Sonstiges

Startupszene: Ohne Moos nix los?

Andreas Göldi über das Web-Unternehmertum in Europa und den USA:

In Deutschland wurden 2004 gerade mal 292 Millionen Euro an Venture Capital investiert. In der Schweiz 101 Millionen. In Österreich 82 Millitionen. Gerade mal Grossbritannien erreicht als Land mit 1.045 Millionen Euro annähernd die gleiche Liga wie die Region Boston. In ganz Europa werden nicht mal 4 Milliarden Euro auf diesem Weg in neue Unternehmen investiert, das ist nicht mal so viel wie allein in Silicon Valley. Klar, Venture Capital ist nicht die einzige Determinante für Unternehmertum. Aber eine wichtige. Und komischerweise gibt es in Europa eher selten Diskussionen darüber, wie man den Rückstand in Sachen Unternehmertum aufholen könnte. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass der Rückstand so gross ist?

Mit Geld alleine entstehen noch lange keine interessanten Konzepte, aber diejenigen, die welche haben, müssen dann auch nicht von der Realisierung zurückstecken, wenn sie welches hätten.

Siehe auch Money for Growth-Report 2005 (.pdf)


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

8 Kommentare

  • Interessantes Thema. Ich persönlich finde es zum Beispiel viel spannender und interessanter, ein Unternehmen mit 0 von 0 auf 100 zu bringen. Sicherlich brauch man ein bißchen Geld, gerade bei Internet Startups (Server etc.), aber wofür gewisse Unternehmen (will keine Namen nennen ;)) Millionen von Euros brauchen, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Und ich bin mir ganz sicher: Ein gutes Konzept gepaart mit einem guten Team kriegt auch in DE Geld, wenn benötigt.

  • Es ist auf jeden Fall eine krasse Diskrepanz zwischen der VC-Verfügbarkeit in den USA und hier zu Lande zu spüren. Und zwar sowohl bei „echtem“ VC als auch bei Angel-Finanzierung.

    In den Staaten gelangt man (zumindest als Amerikaner) viel leichter an Startkapital, es ist ja oftmals schon ein Hohn, wenn man die geflossenen Summen und die damit finanzierten Ideen/Geschäftsmodelle gegenüber stellt. Versucht man hier an Gründungskapital zu kommen stellt man fest, dass die Kaptialgeber eher ein Unternehmen suchen, das schon zwei Jahre erfolgreich am Markt ist und einen gewissen Kundenstamm vorzuweisen hat, um in dieses einzusteigen. Braucht man das Kaptial jedoch, um überhaupt erst in den Markt einzusteigen, halten sich die potentiellen Investoren eher bedeckt.

    Wird ein Geschäftsmodell dann jedoch (wie auch immer) zum Selbstläufer hört man plötzlich Sprüche wie „Hätten Sie sich doch damals gemeldet – wir hätten Sie natürlich liebend gern finanziert!“.

    Na klar…

  • Ich sach ja, die Amerikaner ticken anders. Sie lächeln Dich an:“Give me your camera. I’ll take a picture of you.“ und danach:“Give me five Dollars, that’s service.“ Käme in Deutschland nie einer auf die Idee.

  • Du sprichst mir aus der Seele, Robert.
    Wir (VisualOrgasm) würden auch gern wachsen und das Portal komplett umbauen. Aber ohne Kapital macht das Ganze keinen Sinn.
    @ Philipp
    Sorry. Aber ist nicht ganz korrekt, was du da schreibst. Weil Leute wie ich müssten 10 – 12 Stunden am Tag für ein gutes Startup im Einsatz sein. Und die Zeit muss irgendwie bezahlt werden. Und einer allein reicht nicht. Heißt: man braucht Geld, um nicht „nebenbei“ (so wie ich aktuell) noch ganz normal in einem anderen Job (für den es Geld gibt) arbeiten zu müssen.
    Darum wieder keine Zeit fürs Webprojekt. Katze beißt sich in Schwanz. Aber als Nicht-mehr-Student und Familienvater steht Geldverdienen ganz weit oben. Da kann man nicht aus Spaß nebenbei 12 Stunden an einem Startup schustern.

  • @Matias
    Okay, da hab ich wirklich zu kurz gedacht. Wir als Studenten haben halt die Zeit und müssen uns nicht um Familie sorgen. Insofern, sorry! Aber ich wollte auch nichts gegen VC-Finanzierung oder ähnliches sagen. Das einzige, was ich sagte, war, dass ich bei vielen Unternehmen einfach nicht verstehe, wofür die Millionen von Euros brauchen. Desweiteren, dass ich persönlich es für spannender halte, mit 0 etwas zu realisieren. Das dies nicht in allen Fällen funktioniert, ist klar und um Gottes Willen, ich wollte wirklich niemanden wegen VC Finanzierung oder das Thema allgemein schlecht machen! Wenn wir etwas machen würden, wofür wir Geld bräuchten, würden wir auch nicht drumherum kommen 🙂

    //EDIT:
    Deine Seite gefällt mir gut.

  • @Philipp
    Klar. Wir haben vor 5 Jahren auch mit 0 Euro angefangen. Solche Projekte, in denen dann wirklich Herzblut drin steckt sind auch mir immer sympathischer!
    Aber irgendwann kommt der Punkt, wo es einfach notwendig ist, das Geld in ein solches Projekt reinfließt. Und neben dem Geld gibt es gerade bei Business Angel ja auch noch sehr interessante Kontakte und Tipps. Das sollte man dabei nicht außer Acht lassen!
    Viele der Gespräche, die ich in den letzten Wochen und Monaten geführt habe, waren extrem interessant. Und ich habe eine ganze Menge wieder dazugelernt.

  • Start-up und Venture Capital in Deutschland…

    […]Es ist also möglich, auch in Deutschland.[…]Ich denke, allein am Geld liegt es nicht.[…]…

  • @Robert: Deinen letzten Satz kann man nur 5 mal unterstreichen. Ich würde da sogar noch einen Schritt weitergehen, aber dazu demnächst mal ausführlicheres in privater Runde 🙂