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Konzept: Keyword Sniper

ich versuch mal, ein eigenes Werbekonzept für Blogs vorzustellen. Eventuell hat jemand Lust, sich der Sache anzunehmen. Ich kann nur die Idee dazu beitragen, das Entwickeln muss schon jemand anders übernehmen.

Ich habe keinen geeigneten Projektnamen, also nenne ich es zunächst einmal „Keyword Sniper“. Was heißt eigentlich Sniper? Scharfschütze.

Ausgangsüberlegung:
Weblogs glänzen durch exzellente Keyword-Positionen bei Google. Ich habe keine Ahnung, wie viele spannende Keywords hohe Positionen auf der ersten Google-SERP (1-10) einnehmen. Es dürften nicht wenige sein. So hat imho jedes Weblog mindestens 10-100 derartiger Keywords. Das spiegelt sich in 10-100 Einzelartikeln natürlich wieder, wo das Keyword jeweils auftaucht. Und genau das lässt sich oW monetarisieren.

Bisherige Affiliate-Lösungen:
Unterscheiden wir kontextsensitive von nicht kontextsensitiven Bannern. AdSense nervt als Vertreter der kontextsensitiven Methode immer wieder durch mangelhafte oder völlig unpassende Bannereinblendungen. Nicht kontextsensitive Banner haben den Nachteil, noch unpassender zum Content eingeblendet zu werden. Unterschied: Meistens kann man sich die statischen Banner aussuchen, AdSense Bannerinhalte jedoch nicht. Endergebnis ist beinahe dasselbe. Zudem nervt bei einer klickbasierender Abrechnung (AdSense), dass die Weblogs in 99% aller Fäll umsonst Werbung für Firmen machen, da nur 1% klickt! Statische Banner werden häufig nach Lead/Sales oder aber 1000er Einblendung bezahlt. Und im Endeffekt ist damit die ökonomische Performance dieser Gießkannen-Entlohnung höchst ineffizient, da die meisten Blogs eben nicht immer nur über ein Thema schreiben. Nämlich die olle Kaffeemaschine, die im Otto-Banner beworben wird. Ätz… Maxime also: Streuverluste minimieren, Werbung noch genauer an Einzelinhalten ausrichten, weniger auf mangelhafte Text-Retrieval Systeme á la Google AdSense verlassen. Für wen? Für den Werbetreibenden als auch Werbeträger.

Keyword Sniper-Lösung:
Also dreht man den Ansatz um. Statt den Inhalt auszulesen oder aber mit Brachialgewalt ein gleichbleibendes Banner in jedem Blogartikel einzublenden, konzentriert man sich lediglich auf die Artikel, die bei Google mit einem Keyword hoch gerankt sind. Der Blogbetreiber meldet seine Keywords zusammen mit der jeweiligen Artikel-URL auf der Vermittlerseite Keyword Sniper an. Er gibt – alles jetzt nur schnell dahingedacht – die ungefähre Position an. Dazu den ungefähren Traffic pro Monat bezogen auf den Einzelartikel.

Nunmehr kann sich eine interessierende Firma auf der Vermittlerseite umschauen und gezielt nach passgenauen (!!!) Keywords zu ihrem Service/Produktangebot suchen. Findet der Werbetreibende ein Keyword, wählt er die passende Bannerform aus, inkl. Text und bucht für diesen Einzelartikel eine Bannereinblendung über einen Zeitraum X zu einem Betrag Y.

Der Blogger muss nun das Angebot akzeptieren. Er muss es zwingend ablehnen können, um Schindluder zu unterbinden. Denn, wer macht schon gerne Werbung für eine Sexseite, wenn das Keyword „Webcam“ lautet?

Kurzum: Es handelt sich also um eine Art von „Keywordbörse“, die Anbieter sind Weblogs, die Nachfrager sind die Unternehmen. Das Klebemittel sind passgenaue Keywords.

