Motorola prügelt mit dem Droid auf das iPhone ein

André Vatter

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Es ist kein Geheimnis, dass Motorola ums Überleben kämpft. Im August lag der weltweite Marktanteil bei den Handys bei gerade einmal 5,6 Prozent, Tendenz abstürzend. Im September gab es dann die überraschende Ankündigung einer lebensverlängernden Maßnahme – das Motorola Dext, ein Android-Smartphone, soll die Wende bringen. Ich hatte mich damals ernüchtert bis enttäuscht über den doch eher klobigen Slider geäußert.

Doch jetzt wissen wir, dass das Dext nur ein ablenkendes Strohfeuer entzünden sollte. In Wirklichkeit hat Motorola in aller Abgeschiedenheit an einem wahren iPhone-Killer (ich weiß, dass das abgedroschen klingt) gearbeitet: Das Motorola Droid ist das erste Smartphone, das Android 2.0 einsetzt, es ist nur ein wenig dicker als der Apple-Konkurrent, bietet jedoch eine voll ausgestattete, physische QWERTZ-Tastatur und eine 5-Megapixel-Kamera mit Blitzlicht. Der Prozessor ist irre schnell (ARM Cortex A8 TI OMAP3430), zudem verfügt kein Handy, das derzeit auf dem Markt ist, über ein Display dieser Größe: 854×480 Pixel – also rund zwei bis drei Mal größer als das des iPhone, des Pre oder des G2 (lest die ganze euphorische Besprechung bei Boygeniusreport).

Eine weitere Besonderheit ist, dass Google eng mit Motorola bei der Entwicklung zusammengearbeitet hat. „Also, das ist wirklich Googles Baby. Etwas, in das sie viel investiert haben“, heißt es bei Computerworld. Man darf gespannt sein…

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Motorola und der US-Mobilfunkpartner Verizon sind jedenfalls schon jetzt ganz aus dem Häuschen. Gemeinsam haben sie den Schlachtplan entworfen und ohne großes Überlegen auch schon den Gegner ausgemacht: Apple. Am Wochenende flutete ein Spot einige Sender in den Staaten, das in Apple-Typographie sämtliche (vermeintliche) Unzulänglichkeiten des iPhone auflistete (man beachte die eigenwillige Setzung des Apostrophes, das auch einmal ein Hochkomma sein kann):

Der Clip endet mit der Ankündigung des Droid, der im November das Licht der Welt erblicken soll. Auf einer spärlich bestückten Sonderseite wurde bereits ein kryptischer Timer bis zum Start eingerichtet, daneben werden die Vorzüge des Handys aufgezählt. Der Claim macht jedenfalls schon einmal Lust auf mehr: „Wünschst du dir nicht einen Roboter-Kumpel, der sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, jedes Problem für dich löst und in deiner Hosentasche lebt?“ Übrigens: Der Name „Droid“ ist ein geschützter Begriff. Motorola hat sich für die Verwendung extra die Erlaubnis von Lucasfilm besorgt.

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.