Facebook führt neue Privatsphäre-Richtlinien ein

André Vatter

facebookPassiert gerade viel im Sektor der sozialen Netzwerke – oder kommt nur mir das so vor? Vor wenigen Sekunden erreichte uns eine Pressemitteilung von Facebook: Grund sind die Vorschläge des kanadischen Datenschutzbeauftragten, der jetzt seit einem Jahr das Treiben auf der Plattform unter die Lupe nimmt. In der Mitteilung ist von „einer Reihe von Empfehlungen“ die Rede, die Facebook aufgedrückt bekommen hat und innerhalb der kommenden Monaten umzusetzen gedenkt. Ich überspringe den PR-Schwall, der sich eingehend mit der entspannten Beziehung zwischen Datenschützer und dem Netzwerk beschäftigt, und komme gleich zum Wesentlichen – denn die Änderungen werden auch für deutsche Nutzer Konsequenzen haben:

1. Die Privatsphäre-Richtlinien sollen neu – das heißt – verständlicher geschrieben werden. Warum muss ich mein Geburtsdatum angeben? Was ist der Unterschied zwischen einem gelöschten und einem deaktivierten Konto?

2. Facebook wird regelmäßig bei den Nutzern anklopfen und sie bitten, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

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3. Vor allem im Zusammenhang mit Drittanbietern, deren Apps genutzt werden, soll es mehr Transparenz geben: Dazu will Facebook ein neues Modell für Zugriffsrechte einführen, dass Anwendungen dazu verpflichtet, die Informationskategorien zu benennen, auf die sie Zugriff wünschen. Daneben ist mehrfach das Einverständnis des Nutzers einzuholen: andernfalls werden die eigenen Daten und Informationen über Freunde nicht freigegeben.

Facebook beginnt in diesen Stunden mit den Änderungen, kündigt aber gleichzeitig an, dass es eine Weile dauern kann, „bis sie sichtbar werden“. Außerdem müssen Korrekturen an den Privatsphäre-Richtlinien erst von den Nutzern abgesegnet werden – was wiederum Zeit kostet. Auch die neue API, über die Nutzer den Miniprogrammen ihre Daten freigeben können, muss erst noch entwickelt und getestet werden. Pi mal Daumen wird der gesamte Prozess etwa ein weiteres Jahr dauern, heißt es in der Mitteilung. Ethan Beard, Director of Platform Product Marketing, sagt dazu:

Wir werden uns regelmäßig mit den Entwicklern über die Veränderungen austauschen und ihnen ausreichend Zeit geben, sich mit den Neuerungen auseinanderzusetzen und sich anzupassen. Außerdem werden wir uns die Zeit nehmen um sicherzustellen, dass die Nutzer das Ergebnis nachvollziehen können.

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.