Vorteil:
Der Google-Besucher landet über das gegebene Keyword im Blogartikel und kann nun über das Banner zur Landeseite des Werbetreibenden weitersurfen, wenn ihm die Werbung zusagt. Je genauer die Werbung zum Keyword passt desto eher wird er das tun. Die Passgenauigkeit der Werbung wird durch den o.g. Workflow gesichert, solange der Blogger nicht bewusst Mist baut und für jeden dahergelaufenen Werbetreibenden die Beine breitmacht. Aber, wenn er nicht dumm ist, wird er das unterlassen, zusätzlich kann man auf der anderen Seite gewisse Checkmechanismen einbauen. Ähnlich wie die Google AdWords Preisbestimmung (Mischung aus Klickrate und Klickpreis). Es geht also im Prinzip um einen gezielten Abverkauf von werthaltigen Keywordpositonen und eine zielgenaue Werbeeinblendung von Werbetreibenden, getragen durch die jeweiligen Blogartikel. Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt: Firmen geben einen Haufen Kohle dafür aus, um bei bestimmten Keywords weit oben in Google gelistet zu sein. Das ist nicht selten ein kostspieliges Unterfangen. Und dann kommen Blogs „daher“ und setzen sich vor deren Nase, einfach so. Statt nun mit noch mehr Mitteln die guten Positionen zurückzuerobern, ist es ökonomisch uU interessanter, sich beim vorne liegenden Blog(s) direkt im jeweiligen Artikel eben zu platzieren. Die Blogs sind damit quasi die Platzhalter für gute Rankings.

Blogger können oW AdSense oder alternative Affiliate-Programme weiterbetreiben. Das schließt sich ja nicht aus. Und wie ich finde, ist das obige Konzept weder aufdringlich noch werden olle Textlinks mit der Schrotflinte verschossen.

Gut, soweit das Schnellkonzept. Meinungen? Fragen? Verständnis? Obacht: Habe viele Sachen ausgeblendet. So zB Bannerformen, parallele Anfragen von Werbekunden, Positionskontrollverfahren, Vergütungsformen, Codeeinbau, Vermarktung, Abwicklung, etcpp… ich denke, wer soweit Google AdSense, AdBrite, BlogAds, Text Link Ads, Zanox, Affilli.net usw kennt, kann sich die Ausgestaltung des „Rests“ ohne allzu große Denkleistung ausmalen (SWOT…).

PS: wurde gefragt, warum ich die Idee hier poste, könnte doch jeder klauen. Ja, logo. Erstens ist die Grundidee banal und zweitens ist es himmelweiter Unterschied zwischen dem Lesen einer Idee und dem Realisieren.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

20 Kommentare

  • Klingt sehr gut, vor allem wenn man eigentlich werbefrei sein möchte. Die gute Google-Position hat man ja nicht unbedingt gleich am ersten Tag. Wenn man dann erst nach ner Woche oder nem Monat Werbung in den Artikel einblendet, verschont man seine Stammleser damit in der Regel komplett.

    Nachteil scheint mir ein doch recht großer Aufwand zu sein.

  • Ja beim Blogger, denn er müsste die „high rated“-Keywords ständig nachtragen, insbesondere auch deshalb, weil z.B. Google immer mal wieder Aenderungen an den Rankings vornimmt.
    Allerdings finde ich den von Robert gemachten Ansatz gar nicht so schlecht…

  • Auf Anhieb muss ich da an 103bees denken – da liegen zumindest die (Top-)Keywords sowie die entsprechenden Seiten gleich „griffbereit“.

  • bingo, das wäre sicherlich ein Baustein, da er neuerdings die SERPs- Reports eingeführt hat. Ich denke sogar, das ließe sich fließend aktuialisieren. Sowohl die Rankings als auch die just angebotenen Kywords. Wunder mich btw, dass er die Chance n.n. gesehen hat, oder?

  • Tom hat’s ja schon gesagt, klar, beim Blogger. Der Aufwand lässt sich durch entsprechende Tools natürlich reduzieren, aber es bleibt, dass ich mich um jeden Artikel einzeln kümmern und mir passende Werbung suchen muss.

    Will damit nicht die Idee schlecht reden. Sie ist im Grunde genommen sehr gut. Hat aber eben auch nen Nachteil.

