung ja nicht aus.

    Wenn Freunde, Gleichgesinnte oder Gleichgetriebene so etwas machen wollen, kann es o.k. sein, dass man sich darüber keine Gedanken macht, aber wenn aus Citizen Journalisten und Personal Journalisten unter Führung ein kommerziellen Unternehmens …

    Ich hatte das Modell früher schon einmal beschrieben und im Rahmen der Internationalisierung von OhmyNews auch schon Mal versucht einen Provider zu finden ….

    Von OhmyNews kann man eine ganze Menge lernen für solch ein Projekt:

    Wie man die Mitstreiter findet, bei der Qualifikation mithilft, die Gruppe und Einzelne ‚motiviert‘ und über die ‚Leser‘ die Bezahlung steuert. OhmyNews macht ja schon seit Jahren Profit, macht auch Print und Radio und hat eine internationale (Englisch) Edition und andere sind in Vorbereitung oder gar auf der Rampe.

    Inzwischen gibt es eine ganze Menge andere Leute, Medien, Portale von denen man Best Practice und Musterlösungen abschauen / nacherfinden kann
    – ob es um den Bewertung (Credits) der Beiträge geht (und die sog. Citizen Journalisten 50 % der Top 10 Plätze in der Lesermeinung ergattern
    – ob es um die Qualifizierung der sog. Citizen / Personal Journalisten (da hat sich jetzt ja insbesondere BBC engagiert)
    – wie man’s nicht nur ‚besser‘ macht, sondern auch profitabel ist

    Eine (von vielen) gute Quelle für das Thema ist auch Cyberjournalist.net
    http://www.cyberjournalist.net/news/002753.php

    Eigentlich hatte ich ja dazu einen Beitrag in Vorbereitung … aber auf meinem Blog gibt es dafür (bisher) ja auch keine Geld.

  • Was ichmich fragte: Über was wird man dann dort schreiben? Die meisten Ereignisse sind lokal begrenzt und andere Nachrichten bekommt man aus den Nachrichten. Eine reine Kommentarshow soll es wohl aber auch nicht werden.

  • Ich bin am Samstag mit dem NZ-CR auf dem podium, da kann ich ihn ja fragen. ich habe bei der Idee so ein bisschen den Eindruck, dass da unter dem Praktikanten noch eine weitere Ausbeutungsstufe eingezogen werden soll.

  • […] die Frage kam auf, was ich davon halte, dass die Netzeitung nunmehr versucht, “20 Mio” Redakteure anzuwerben. Damit versucht Netzeitung auf Citizen Journalism zu machen. Ist ihr gutes Recht, wir haben eine freie Wirtschaft. Doch wenn man weiss, dass hinter dem Onlineunternehmen Orkla Media steckt, laut Wikipedia ein Medienkonzern und Zeitungsverlag mit Sitz in Norwegen. Er gehört zur Orkla Gruppe (Orkla ASA). Orkla Media ist der fünftgrößte Medienkonzern im baltischen Raum mit einem Umsatz von ca. einer Milliarde € im Geschäftsjahr 2004. In Norwegen ist Orkla Media an 31 Regionalzeitungen und mehreren Webseiten beteiligt. In Dänemark sind es über 60 Zeitungen. Im polnischen Zeitungsmarkt beträgt der Marktanteil am Tageszeitungsgeschäft über 20%. Weitere Aktivitäten umfassen lokale Radio- und TV-Sender, elektronische Medien und Direktmarketing. Der Konzern ist auch in Schweden, Finnland, Lettland, der Ukraine und seit neuestem auch in Deutschland aktiv. Im Juni 2005 übernahm Orkla Media in Deutschland die Netzeitung, im Dezember 2005 das Newsportal Golem.de., sieht man, dass es sich hierbei um kein Garagenunternehmen handelt. […]

  • Das könnte funktionieren.
    Die Netzzeitung besitzt den dafür nötigen Domain-Namen, genügend Leser haben sie auch und wenn sie tatsächlich in irgendeiner Form die Autoren bezahlen können, wird ja bei OhMyNews auch gemacht, dann sollte das klappen.

    Wer OhMyNews noch nicht kennt, die De-Bug hatte 2003 einen Artikel dazu. OhMyNews bei De-Bug

  • […] Eine kleine Rand-Bemerkung vom DJV-Onlinejournalisten-Treffen BesserOnline. Der Chefredakteur der Netzeitung, Michael Maier, erwähnte in der Eröffnungsdiskussion das Projekt Readers Edition. Gestartet werde mit 20 Moderatoren, die Netzeitung arbeite dabei “stark mit der Bloggerszene zusammen”. Da sind sie wieder: die Blogger und ihre Szene. Vertreten wurden die auf dem Podium übrigens von Don Alphonso, dessen Freude über den Vergleich von Weblogs und Stammtischen nun einmal nicht jeder Blogger teilt. (Mehr zu Readers Edition in zwei Postings von Robert Basic.) Eine positive Überraschung waren die vielen Handzeichen, als Matthias Spielkamp sich während seines exzellenten Vortrags immer mal wieder erkundigte, wer denn diese oder jene Web-2.0-Technik kenne oder persönlich nutze. Mein Eindruck ist, dass sich mehr und mehr Kollegen weder von den Buzzwords noch von der pauschalen Buzzword-Kritik schrecken lassen. Und Jan-Michael Ihl hat in seinem Forum auch noch einmal gezeigt, wie schnell im Bedarfsfall ein Blog auf dem eigenen Server eingerichtet ist. […]

  • Ich sehe das anders: Die Readers Edition ist meines Erachtens aus einem falschen Verständnis des User Generated Content heraus entstanden. Es geht der Netzeitung nicht darum, eine Bürgerzeitung ins Leben zu rufen, sondern einen Sandkasten zu eröffnen. Medienunternehmen verstehen unter User Generated, dass die Leser ihnen nun die Zeitung vollschreiben. Sie verstehen nicht, dass damit gemeint ist, dass Leser selbst publizieren und eben die Zeitung NICHT mehr brauchen.

  • […] Nach wie vor wird darüber spekuliert, ob das Geschäftsmodell aufgeht und es genügend Freizeit-Journalisten gibt, die kostenlos längere und lesbare Texte produzieren. Das Epiblog spricht in Anspielung auf die Werbung der neuen Plattform sogar von “20 Millionen Content-Sklaven”, die gesucht werden. Bei Onlinejournalismus.de gibt es einen ausführlichen Beitrag dazu und auch ein Videointerview mit Peter Schink, der das Projekt organisiert. In Korea scheint die Idee wohl zu funktionieren (wie Basic Thinking zu berichten weiß). […]

  • […] Mediaexperte Frank Huber schreibt auf seinem Blog von einer AAL-Zeitung, die als eine Zeitung ohne Redakteure beschrieben wird. Die Gratis-Tageszeitung Nyhedsavisen mache genau das. Und setzt damit nicht nur die eigenen Journalisten mächtig unter Druck, sondern nutzt so auch die Weisheit der Massen nach dem AAL-Prinzip. Auch in Deutschland gibt es längst sogenannte Bürgerzeitungen (etwa das Projekt Bürgerzeitung aus Köln oder wie etwa Readers-edition von der Netzeitung. […]