Angst vor weiteren Strafzahlungen: Microsoft streicht Internet Explorer aus Windows 7

Michael Friedrichs

internet-explorerEine überraschende Wende in Sachen Internet Explorer hat Microsoft-Justiziar Dave Heiner eingeläutet. Im Unternehmensblog hat er jetzt Gerüchte bestätigt, wonach der Softwareriese beschlossen habe, den Vista-Nachfolger Windows 7 (Verkaufsstart am 22. Oktober) in Europa ohne den hauseigenen Browser auszuliefern. Als Grund für die plötzliche Kehrtwende gibt der Jurist drohende Strafzahlungen durch die EU-Wettbewerbshüter an. Deshalb werde der Internet Explorer in allen europäischen Ländern separat angeboten. Bisher verweigerte Microsoft die Trennung von Browser und Betriebssystem mit dem Hinweis, dass der Internet Explorer ein fester Bestandteil von Windows sei.

In den letzten Jahren hat Microsoft deswegen rund 1,7 Milliarden Euro an die Kartellbehörde der Europäischen Union gezahlt. Kein Wunder also, dass das Unternehmen künftig von weiteren Strafzahlungen Abstand nehmen will. Die einfache Trennung von Browser und Betriebssystem geht den Konkurrenten allerdings nicht weit genug. Sie fordern jetzt, dass künftig auf jedem verkauften Windows-Rechner gleich eine ganze Auswahl an Browsern vorinstalliert werde und die Verbraucher so die freie Wahl zwischen einem Browser hätten.

In meinen Augen ist die Forderung von Mozilla & Co. eigentlich völliger Blödsinn, wenn ich daran denke, dass bei einem neuen PC sowie allerhand unnützer Software aufgespielt ist. Statt einem Browser müsste ich dann künftig drei bis vier Browser deinstallieren. Da kommt Freude auf. Ist es nicht so, dass viele Verbraucher in der Regel sowieso den Browser nutzen, mit dem vor einem PC-Neukauf bereits gearbeitet haben?

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(Michael Friedrichs)

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Michael Friedrichs hat als Redakteur für BASIC thinking im Jahr 2009 fast 400 Artikel veröffentlicht.