  • […] Wäre es nicht schön, wenn sich Beiträge (Content) und Werbung (Sponsoring) nicht so krass von einander unterscheiden würden? Auf Basic Thinking steht seit diesen Stunden eine sehr interessante Idee. Lesenswert. Auch von mir ein paar Anmerkungen dazu. Auf dem eigenen Blog (so von wegen den Besuchern und dem tiefen Glauben, dass das mit der Vernetzung doch ganz prima ist ) […]

  • Eigentlich ist das aber eine kompliziertere Form von AdWords.
    Ziel des Werbenden:
    Unter bestimmten Keywords in Google! will er gefunden werden um passgenaue Werbung anzuzeigen, die den Kunden direkt auf seine Seite führt!

    Nun wirbt die Firma aber nich mit AdWords sondern nach deinem Prinzip erst! auf der Webseite eines SERPS.

    Problem:
    EIn interessierter Kunde zum Stichwort XY würde schon bei Google auf die Werbung (AdWords) klicken und nicht erst eine Inhaltsseite öffnen.

    Die Leute, die die Inhaltsseite öffnen, wollen meisten den Inhalt! lesen und interessieren sich weniger für die dortige Werbung.

    Da wird somit ein weiterer Schritt hinzugefügt! bevor man die Werbung sieht und/oder klickt.
    Fazit: Die Klickraten dürften weit aus geringer sein, als eine Anzeige bei AdWords zum gleichen Keyword.

    Das ist ungefähr so, als würde man folgendes tun:
    Anstatt ein Werbeplakat aussen ins Ladenfenster eines Modeshops zu hängen, wird es im Laden an eine Wand gehängt!
    Mit welcher Variante erreiche ich aber mehr potentielle Kunden? Im Laden sind nur Leute, die sich bereits entschieden haben, Mode zu kaufen (Interesse haben), vorm Laden erreiche ich aber auch Personen die ggf. nicht vor hatten Mode zu kaufen, so aber dazu angeregt werden.

    Das ganze könnte aus meiner Sicht nur interessant für einige wenige Werbetreibende sein, nämlich jene, die gezielt und bereits vorgefiltert! Kunden erreichen wollen.

    Nichts desto trotz, hier mein Lösungsansatz für deine Idee:
    Man programmiert ein Tool (für den Anbieter der Plattform), welches täglich zu betreffenden Keywords die Google SERPS analysiert.
    Sollte ohne weiteres machbar sein, denn es gibt ja genug Webseiten, die genau dieses jetzt schon tun können.

    Alle Bloginhaber registrieren sich dort auf dem Portal.

    Will nun ein Werbetreibener zu einem bestimmten Keyword (Bsp: ‚versicherungen‘) Werbung schalten, wird in der Datenbank geprüft, welche 10 Blogs aktuell zu diesem Keyword unter den 10 SERPs vertreten sind.

    Auf diesen Blogs wird nun genau die Werbung angezeigt.
    In dem Blog muss nur ähnliches wie der AdSense JavaScript Code eingebaut sein.

    Ist mein Blog zu diesem Keyword gerade unter den TOP SERPS, wird die Werbung bei mir eingeblendet.

    Mehrere Buchungen eines Keywords kann man dann ähnlich wie AdWords arrangieren. Max CPC etc, damit halt festgelegt wird, welcher Werbende nun gerade das Privileg hat, auf der betreffenden Seite seine Werbung eingeblendet zu bekommen.

  • Du hast soeben – unwissentlich? – das AdSense Konzept komplett in Frage gestellt 🙂 Nur, Google macht mind. 1/4 seines Umsatzes iHv 6 Mrd USD mit AdSense. Also nicht so ein Kritikpunkt, dass ich sagen würde „das Konzept geht nicht, weil…“.

    Aber… der lette Part ist interessant und macht vaD eines spannend: Es ist saubequem 🙂 Wenns denn zuverlässig funktioniert mit der Topkeyword-Erkennung und Zuordnung zu den Blogs!

  • Hmmm, ja… stimmt schon 😉
    NUR:
    AdSense hat einen viel viel grösseren Streuungsgrad. AdSense wird auch dann „halbwegs“ treffend eingeblendet, OHNE das die Seite bei Google hoch gelistet ist.
    Selbst eine Seite die bei den Google SERPS an 10.000ter Stelle steht hat passgenaue Werbung auf den Seiten selbst.

