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Je niedriger der Schulabschluss, desto weniger wird gezockt (sagt Bitkom)

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Hehe, da wir heute schon mit Fragen zur Bildung losgelegt haben, gibt es hier noch einen kleinen Infohappen, der sich speziell an die Gamer unter euch richtet: Offenbar hat der angestrebte oder erworbene Schulabschluss großen Einfluss auf das Spielverhalten. Das zumindest behauptet der Bitkom – und bei soviel Studien und Umfragen, die der Verband täglich raushaut, muss es ja stimmen. Also, hier das Ergebnis im Detail: Insgesamt wurden 1.002 Personen über 14 Jahren telefonisch befragt. Dabei kam heraus, dass fast jeder dritte Abiturient zockt – bei den Hauptschülern sei es nur jeder fünfte. Das kurze Fazit des Bitkom: „Mit dem Bildungsniveau wächst die Neigung zu Computerspielen.“ Unterstützt wird die These mit der neu gewonnenen Erkenntnis, dass ein ähnliches Verhältnis auch im Konsolensektor herrsche: Jeder elfte Gymnasiast besitze eine – bei den Hauptschülern sei es nur jeder zwanzigste.

Die Umfrage wurde übrigens im Vorfeld der Games Convention durchgeführt, die in wenigen Stunden in Leipzig beginnt. Wahrscheinlich wird das ein wahres Akademikertreffen…

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

19 Kommentare

  • Von der selektiven Wahnehmung mal abgesehen: Das Problem ist, dass die intelligenten Spieler einfach nicht auffallen, die geistig umnachteten dagegen jede Chance nutzen sich in den Vordergrund zu stellen.

  • Nunja, vielleicht haben die Kids in der Realschule auch Eltern mit Realschulabschluss oder weniger. Und die hängen dann an der Mutterbrust von Hartz4 und haben keine Kohle um ihren Kindern die tollsten und neuesten Konsolen/Computer zu kaufen.

  • je niedriger der schulabschluss desto mehr wird youtube gekuckt. zumindest hat man den eindruck wenn man sich auf dem iphone die meistgesehenen videos des tages anschaut.

  • Ich würde da die Sichtweise von #3 (christian) unterstützen.

    Ähnliche (fiktive) Studie: 1.000 Menschen über 18 Jahren wurden nach dem Fahrzeug befragt, das sie derzeit besitzen. Ergebnis der Studie: Offensichtlich wollen Menschen aus lohnschwachen oder mittelständischen Familien keine teuren Spitzen-Sportwagen fahren.

    Kurz gesagt: Wer sich die notwendige Hardware für aktuelle Computerspiele nicht leisten kann, wird auch nicht spielen. Die Neigung zu Computerspielen am Bildungsniveau festzumachen halte ich für ziemlich naiv, weil es die technischen Möglichkeiten durch die Sozialbedingungen ignoriert. Nachweislich (hab grad keinen Link zu einer Studie parat) korreliert das Bildungsniveau positiv mit dem Sozialniveau.

  • Was haltet ihr von folgendem Schluss aus der Studie:

    Zocken macht leistungsfähiger und sorgt so für ein höheres Bildungsniveau. Daher zocken mehr Abiturienten.

    Ich finde das ehrlich gesagt selbst ein bisschen paradox, aber das ist genauso schwammig wie wenn man sagt „Mit dem Bildungsniveau wächst die Neigung zu Computerspielen.“

    Im Endeffekt sehe ich das Fazit der Studie nicht ganz faktisch belegt.

  • In gewisser Weise scheint es zustimmn. Der Nachbarsjunge hockt den ganzen Tag vorm PC (kann ich aus dem Gästezimmer sehen). Aber er ist soweit ich weiß Jahrgangsbester. Ich denke mal er lernt den ganzen Tag und versucht das mit einem Wowbildschirmhintergrund zu verheimlichen oder so.

  • das Abiturienten mehr Spielekonsolen haben als Hauptschüler, liegt unter anderem an dem höheren sozialen Status. Diese Kids können sich auch mehr leisten. Aber spielen die Abiturienten in Stunden gesehen, auf Einzelpersonen runter gerechnet, auch weniger als ein Hauptschüler, der eine Spielekonsole besitzt? Denn die Leute die ich kenne und eine Spielekonsole oder ähnliches besitzen, haben eine geringere Bildung, spielen aber viel mehr.

  • Vielleicht korrelliert Bildung ja auch nicht immer positiv mit Intelligenz, wie man am Beispiel von Paul gut feststellen kann – aber um mir nicht selbst ein Bein zu stellen, auch dies evtl. nur ein statistischer Ausreisser.

  • Naja, knapp über 1000 Befragte….
    Meiner Meinung nach nicht repräsentativ.
    Stimme auch mit Lenn’s Aussage überein.

  • Fabian, ohne wissen über das Verfahren nach dem die Teilnehmer ausgewählt wurden lässt sich eine solche Aussage nicht tätigen. 1000 befragte Jugendliche können durchaus repräsentativ sein.

    Zu den falschen Schlüssen, die aus den Zahlen gezogen wurden ist ja schon alles gesagt worden. Eine Abhängigkeit wie aus Bildung/Dummheit folgt Zocken oder umgekehrt kann daraus nicht abgelesen werden. Und der soziale Status spielt sicherlich eine Rolle.

  • Der Zusammenhang ist folgendermaßen zu erklären:

    1. Abiturienten neigen zu einem höheren sozioökonomischen Status. Eltern von Abiturienten wären in der Regel eher in Lage, ihrem Kind einen eigenen Computer oder eine Spielkonsole zu erwerben.

    2. Ist ein scheinbarer ZUSAMMENHANG keine WIRKUNG festgestellt worden. Weder führt Computerspielen zu guten Schulleistungen – was auch absurd wäre – noch führen gute Schulleistungen zu einer Neigung zu Computerspielen.

    3. Die Befragung wurde von einer Lobbyorganisation für Computerspiele durchgeführt, deren Interesse darin besteht, das Ansehen der Computerspielbranche zu erhöhen und ihren Gewinn zu maximieren.

    In unabhängigen Studien findet sich in der Regel kein solcher Zusammenhang. T. Quandt, J. Wimmer & J. Wolling stellen in ihrer sozialwissenschaftlichen Analyse „Die Computerspieler. Studien zur Nutzung von Computergames.“ fest, dass:

    „Hauptschüler häufiger als Realschüler und diese wiederum häufiger als Gymnasiasten Ihre Zeit mit Computerspielen verbringen. In nicht repräsentativen Studien haben viele der Befragten oft einen relativ hohen Bildungsabschluss, sodass teilweise verallgemeinernd vom „hochgebildeten“ Gamer die Rede ist“

    Die Zahlen der BITKOM-Studie, so selbstwertdienlich sie auch sein mögen, müssen also dringend infrage gestellt werden.

    Fassen wir zusammen:

    1. Der BESITZ von Computerspielen scheint mit einem höheren Bildungsgrad zusammenzuhängen (oft auf das Einkommen der Eltern zurückzuführen).

    2. Das SPIELEN scheint eher mit einem niedrigeren Bildungsgrad zusammenzuhängen.

  • Ich bin Gymnasiast und war noch nie Zocker, werde es auch nie (hoffentlich) sein. Aber ich kenne einige Gymnasiasten, die sehr wohl zocken

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