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Basic Sunday: Warum heute vieles besser ist als früher

Basic Sunday: Audio Cassette

Immer wieder kann man es im Radio hören: „Die größten Hits der 80er, 90er und das Beste von heute“. Ich glaube es gibt kaum jemanden, der sich nicht an die guten alten Zeiten seiner eigenen Jugend zurücksehnt. Für manche war es insbesondere die Kinder- und Jugendzeit, an die sie sich besonders gerne zurückerinnern. „Früher war alles besser“ heißt es in vielerlei Hinsicht und ich gebe zu, dass ich mir auch einige Dinge meiner Kindheit zurückwünsche. Doch bei allem Respekt gegenüber der vergangenen Zeit: Bis heute hat sich in allen Bereichen so viel Positives getan, dass es eigentlich unfair ist, in diesem Zusammenhang die Gegenwart oder die Zukunft klein zu reden. Heute ist vieles besser als früher. Nur fällt es uns vielleicht nicht immer auf.

Heute sind wir in einer Informationsgesellschaft angekommen, bei der Informationen aus der ganzen Welt in Sekundenbruchteilen in unseren Köpfen landen. Wir sind nicht mehr darauf angewiesen, dass offizielle Stellen Informationen veröffentlichen oder dass uns Nachrichten aus anderen Teilen der Welt erst nach Tagen oder Wochen erreichen. Heute verschwimmen die virtuellen Grenzen. Jeder von uns kennt Menschen aus der ganzen Welt und ist mit ihnen in Kontakt. Ob nun Südamerika, Australien oder Asien. Man unterhält sich mit ihnen und es macht keinen Unterschied, ob sie nur ein paar Straßen weiter wohnen oder sich in einem fremden Land mit einer gänzlich anderen Kultur befinden. Die Vernetzung der Informationsgesellschaft hat in vielerlei Hinsicht dazu beigetragen, dass Grenzen verschwinden und sich Völker mehr miteinander verbunden fühlen, als früher.

Der Fortschritt macht nirgendwo halt

Heute sind Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer gut behandelbar. Früher glichen Krankheiten einem Todesurteil, dem man kaum etwas entgegenzusetzen hatte. Querschnittsgelähmte Menschen können mit speziellen Apparaturen wieder gehen oder sich verständlich machen. Sportereignisse werden zeitnah aus der ganzen Welt übertragen und wer Lust auf ein Live-Erlebnis hat, kann sich die Karten hierfür einfach im Internet kaufen. In vielen Bereichen sind Märkte entstanden, die Monopol-Strukturen aufweichen und für günstigere Preise sorgen. So hat man heute nicht mehr nur die Wahl zwischen einem Betriebssystem, um ordentlich zu arbeiten, im Internet zu surfen oder Spiele zu spielen. Und heute ist es auch nicht mehr nur die Lufthansa, mit der man relativ teuer im In- oder Ausland fliegen kann. Die Marktwirtschaft hat viele Produkte günstiger und besser gemacht. Dinge, die früher eben nicht so waren. Als die Deutsche Telekom noch ein Staatsunternehmen war und etliche Preise für verschiedene Tageszeiten anbot, die auch im Vergleich zu heute viel teurer waren.

Mehr Aufwand führt zu höheren Kosten

Wechseln wir zur Medienlandschaft. Selbstverständlich sind Kino und DVDs teurer geworden, weil der Aufwand für die Schaffung dieser Filmwerke viel größer geworden ist. Nur zum Vergleich: der Film Ben-Hur aus dem Jahr 1925 hat damals gerade mal rund vier Millionen Dollar gekostet. Superman aus dem Jahre 1978 schon 55 Millionen Dollar und Fluch der Karibik III aus dem Jahr 2007 schon satte 300 Millionen Dollar. Dafür haben wir heute ein viel größeres und gewaltigeres Filmspektakel zu erwarten, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Es gibt im Bereich der Medien aber auch positive Beispiele: So kostet ein gesamtes Album einer neuen oder alten Band heute kaum noch mehr als zehn Euro. Vor zehn bis zwanzig Jahren musste man durchaus das Doppelte dafür hinlegen. Nachwuchskünstler haben durch das Internet die Möglichkeit, sich zu promoten und einen großen Bekanntheitsgrad zu erreichen, ohne auf das Glück warten zu müssen, dass ein Label auf sie aufmerksam wird.