    Bei deinem Konzept wird aber nur bei den TOP-SERPS-Seiten Werbung angezeigt.

    Als AddOn (zusätzlicher Werbung) ist es ggf. brauchbar und dürfte auch etwas Geld abwerfen. So erfolgreich wie AdSense kann es aus meiner Sicht aber schon allein auf Grund der Einschränkungen auf TOP SERPS nicht werden.

    Rein technisch sehe ich da allerdings keinerlei Probleme. Im Gegenteil, es ist sogar recht easy wie oben beschrieben. Man muss ja nicht mal irgendwelche Parser oder sonstiges entwickeln, die die Seiten scannen oder ähnliches…

  • na ja, LJay, eigentlich hatte ich jetzt nicht daran gedacht, AdSense Konkurrenz zu machen, so rein finanziell gesehen .)))) Es reicht ja schon nur 1% des AdSense-Umsatzkuchens bis zum Ende aller Tage.

  • Wenn du es persönlich als Gewinn einfahren würdest – JAP.
    ABer wie das immer so ist mit einer Firma: Marketing, Angestellte, Betriebskosten, Partnerschaften, Dienstleistungen, Finanzamt, etc…

    Allein das Marketing für die Startphase dürfte nich billig werden.

    Bevor auch nur die ersten paar euros eingefahren werden können, müssen sich echt super viele anmelden, denn überleg mal wieviele Keywords es gibt und wieviele Webseiten.

    Selbst wenn du 1000 registrierte Blogger hast; was wenn ein Werbekunde nun zum Keyword „spektralanalyse“ 1eur pro klick ausgeben will.
    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das eines der 1000 Blogs zu diesem Keyword Inhalte hat und zudem auch noch in den Top 10 SERPS ist???

    Richtig, gen 0

  • wenn Du Dein System nimmst, dann wird es in der Tat schwierig. Zudem, warum sollte es PPC sein? Oben habe ich die Nachteile dieses Verfahrens erläuert.

  • Was wird schwierig? Was ist bei meinem System anders, als bei deinem?

    PPC muss nich sein, kann auch PPVsein oder sonst was, nimm stsich alles nicht viel.

  • zum PPC/PPV: Fixum + Provi, das Modell ist in der Wirtschaft schon lange etabliert, alles andere verschiebt die Risiken/Nutzen zu Lasten eines der Vertragspartners.

  • Das Konzept klingt interessant.

    Auch wenn es noch überhaupt nicht um den Namen geht: der gefällt mir nicht wirklich, aber Keybay wär doch was :-)))

  • Nachdem wir heute telefoniert hatten, hat mich Deine im Kern geniale Idee noch etwas beschäftigt 🙂
    – entscheidend und gewissermaßen einzigartig ist, dass man als Werbender in einem qualitativ ausgesuchten Kontext einen Textlink buchen kann, der zumindest via Google / Blog themenrelevante Besucher bringt. Und das meist nicht wenige.
    – wenn Suchmaschinen die Links noch verfolgen können, wäre das die beste Linkmiete überhaupt. Linkpower, Themenrelevanz, Besucher.

    Wo sind die Freaks, die’s bis zum Alpha-Stadium schaffen? Textlinkads finde ich ähnlich vom System her. Vielleicht …

  • Solange noch genugend Blogs mir erlauben gezielt auf ihren Seiten per AdSense-Feature „auf dieser Seite werben“ zu minimalen Konditionen die Leser abzuholen ist das Bedürfnis nach Ersatz (auf der werbetreibenden Seite) gering.

  • […] Wäre es nicht schön, wenn sich Beiträge (Content) und Werbung (Sponsoring) nicht so krass von einander unterscheiden würden? Auf Basic Thinking steht seit diesen Stunden eine sehr interessante Idee. Lesenswert. Auch von mir ein paar Anmerkungen dazu. Auf dem eigenen Blog (so von wegen den Besuchern und dem tiefen Glauben, dass das mit der Vernetzung doch ganz prima ist ) […]