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Tour de Dope

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Der Sieger der diesjährigen Tour de France war bei dem Rennen gedopt. In einer Probe des Amerikaners wurden Spuren von Testosteron gefunden. Jetzt droht ihm die Aberkennung des Titels… „Der Weltverband UCI hat uns am Mittwoch darüber informiert, daß der Testosteron-Epitestosteron-Wert in dem Test von Floyd Landis nach der 17. Etappe ungewöhnlich war“, heißt es in dem Phonak-Statement. Landis hatte die letzte schwere Alpen-Etappe in beeindruckender Manier gewonnen, nachdem er tags zuvor einen schweren Einbruch erlitten hatte und im Gesamtklassement scheinbar aussichtslos zurückgefallen war.

Wen interessiert es eigentlich noch, wer die Tour gewonnen hat oder ob der Zweite, der Spanier Oscar Pereiro nachträglich als Gewinner ausgerufen wird?

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

9 Kommentare

  • Wenn Oscar Pereiro zum Sieger ernannt wird, gewinnt wenigstens jemand, der weniger (oder zumindest besser) gedopt hat als Landis 🙂

  • Mich interessiert es auch. Doch mich interessiert viel mehr, was deine Frage impliziert!
    Ich selbst betreibe den Sport schon seit mehreren Jahren und – man kann einen dafür verrückt halten – aber ich bin (war?) vernarrt darin. Hatte selbst sogar diesen insgeheimen Gedanken, den wohl jeder Topamateuer hat, einmal Profi zu werden. Mit 22 habe ich es dann auch ein Jahr lang versucht und bin kläglich an der Einstellung (gegenüber Doping) vieler Menschen in diesem Sport enttäuscht worden.
    Nunja und genau jene diese Einstellung ist dieser Sportart nun zum Verhängnis geworden. Wer gestern Abend (27.07.2006 um 22:00) in den Tagesthemen den Kommentar von Werner Franke gehört hat, Weiß, was ich meine. Es kann nicht sein, dass innerhalb der letzten 4 Jahre 9 wahnsinnig gesunde Menschen Anfang 20 einen Tod im Schlaf erleben!
    Wenn diese Sportart jetzt nicht drastische Schritte der Veränderung einleitet, ist sie wohl dem Untergang geweiht. Und du sagst, wen interessiert das schon?

  • wenn man daran gewohnt ist, eine Dopingmeldung nach der anderen zu vernehmen, Jahr für Jahr, Tour für Tour, warum sollte mich persönlich dieser Sport als Zuschauer und Nicht-Radsportler noch interessieren? Die Attraktivität einer Sportart leitet sich auch daraus ab, was seine Spitzenleistungsträger sportlich auf dem Kasten haben. Weniger, was sie chemisch mithaben. Das ist sicher schad für den gesamten Sport, weil es ihm unglaublich schadet, aber thats life. Diesmal ist es Rad, bei der nähsten Grpßveranstaltung ist die nächste Sportart dran.

  • Schön ist auch dies hier: „Wir haben einen Fernsehvertrag über eine Sportveranstaltung und nicht über eine Pharma-Leistungsschau abgeschlossen“, ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender.

  • Diese Tour ist absolut frustrierend und eine Schande für den Sport.
    Da scharfe Dopingkontrollen scheinbar niemanden beeindrucken bin ich für die lebenslange Sperre und zwar für alle Disziplinen.

  • Hm, wie wäre es mit neuen Lösungen? Was ich z.B. interessant finde, wäre ein „Clean“-Label. Alle Athleten, welche diesem Label/Verein/Stiftung (was auch immer) angehören, erklären sich bereit auch ihren Gesundheitspass offenzulegen und jährlich (mindestens?) eine Blutprobe abzugeben. Resp. regelmässige Doku über ihren Körperzustand zu führen, wie auch immer dies jetzt aussehen mag.
    Vorteil wäre, tatsächliche Medikation würde nie mit mißbrauchter vermischt werden, zumal jeder Arzt nachvollziehen kann, was passiert. Jemand der nie Asthma hatte wird ja auch wohl kaum plötzlich welches bekommen, oder?
    Die Rennveranstalter, welche ihre Veranstaltung mit diesem Label in berührung bringen müssten zwar einen Beitrag an diese Stiftung zahlen, doch wären wohl die meisten Athleten mit einer daraus resultierenden Senkung der Preisgelder zufrieden, denke ich.
    Auch im Amateuerbereich sollte dies schon stattfinden. Dafür sind meinetwegen auch die Startgelder etwas höher. Bzw. der jährlich Beitrag an den BDR (BundDeutscherRadfahrer – sowas wie DFB im Fussball)

    Diese Idee stammt übrigens im Ansatz von Luc Rooms – dem Autor von dem belgischen Buch „Sneller Sprinten“ (www.snellersprinten.be)

  • Hm, nach mehreren Gesprächen hab ich mir mal überlegt, wie eine Lösung aussehen könnte. Schauts euch mal an: purerace.kreatium.de oder purerace.de weiss noch nicht ob ich die domain dafür hole….

    Naja, ein kurzes Feedback fände ich super!

    Gruß,

    Roland

  • Das Konzept basiert in vielen Punkten auf „Goodwill“ (schreibt man das so?). Ein Eid? Sorry, ich muss lachen… Mir fallen da spontan bereits überführte Sportler ein, die trotzdem stock und steif behaupten, daß sie clean sind.
    Schärfere Kontrollen (kosten natürlich mehr Geld) und kompromisslose Strafen bleiben wohl der einzige Weg und dafür muß sich das jetzige System nicht ändern.
    In einem Punkt gebe ich Dir recht: Gedopt wird nicht erst in der Profiklasse und die Finanzierung von Kontrollen der Amateure wirft ein großes Loch auf.