Sonstiges

verdrängt Internethandel Fachgeschäfte?

Handelsblatt:

Nach Angaben des GfK-Experten Friedrich Fleischmann haben in den vergangenen acht Jahren in Westeuropa fast 18 000 Elektro-Fachgeschäfte schließen müssen. Die wesentlichen Ursachen seien die fast 1 000 neu eröffneten Fachmärkte sowie der Verkauf über das Internet. Den Web-Nutzern stünden rund 8 500 Internetseiten in Westeuropa mit Einkaufsmöglichkeiten für technische Konsumgüter zur Verfügung.

Ist der Zusammenhang tatsächlich so einfach erklärbar?


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

9 Kommentare

  • Mal fragen was meine Bank dazu sagt, wenn ich um einen Kreditwunsch für so einen Onlineshop aufschlage.

    Geschäftsmodell? Businessplan?

    Wieso? Wenn ein Online-Laden im Schnitt achtzehn Händler killt, dann ist das doch ein Selbstläufer? Oder stimmt da vielleicht was anderes nicht?

    Wenn das die ganze Studie ist, dann fehlen mir ein paar Kontrollen. Wieviele Händler machen durchschnittlich auf bzw. zu? Wie lange gab es die Läden? Wer hört aus Altersgründen auf, wer hat keinen Nachfolger gefunden? Warum macht man dicht? Wg. inzwischen zu hoher Mieten oder zu geringem Kundenaufkommen?

  • Absolut richtig die Fragen. Wobei ich mir schon gut vorstellen kann, dass bei Elektro-Fachgeschäften der Internethandel eine größere Konkurrenz ist als bei anderen Fachgeschäften. Die Zielgruppe ist tendenziell technik-affin und bestellt somit vermutlich eher mal über’s Internet und braucht vielleicht auch nicht so viel Beratung.

  • Wenn ein Gewerbe-Center oder eine Gallerie das Einkaufen zum Erlebnis macht und der Kunde dort viele Wege sparen kann, dann zieht das. Wenn ein Online-Shop dazu noch 20 oder mehr Prozent günstiger anbietet, über Nacht liefert und vielleicht noch nicht mal Versandkosten anfallen, dann zieht das auch. Da muss sich der Inhaber eines einzelnen Elektro-Fachgeschäftes ganz schön strecken, um mitzuhalten.

  • Beide Fakten an sich sind durchaus richtig – allerdings ist der Zusammenhang nicht korrekt. Es ist vielmehr so, dass Online-Aktivitäten im Normalfall zu einer Steigerung der Offline-Verkäufe führen. Das Schwinden des Fachhandels ist vielmehr auf die Dominanz der Großflächen (MediaMarkt, Saturn, ProMarkt, MediMax etc.) zurückzuführen, die über Einkaufsvolumina und Werbedruck einfach ganz anders kalkulieren können.

  • Ich schliesse mich dem Kommentar von Dirk an. Die Grossen fressen die Kleinen oder verdrängen sie, unter anderem durch Preisdumpings. Auch wenn diese nicht offiziell Preisdumpings genannt werden …

  • Ich nannte es mal die Tendenz zum natürlichen Monopol. Eine dramatische Entwicklung, denn wer berät einen dann noch? Und: wo kriegt man schnell mal was günstig? Ich war mal in New Orleans (vor Katharina) und wollte bei CompUSA was kaufen: nach einer Stunde Taxifahrt erfuhr ich, dass das gewünschte Produkt glücklicherweise am Lager war aber 10-20% mehr als im Web kostete. Das blüht uns auch auf lange Sicht: Versorgungsengpässe in der Fläche und höhere Preise.

  • Bei mir ist der Grund, warum ich mittlerweile häufiger online einkaufe, relativ simpel:

    Geschäfte haben (bisher) maximal von 8 bis 20 Uhr offen.
    Morgens habe ich keine Nerven und Zeit und wenn ich abends zwischen 18 und 19 zuhause bin, bin ich auch nicht hochmotiviert noch einen langen Einkauf zu erledigen. Insbesondere haben dann auch meist nur noch die Riesen offen, wo vernünftige Beratung mangelware ist.

    Dann kann ich mir die Sachen auch gleich im Netz bestellen, wenn ich mich dort eh vorher gründlich informieren muss.

    Hinzu kommt, dass die Deutsche Post mit den Packstationen ein gutes Konzept hat. Ich habe eine auf dem Weg von der Arbeit nach hause liegen, halte da kurz an, lade das Paket ein und fahre weiter. Damit bin ich auch unabhängig von den Öffnungszeiten der Post.

    Oder kurz zusammengefasst: Online ist der „Service“ besser/genauso gut wie Offline bei weniger Stress.

  • ich hab mich in der vergangenen woche mit einem lieferanten dieses segments unterhalten. der hat mir den juristischen amoklauf von media markt / steinhoefel ebenfalls mit der wachsenden online-konkurrenz begründet. strategie ist wohl eine marktbereinigung um umsatzverluste auszugleichen.

    ob das nun so stimmt kann ich nicht validieren, aber für unmöglich halte ich das nicht. durch die dezentrale organisation ist der aufbau eines eigenen portals für mediamarkt wohl schwierig.