Jeder hat seine Vorstellungen, warum es früher besser war

Wenn ich heute an meine Jugend zurückdenke, die rund 15-20 Jahre zurückliegt, so sehne auch ich mich zumeist an die guten alten Zeiten zurück. In dieser Erinnerung spielen jedoch meistens besondere Erlebnisse eine Rolle und nicht die gesamte damalige Zeit. So bin ich noch heute ein großer Fan von Saber Rider, Bravestarr, Thundercats oder Galasy Rangers. Auch habe ich früher gerne Tischtennis gespielt und verbinde damit noch heute schöne Erlebnisse. Aber ich weiß eben auch, dass ich damals keine Privatprogramme hatte und mich nur mit ARD, ZDF und einigen Dritten Programmen herumschlagen musste. Wenn wir draußen waren, konnten wir im Fall der Fälle nicht per Handy Hilfe holen. Aber auch Nachrichten wurden selten hinterfragt: Das, was wir im Fernsehen sahen, war eben so. Das würde schon so stimmen.

Fortschritt ist, was jeder selber daraus macht

Gleichzeitig liegt es in der Verantwortung von uns allen, dass der Fortschritt nicht unsere Traditionen ersetzt bzw. Grundrechte aufhebt. Ich erlebe mehr und mehr Menschen, die sich in einer virtuellen Umgebung wohler fühlen als an einem schönen Abend mit Freunden und Familie. Organisationen wie die Wikipedia, Spartensender aber auch alternative Parteien wie beispielsweise die Piratenpartei kämpfen darum, dass Fortschritt nicht gleichzeitig Abhängigkeit bedeutet. Abhängigkeit von nur einer Gruppe von Außerwählten die bestimmen, welche Informationen wir zu sehen bekommen und in welchem Kontext wir sie verstehen sollen. Ich kann mich heute informieren über die Themen, die uns alle angehen und aktiv Einfluss nehmen. Und dieser Einfluss muss nicht immer bedeuten, dass ich auf Demonstrationen gehen muss oder mein Glück in der Politik versuchen sollte. Es reicht, wenn jeder über Geschehnisse schreibt, die ihn beschäftigen und mit anderen Menschen darüber redet. Ob nun im persönlichen Gespräch oder aber über den virtuellen Kontakt.

Eine perfekte Gesellschaft gibt es nicht

Seien wir mal ehrlich: Wer von euch, die gerade diesen Artikel lesen, würden einfach so auf das Internet verzichten wollen? Auf die Möglichkeit, seine Augen lasern zu lassen oder sich über Wikileaks über politisch kontroverse Inhalte austauschen zu können? Um die Gegenwart so zu gestalten, wie man sie gerne hätte, muss man sie mitgestalten. Und etwas tun, anstatt nur darüber zu reden. Leider hat es sich heute eingebürgert, über Themen nur zu reden aber selbst nichts zu tun – eben, es anderen zu überlassen. Und so kann das natürlich nicht funktionieren. Zukunft ist, was jeder Einzelne daraus für sich macht und für sich selber akzeptiert. Ich persönlich empfinde die heutige Zeit als unglaublich toll. Sicher, sie hat Ecken und Kanten und über manche Dinge rege ich mich auf aber eine perfekte Gesellschaft wäre ja auch irgendwie langweilig. Oder gefährlich. Je nachdem, wer diese Zukunft gestaltet hat 😉

Aber jetzt mal Butter bei de Fische: Welche Filme, Serien und Erlebnisse haben eure Kindheit maßgeblich beeinflusst? Und was gefällt euch heute besser, als es früher war? Erzählt uns davon. Wir sind gespannt.

