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Nach Netzneutralität-Order: Skype will zurück in das UMTS-Netz

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Bei so was ist Skype natürlich fix dabei – wenn ein Gerichtsverfahren ins Haus steht, kann sich die Reaktion auch schon mal um ein paar Monate verzögern. Nur einen Tag, nachdem Obama die US-Bundesnetzagentur FCC angewiesen hat, den Internet- und Mobilfunk-Providern die Daumenschrauben anzulegen, um keine (teure) Hierarchisierung des Internet-Traffic vorzunehmen, prescht der VoIP-Dienst vor.

Zum Hintergrund: Bislang war es ja so, dass Skype beinahe überall auf dem Erdball von Telcos ausgesperrt wurde. Wer VoIP auf seinem Handy nutzen möchte, muss sich auf das stationäre WLAN verlassen. Warum? Nun, Anbieter wie die Telekom behaupten, dass Sprachdienste per UMTS soviel Traffic verursachen, dass das Mobilfunknetz in die Knie gehen würde. Deshalb, liebe Kunden, müsse man verstehen, dass für eine solche Mehrbelastung auch Mehrgebühren (aktuelle Übersicht) fällig werden. Dieser Form der Internetsteuer für bestimmte Online-Dienste oder -Angebote werden die Amerikaner also in Kürze einen Riegel vorschieben: in Deutschland ist das muntere Zerpflücken dessen, was einmal Internet genannt wurde, weiterhin gestattet.

Skype wittert nun seine Chance, als günstige Alternative für Telefonate auf das Handy zurückzukehren. Dazu will CEO Josh Silverman heute Abend auf einer Veranstaltung eine Rede vor Branchenvertretern halten, unter denen unter anderem auch der FCC-Vorsitzende Julius Genachowski sitzen wird. „Die meisten Leute wollen Skype auch über das mobile Breitbandnetz nutzen“, sagte Silverman im Vorfeld des Events. „Wir wollen die Telcos aus dem Weg haben!“ Die App für das iPhone wurde alleine bis Juli weltweit rund vier Millionen Mal heruntergeladen. Der Gebrauch von Skype auf dem Apple-Handy sei bereits „ziemlich gut“ – er wäre jedoch noch immer mit Handschellen gefesselt. „Dies ist ein Internet – und es ist völlig egal, welche Art des Zugangs oder welches Gerät du dafür benutzt“, so Silverman.


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In Deutschland scheint der Trend zur Netzmaut erst einmal gefestigt zu sein. Wer sich mehr über die Hintergründe des Streits und das Thema Netzneutralität im Allgemeinen informieren möchte, kann im Anschluss noch ein aktuelles Videointerview mit Silverman finden.

(André Vatter)

Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

11 Kommentare

  • Ja, mich nervt T-Mobile gerade tierisch. Und für 20 Euro zusätzlich VoIP anzubieten ist auch eine Frechheit. O2 hat es meiner Meinung nach erkannt, da kann man alles mitnutzen – die Chance für die kleineren Anbieter. Nur dumm, dass man immer 24-Monatsverträge abschließt. Da ist natürlich auch die Rückmeldequote für ein Unternehmen von „Scheisse gebaut und schon gehen die Kündigungen hoch“ eben nicht gegeben.

  • Ich finde, es ist eine Frechheit neben UMTS zusätzlich zahlen muss, um VoIP nutzen zu können. Wie bereits angesprochen ist immer eine Vertragsbindung dazugehörig, sodass es sich für einen Kunden wirklich lohnen muss, bis zu 50 Euro jeden Monat auszugeben. Ich finde diese Mini-PC-Handys klasse – ich glaube iGo heißen die. Bei Vertragsabschluss ist ICQ, Skype und die anderen Messenger immer inklusive.

  • Ich finde hier wird ein Problem geregelt, dass es ohne staatlichen Interventionismus nicht geben würde.

    Die hohen Kosten für mobile Telekomunikationsdienstleistungen liegen an der Marktstruktur dir wiederum politisch gemacht ist. Ohne 100Mrd. Versteigerungen für Mobilfunklizenzen, bei der Anbieter dann auch noch mehr als eine Lizenz erwerben können muss sich niemand über Oligopole und hohe Preise wundern.

    Wenn der Staat sich fragt, wie ich aus so einer Versteigerung das meiste rausholen kann dann stellt er die falsche Frage. Die Frage hätte eigentlich lauten müssen, wie schaffe ich Wettbewerb um den Bürgern niedrige Preise zu ermöglichen.

  • Finde auch das es der falsche Weg ist, für VOIP extra bezahlen zu müssen. Langfristig überleben meiner Meinung nach nur UMTS Tarife die für einen kompletten Preis alles abdecken.

  • @Maria: Genau, sehe ich auch so. O2 ist da wirklich auf einem guten Weg. Auch wenn ein Vertrag über 24 Monate natürlich auch nicht so kundenfreundlich ist.

  • Ich denke mal das in naher Zukunft alle Anbieter nachziehen werden und wie O2 auch Voip inklusive im Angebot zur Verfügung stellen werden.