Piraten nehmen Angriff auf den App Store

André Vatter
Der App-Raub boomt
Der App-Raub boomt
Anders als Microsoft hat Apple das Ärgernis des Software-Diebstahls nie öffentlich auf eine Agenda gesetzt. Piraterie gibt es zwar, man spricht aber nicht gerne darüber (wie in Redmond). Doch alles Schwiegen hilft nichts: Apple hat ein Problem. Immer häufiger landen kostenpflichtige Programme aus dem App Store in Torrent-Netzwerken.

Laut einer Studie von Medialets wurden rund 20 Prozent der 25.000 Bezahl-Apps im Store bereits geknackt und sind heute kostenlos im Internet verfügbar. Wie die Marktforscher ebenfalls herausfanden, finden sich darunter auch dutzende iPhone-Programme, die mittlerweile im Maßstab von 100:1 (geklaut vs. offiziell verkauft) vertrieben werden. Mit dem Betreiber einer solchen Piraten-Site hatte „Wired“ ein Interview. Unrechtsempfinden? Fehlanzeige: „Wir wollen, dass die Leute die Apps als Trial-Version ansehen. Apple selbst erlaubt ja vor einem Kauf kein Antesten der Software. Es ist Apples Fehler, dass sie kein Trial-System erlauben.“ Bei kurzen Recherchen (Google reicht da völlig aus) fand Wired dann auch über fünf Gigabyte große Torrent-Dateien, die mit Apps vollgestopft waren.

Die Schäden erreichen schnell Millionenhöhen. Wie bei „Wired“ weiter zu lesen ist, geht zum Beispiel dem Anbieter des IM-Dienstes BeeJive Monat für Monat eine schöne Summe durch die Lappen: 60 Prozent der Nutzeraktivität wurde auf gecrackten Systemen gemessen – eigentlich kostet BeeJive 16 US-Dollar. Doch wie es scheint, klagen nicht alle Entwickler über die grassierenden App-Beutezüge: Bei Pangea (Hersteller des Plätscher-Programms Enigmo) blieb man in der Woche des Launches angesichts einer Raubrate von unter fünf Prozent gelassen. Heute liegt die Zahl bei annähernd null Prozent.

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Via: Wired

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.