(Alper Iseri)


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Über den Autor

Ehemalige BASIC thinking Autoren

Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.

24 Kommentare

  • dein thema füllt ganze bücher.

    es gab immer die generation, die ihre besser fand. werden wir wohl auch so machen.
    es tut sich aber momentan sehr sehr viel.
    wir leben unsicherer im kleinen in unserer umgebung (u-bahn schläger, bombenanschläge), lassen unsere kinder nicht mehr kilometerweit selbst zu schule gehen. dafür ist der kalte krieg vorüber, wir müssen keinen krieg in unserer unmittelbaren umgebung fürchten.

    wir können viele krankheiten heilen, verursachen durch unseren lebensstil aber auch viele vermeidbare krankheiten. unser gesundheitssystem ist einseitig aufgebläht. unsere staatlich einbezahlten rentenbeiträge reichen nicht mehr, wie müssen zusätzlich vorsorgen. wir holzen die urwälder ab. wir fischen die meere leer. 1000 beispiele mehr.

    jeder macht sich seine sicht der generationen und pickt sich seins heraus. es war nie schwarz oder weiss, gut oder schlecht. das leben spielt sich immer zwischen den beiden polen ab.

  • Danke für den Artikel! Ich kann dieses „früher war alles besser“-Gejammer auch nicht hören. Wer die heutigen Möglichkeiten zu nutzen weiß, der wird sich wohl kaum frühere Jahrzehnte zurückwünschen.

    Ich muss sagen, dass ich ich mir nur sehr wenig aus meiner Kindheit zurückwünsche. Viele Filme und Serien, die ich damals gut fand, sind eigentlich nur noch in der Erinnerung gut und verlieren ganz stark, wenn ich sie heute nochmal sehe. Auch die aktuelle Musik gefällt mir viel besser als die aus meiner Teenagerzeit – auch weil ich heute viel bessere Möglichkeiten habe, das zu finden, was mich interessiert.

    Kürzlich war ich auf einer privaten 80er-Party, wo natürlich auch viel über die 80er geredet wurde. Das war zwar lustig, aber ich wünsche mir nichts davon ernsthaft zurück.

  • „Früher war alles besser.“ Klar war es das. Um emotional nicht abzusinken, steuert unser Gehirn die Erinnerungen so, dass uns die positiven Eindrücke noch positiver vorkommen und die negativen mit der Zeit verblassen. Reifenpanne auf dem Weg in den Italienurlaub? Die meiste Zeit Regenwetter beim Campingurlaub? Mit etwas zeitlichem Abstand erzählen wir durchaus positiv davon und erwähnen das, was uns damals eigentlich den Urlaub vermiest hat, nur noch in Nebensätzen. Gleiches gilt für Fernsehserien im ARD-Vorabendprogramm (war das nicht immer um 17:25 Uhr?) und alle anderen Erinnerungen.

    Natürlich ist die heutige Zeit durch die so genannten neuen Medien schnelllebiger und die Welt kleiner geworden. Es fällt uns merklich schwerer aus der Informationsflut „unsere“ Informationen heraus zu fischen. Aber bekanntlich nutzt der Mensch nur 20% seines Gehirns. Da ist also noch viel Potenzial und viel Platz für noch mehr Informationen.

    Ich mag die Jetzt-Zeit. Und ich werde sie auch in 20 Jahren mögen. Im Moment sitze ich mit einem Kaffee auf einer Bank am Rhein und tippe diese Zeilen in mein iPhone. Wer hätte das vor wenigen Jahren gedacht? Ich nicht.

    Frohe Ostern!

