Der vergessene Blog der Deutschen Telekom

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Ich habe gerade meine alten Bookmark-Listen abgeklappert und bin dabei über ein kleines Schmuckstück gestolpert. Lasst es mich so sagen: Vodafone war nicht der erste Telco, der sich im Social Web versucht hat. Im Zuge der schmerzvollen Umbaumaßnahmen und des Personalabbaus zur Konzernrestrukturierung hatte die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr die Kampagne „Wir gestalten die Neue Telekom“ ins Leben gerufen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere daran – in einigen Tageszeitungen tauchten ganzseitige Anzeigen auf und an mindestens einem Tag spendierte die Telekom SpOn ein Branding. Die Online-Kanäle zeigten dabei alle in die Richtung eines frisch eingerichteten Blogs. Ein Blog!

Anders als Vodafone hat die Telekom allerdings keine Kommentare zugelassen. Wahrscheinlich aus gutem Grund, immerhin haben die Bonner eine größere Anzahl an… äh… mitteilungsbedürftigen Kunden, die Anbetracht der Post-Headlines in einen kreativen Höhenrausch geraten wären. Unter Titeln wie „Wie wird man Serviceweltmeister?“ oder „Wir machen dem Internet Beine“ gelobt René Obermann per Webcast höchstpersönlich Besserung. „Mit dem Mobilfunkstandard 3G präsentiert sich das Internet nun auch unterwegs in Breitbandgeschwindigkeit – wann, wo und wie lange man will. Und mit keinem anderen Handy lässt sich das derzeit besser erleben, als mit dem neuen iPhone“, verrät der Telekom-Chef. Ich sehe da gleich ein Dutzend Punkte, auf die Kunden angesprungen wären – hätten sie nur die Möglichkeit dazu gehabt.

Ich wollte den T-Blog hiermit nur noch einmal kurz in Erinnerung rufen, da er nach gut vier Monaten und zwölf Posts damals ja wieder in der Versenkung verschwunden ist und wahrscheinlich nicht einmal die Telekom davon noch Notiz nimmt. Vielleicht ist der Vergleich ganz hilfreich bei der Bewertung der aktuellen Vodafone-Kampagne.

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

17 Kommentare

  • Naja, wenn man nicht den „Jede PR ist gute PR“-Predigern glauben will, hat Telekom es doch noch ein bisschen besser gemacht. Ich an Vodafones Stelle wäre jedenfalls froh, wenn meine Marketing-Gags einfach so in Vergessenheit gerieten.
    Woran man dann wieder sieht, dass das Bessere eben doch nicht zwangsläufig der überlegene Feind des Guten ist.

  • witzig Nummer 4. Aber die Frage ist doch eigentlich. Wollen wir das überhaupt? Einen Blog der mir miteilt, dass ich kein Skype per iPhone benutzen kann? Auch die Modemfunktion wird blockiert?!!
    Nein ich will das nicht!

  • @Markis Also ich wuerde das Blog schon gern haben. Nur um zu sehen, dass die ganzen iPhone-Besitzer endlich mal ihren ganzen Frust in Richtung Telekom rauslassen.
    Das wird lustig. Aber natuerlich nur, wenn die T-Jungs auch mal ihre Kommentare freischalten. Alles andere waere feige.

  • Zwar bin ich kein Kunde der DTAG aber soweit ich aus meinem Bekanntenkreis deutlich erkenne, ist die Ideologie der Vorstände weit ab von der Praxis.

    Ein simples Beispiel: Eine junge Frau nutzt den Call&Surf Comfort Komplett-Anschluss in Version „2“ und da nun seit längerem kein Geheimnis mehr ist, das es mittlerweile Version „4“ von diesem Anschluss gibt, welcher auch noch etwas preiswerter ist, weigert sich der Service der DTAG permanent diesen günstigeren Tarif einzustellen weil es wohl momentan nicht möglich sei. Resultat: Die Kundin schaut logischerweise nach alternativen Angeboten und wird mit großer Warscheinlichkeit wechseln, weil man bei verschiedenen Anbietern eben vergleichbare Anschlüsse für fast die Hälfte der Grundgebühr erhält.

    Nun könnte man meinen – ja ist halt 1 Kundin … aber sofern ihr künftiger Anbieter zum halben preis vergleichbare Qualität bietet wird sie es ihren Freunden, Bekannten und Kollegen weiterempfehlen und das machen sehr viele andere ebenso. Und genau das sehen die verantwortlich der DTAG nicht oder wollen es nicht sehen.

    Noch problematischer wird es bei den sogenannten Regionalpreisgebieten, wo Kunden nochmals um 5 Euro weniger zahlen als der Standardpreis wäre. Der preisunterschied zum oben genannten Bsp. ist dann schon 10 Euro / Monat und für die mehrheit der Menschen in D ist das viel Geld.

    Zum Telekom-Blog: Schick aber leider ohne Kommentarfunktion. Mehr Transparenz und mehr kundenorientierte Kommunikation wäre einmal mehr ein echter Fortschritt oder ein Schritt in Richtung Kunde.

  • Das ist ja mal so nach dem Motto ich schreibe was und danach ist es mir egal was die leute darüber denken…

  • alles nett geschrieben, aber der Link: frisch eingerichteten Blog führt bei mir zu einer 404 Seite.
    Könnte aber auch sein das ich nicht mit Telekom surfe und mein Browser die Telekom auch nicht mag.
    Gruß aus dem Norden von
    Thomas

  • the times they are a changing – inzw. darf fröhlich kommentiert werden bei der neuen telekom und freundliche menschen von eben dieser antworten sogar darauf. vielleicht sollte man seine alltags-telekom-probleme in zukunft gleich auf der neuen seite äußern, um da dann schnell geholfen zu werden?!

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