44.000 Dollar und ein MacBook: So viel ist das Leben eines Apple-Fabrikarbeiters wert

Michael Friedrichs

foxconnIn der vergangenen Woche sorgte der tragische Tod eines chinesischen Fabrikarbeiters weltweit für Schlagzeilen. Normalerweise wäre dies lediglich eine Meldung für die lokale Tageszeitung gewesen, wenn der 25-jährige Angestellte nicht für Foxconn gearbeitet hätte. Eben jenem Unternehmen, das im Auftrag von Apple jede Menge aktuelle iPod- und iPhone-Modelle produziert. Gerüchten zufolge hatte der Fabrikarbeiter den Auftrag, insgesamt 16 Prototypen eines neuen iPhone an Apple zu übergeben. Der Auftrag nahm eine fatale Wendung, als bei der Auslieferung ein Gerät spurlos verschwand.

Um es kurz zu machen: Apple war verständlicherweise wenig begeistert über den Verlust, ebenso wenig wie der Foxconn-Chef. Interne Ermittlungen wurden aufgenommen und schnell geriet der eigene Mitarbeiter unter Tatverdacht. Seine Wohnung wurde durchsucht. Stundenlange Verhöre folgten. Nach Aussagen von Freunden wurde der Mitarbeiter auch misshandelt. Zu viel für den jungen Mann: Am nächsten Morgen sprang der 25-Jährige aus dem 12. Stockwerk seines Wohnhauses in den Tod.

Nachdem der Fall durch die Medien geisterte und Kritik an der IT-Fabrik laut wurde, meldete sich schließlich auch Apple zu Wort. Man bedauere den Selbstmord des Fabrikarbeiters. Zudem lege man sehr viel Wert darauf, dass Mitarbeiter mit Würde und Respekt behandelt werden. Diese Maßstäbe würden auch für Apple-Zulieferunternehmen gelten.

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Auch ein Sprecher des chinesischen Unternehmens hat sich geäußert. Er betonte, dass der interne Sicherheitsdienst den Mitarbeiter nicht misshandelt habe. Natürlich bedauere Foxconn den Tod des jungen Mannes und wolle den Hinterbliebenen unbürokratisch und schnell unter die Arme greifen. Eigentlich eine noble Geste eines zufriedenen Arbeitgebers – in diesem Fall dürfte allerding die Verbesserung des eigenen Rufs im Vordergrund stehen. Mehreren Berichten zufolge sieht es mit den Arbeitsbedingungen in der Fabrik nicht besonders gut aus. Sogar von Menschenrechtsverletzungen ist die Rede.

Wie die New York Times jetzt erfahren hat, hat Foxconn sein Versprechen wahr gemacht und der trauernden Familie geholfen. Demnach hat der Bruder des toten Mitarbeiters umgerechnet 44.000 US-Dollar Schweigegeld erhalten. Für die Freundin gab es lediglich ein neues Apple MacBook. Rückfragen diesbezüglich wurden übrigens verhindert – vom Foxconn-Sicherheitsdienst.

Via: Valleywag

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(Michael Friedrichs / Foto: China Labor Watch)

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Michael Friedrichs hat als Redakteur für BASIC thinking im Jahr 2009 fast 400 Artikel veröffentlicht.