  • Ich glaube sowohl dieses „Früher war alles besser“- als auch das „Ach, die Jugend von heutzutage…“-Gerede ist nie wegzubekommen: Ich hatte irgendwann mal im Lateinunterricht ein Text von Seneca (oder Plinius oder Cicero oder sonstwem… so genau weiß ich das nicht mehr), der schon damals sowas gemeint hat, dass die Jugend nicht mehr die Wert- und Moralvorstellungen hätte, die erstrebenswert wären… Das heißt: Entweder wird die Welt seit tausenden von Jahren zusehends schlechter (was im Gegenzug bedeuten würde, dass es mal irgendwann, im Jahre -500.000 oder so, eine perfekte Welt gegeben haben muss) oder die Kindheit und Jugend wird allgemein als „besser“ als die Gegenwart eingeschätzt. Letzteres ist wohl wahrscheinlicher. 😉
    Ich denke, um ehrlich zu sein, dass sich die Welt einfach verändert und nicht besser oder schlechter wird. Neue Möglichkeiten bringen neue Risiken mit sich oder fordern mehr Eigenverantwortung. Wir müssen nicht mehr hungern, weil das Angebot an Lebensmitteln nie knapp wird, aber gleichzeitig gibt es Gründe, warum es nicht mehr knapp wird (die angesprochene Überfischung bspw.), und es birgt Risiken wie Fettsucht (jeder kennt die Berichte über die heutigen Kinder, die allesamt zu fett sind, etc.). Wir haben keine (oder nur noch wenige) Kriege, weil wir „dank“ der Globalisierung allesamt wirtschaftlich voneinander abhängig sind, beuten aber auf der anderen Seite Länder und Menschen für unseren Vorteil aus usw. Die Filme werden bombastischer, verlieren aber zum Teil an Charakter… Und so weiter und so fort.
    Das Internet ist natürlich immer ein schönes Beispiel für technischen Fortschritt, der den Zugang zu Informationen erleichtert und unglaubliche Möglichkeiten bietet. Aber damit taucht u.a. ein neues Phänomen auf: „Seien wir mal ehrlich: Wer von euch, die gerade diesen Artikel lesen, würden einfach so auf das Internet verzichten wollen?“ – Internetsucht oder -abhängigkeit (um nur mal ein Beispiel der negativen Konsequenzen zu nennen).
    Ach, ja – zur eigentlichen Frage: Ich hatte zwar auch schon einige nostaligische „Hach, früher war das so und so…“-Schwärm-Momente, aber alles in allem ist es doch gut, dass es heute Spongebob und Twitter gibt! 😉
    Ich sag nur: Ying-Yang!

    Frohe Ostern!

    Edit: Ups, so lang sollte das gar nicht werden…!

  • Ihr hört einfach nur die falschen Radiosender. Ich höre Deutschlandfunk, und wenn die Abends ihren schrecklichen Jazz bringen, schalte ich um auf InfoRadio vom RBB.
    Musik gibts von der CD – genau die, die ich will, wann ich will und in welcher Reihenfolge ich will… 🙂

  • Jede Zeit hat Vor- und Nachteile, technisch gesehen ist heutzutage wirklich vieles besser als früher. Als Fan von Zeichentrickfilmen, ich muss sagen es gibt nichts besseres als die Gummibärenbande, an die ich mich gerne zurück erinnere. Auch He-Man, Spiderman und co. gehören zu den Helden meiner Kindheit. Gerade in diesem Bereich, gefallen mir die heutigen Zeichentrickserien deutlich weniger. Aber auch hier gibts natürlich Ausnahmen. Und ja immer mehr Menschen verstecken sich hinter dem Bildschirm. Weiß noch jemand, was es heißt zu Wandern? 😀

  • Der Grundtenor mag richtug sein, die Beispiele aber danebengegriffen.

    Heute sind Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer gut behandelbar. Behandelbar oder erfolgreich behandelbar? Tatsache ist, dass für die meisten Krebserkrankungen und auch Alzheimer Demenz die Behandungsoptionen sehr begrenzt sind. Da kann mal schnell 4.000 Euro für ein Medikament ausgegeben werden, dass die Überlebebenswahrscheinlichkeit um 2 Monate verlängert. Erfolge sehen anders aus.

    Film Ben-Hur aus dem Jahr 1925 hat damals gerade mal rund vier Millionen Dollar gekostet. … Fluch der Karibik III aus dem Jahr 2007 schon satte 300 Millionen Dollar. Die Kosten zu den damaligen Preisen waren durchaus vergleichbar. So kostete damals ein Ford Modell T („Thin Lizzy“) 850 Dollar, was in heutiger Kaufkraft 19.000 Dollar entspricht. Wenn man dann noch die heute absurden Schauspielergagen, Overhead-Kosten und Steuern einbezieht, wird nicht mehr in die Filme gesteckt als damals. Nicht der Aufwand führt zu höheren Kosten, sondern die schlechteren und aufwändigeren („Verwertungskette“) Möglichkeiten das Geld wieder reinzuholen erhöhen die Preise für den Zuschauer.

    Oder die Sache mit dem Album. 10 Euro für die CD/downloadt ist eher ein Schnäppchen. Realistisch sind 15 Euro. Dagegen haben Platten nie mehr als 25 DM gekostet. Kaufkraft bereinigt also vergleichbar. Bei Singles könnte man es ähnlich sehen. für 5 DM hat man eine Singel mit 2 Songs (A- und B-Seite) bekommen. Heute kostet ein download 0,99 bis 1,50 Euro.

    Die Möglichkeit als Nachwuchskünstler sich im Internet zu vermarkten sind eher theoretischer Natur. Soll der Interpret/Sänger/Band Musik machen oder seine Zeit mit Vermarkten verbringen? Die Beispiele für einen erfolgreiche Karriere, die im Internet gestartet ist, sind sehr überschaubar, angesichts der hundertausende Myspace Musiker-Profile.

    An den Beispielen sieht man, dass das Leben komplexer geworden ist. Es gibt keine einfachen Erklärungen und Lösungen mehr. Mitgestalten ist schön und möglicherweise einfacher als früher, nur ist vieles zur Beschäftigungstherapie geworden. Die echten Einflussmöglichkeiten sind eher kleiner geworden.

  • na na na, da lobt ein Blog etwas, ohne das es nicht existieren könnte…
    Obwohl ich zugegeben nicht der Meinung bin, dass frühger alles besser war… könnte aber auch daran liegen, dass man dem „Früher“, welches viele scheinbar mit Kindheit verbinden, gerade erst entschlüpft ist 🙂
    Aber beruhigend, zu wissen, ist ja: Auch erschreckende Gegenwart wird mal zur guten alten Zeit 🙂
    Sagte so auch mal irgendwann irgendein bekannter Mann, wer auch immer 😛

  • ach das waren noch Zeiten…kasette rein und dann seine Lieblingsliefer aufnehen. Und wehe, der olle Moderator hat während des Songs reingequatscht….ging gar nicht. Ich glaube aber auch das die heutige Technik und das Medium Internet, eine viel bessere Plattform für junge, unbekannte Künstler ist, um bekannt zu werden. Fazit: Früher war bei unseren Eltern schon alles besser und das werden auch mal unsere Kinder sagen wenn sie erwachsen sind. Aber das mit der Kasette war doch schon schön….LG

  • Die Zeiten ändern sich, werden aber weder besser noch schlechter. Es sind erst wir Menschen, die die Technologie für gute oder schlechte Zwecke einsetzen. Mit dem Internet z.B kann man viel Blödsinn anstellen, dennoch ermöglich es eine Form der Kommunikation, Informationsbeschaffung und Meinungsäußerung, die bisher noch nie dargewesen ist. Ich behaupte sogar, das ein freies Internet ein wichtiger Bestandteil unser Demokratie ist. Deswegen bringt es nichts, das Internet oder andere Erfindungen zu vergöttern bzw. zu verteufeln, sondern man sollte sich überlegen, wie man diese Errungenschaften am besten nutzen kann und wie man neue Probleme, die dadurch entstehen, lösen kann. Wenn man dies berücksichtigt ist unsere Welt meiner Meinung nach insgesamt besser als die frühere. Evolution halt, wer sich nicht anpasst, stirbt aus. Möge die Macht mit uns allen sein, auf dass wir nicht der dunklen Seite verfallen! 😉
    Ich merke gerade, ich habe zuviel Star Wars: Knights of the Old Republic gespielt…Super Spiel, nebenbei.

  • Eiei, heute weiß man wenigstens, dass Kinder in Afrika sterben, wird manipuliert von den Medien, bekommt einen Strafzettel, nur weil man mal 5 Km/h zu schnell gefahren ist. Vieles ist besser geworden, ja, da magst du recht haben, aber vieles ist auch einfach zu sehr bürokratisiert worden und zu viel Informationen tun auch niemandem gut 😉

  • Ich danke euch auch recht herzlich für den Artikel. Das ist glaube ich auch der Lieblingsspruch meiner Oma, wenn sie mir mal wieder sagt, „jung, früher war eh alles besser“
    Eure Artikel gefallen mir wirklich sehr gut und ihr führt den blog würdevoll weiter!

    Weiter so!!!

  • Ja damals war alles besser. Da gab es auch deutlich bessere Serien die die Unterhaltung ankurbelten. Heute ist fast alles nur noch Einheitsbrei. gut die TV Welt hat sich verändert und entwickelt, aber wo bleibt denn der Forstschritt? Ist er nur technisch zu bewundern, oder werden endlich mal wieder Innovative Serien gedreht?

    Sehr schade wie sich alles so verändert hat.

  • Klasse Beitrag! Kompliment!

    Die Essenz der Banalität liegt darin, daß meine Katzen aus den Siebzigern tot sind, die aus 2003 in Hamburg-Schnelsen weggelaufen sind und ich jetzt an der Nordsee zwei von 4 und 14 Jahren habe, von denen ich nicht weiß, wie lange sie mich begleiten werden.

    Der Preis für mein Kassettendeck Pioneer CT-S710 von rund 100 Euro vor ein paar Jahren steht in keiner Relation zu den circa 300 Audio-Kassetten, die ich gesammelt habe.

    Entsprechendes gilt für die 70 cm Langspielplatten mit einem Spitzen-Dual-Plattenspieler und einem Magnetsystem, für das ich über 400 DM hingeblättert habe.

    Besser? Nein! Anders!

    Sind wir nicht alle ein bißchen Christian?

    Hans
    bloggt alles mit Links, was recht ist.

  • „Die Marktwirtschaft hat viele Produkte günstiger und besser gemacht“

    Ist dafür nicht ehr der (technische) Fortschritt verantwortlich? Schließlich liegt es nicht an den BWL’er einer Finanzabteilung dass zum Beispiel Autos schneller und effizienter hergestellt werden können. Oder doch?

  • Was ist das mit den Kinofilmen denn bitte für eine Milchmännchenrechnung?
    noch nie was von Inflation gehört?
    Wenn der Film 1925 seine 4 Millionen gekostet hat kann man das doch nicht einfach z.B. den 300 Millionen 2007 vergleichen…
    Da kommt man dann, wenn man die Inflation drauf rechnet auf ca 50 Millionen!

  • Früher reiften Produkte über Jahre.
    Heute bilden sich kaum die Knospen.
    Technischer Fortschritt schön und gut. Ich brauch das nicht wirklich alles.
    Mag sein ich denk da mit meinen knapp 36 Lenzen ein bisschen falsch, aber ich behaupte, zumindest viel zwischenmenschliches ist die letzten Jahre flöten gegangen.
    Ich kann da nur sagen Holla die Waldfee, Informationsgesellschaft, prima, aber auf Twitter und Co. hab ich nicht gerade gewartet.
    Harleys klangen früher auch besser…..
    Ich habe nicht den Eindruck das ein Prozentsatz größer 10 an mündigen Bürgen in der Lage ist sich heute überhaupt die Informationen selber zusammenzusuchen die Ihm da so häppchenweise im web2 vorgeworfen werden.
    Die c’t ist nicht mehr ganz so prickelnd, kann aber auch sein das ich mich da irre.
    Vieles ist anders als „früher“, besser nicht unbedingt.
    VHS jedenfalls vermisse ich nicht. Tapes definitiv auch nicht.
    „Früher“ ist ja auch für jeden altersabhängig eine andere zeitliche Epoche.
    (so zwischen 6. und 14. Lebensjahr?)
    Abschließend: Bin gestern laufend und leicht alkoholisiert nach Hause. Ich bin mir ganz sicher das ging früher mal besser.

    Edit: Fast vergessen, Filme und beeinflusst:
    Colt Seavers. Kaum eine Teil verpasst.
    (Das erzählt man heute lieber keinem mehr….)

  • In den 60ern lag die Arbeitslosenquote in Deutschland unter 2 Prozent, heute liegt sie bei 10! 1950 hatten wir ein BIP-Wachstum von 10 Prozent, im Jahre 2003 lag es bei minus 0,1 Prozent. Wir haben 7 Millionen Hartz-IV-Empfänger. Das sind fast 20 Prozent – also jeder Fünfte – der Erwerbsfähigen. Ich weiss nicht, was daran besser ist. Das reisst auch die tolle Kommunikationstechnologie nicht raus. Wir hatten früher kein Internet, kein Handy und waren trotzdem glücklich und vor allem nicht so fett. 🙂 Heute expandieren Europa und NATO gen Osten. Wir führen Krieg in Afghanistan. Und nur Schröder hat uns damals vor dem Irak-Feldzug bewahrt, was vielleicht das einzig Positive in seiner Amtszeit war. Deutschland ist im europäischen Vergleich nicht mal mehr Mittelmass und unser Bildungssystem ist eine Katastrophe, vom Gesundheitssystem ganz zu schweigen. Seit 60 Jahren ist Deutschlands Wirtschaftswachstum im Abwärtstrend und keiner hat was dagegen unternommen. Die dramatischen Auswirkungen der Konsumgesellschaft auf die Demographie zeichnen sich bereits ab. Ich bin daher sicher auch in Zukunft werden wir sagen können:“Früher war alles besser.“

    Und ja, die gute alte analoge Vinyl hatte wesentlich mehr Klangvolumen und -qualität als das digitale komprimierte Zeuch von heute, Röhrenverstärker inklusive.

  • Zudem Thema hat mich ein Mann ganz arg geprägt, leider in negativer Richtung. Vor wenigen Jahren bei meiner Abitruverabschiedung hielt traditionsgemäß ein ehemaliger Absolvent der Schule eine Ansprache.
    Er absolvierte das Notabitur zu NS-Zeiten und wurde zum Krieg einberufen.
    Nachdem er uns an seinen tragischen Erinnerungen teilhaben lies, seine gefallenen Klassenkameraden ehrte und weiter in seiner Kurzbiografie vorangeschritten war, ließ er sinngemäß diesen Satz von sich:

    „…doch wünsche ich nun (den Anwesenden) das Beste für ihre Zukunft, denn sie leben in einer turbulenten Zeit und ich würde nicht mit ihnen tauschen wollen“

    Angesichts der Glaubhaftigkeit seiner Rede (und nein, er ist kein NS-Sympathisant), gibt mir dieser Satz in seiner scheinbaren Widersprüchlichkeit zu den geschilderten Ereignissen bis heute zu denken.

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