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AVM und die FRITZ!Boxen: Verstärkter Angriff auf das Wohnzimmer [CeBIT]

Wenn man die Jungs von AVM so reden hört, bekommt man schnell den Eindruck, als würden sie sich in einem konjunkturimmunen Umfeld bewegen: „2009 haben wir – wir schon in den Jahren zuvor, nur schwarze Zahlen geschrieben“, jubelt Geschäftsführer Johannes Nill. Die 420 Mitarbeiter am Standort Berlin haben im vergangenen Jahr 200 Millionen Umsatz generiert. Heute verfügt AVM in Deutschland über einen Marktanteil von 68 Prozent (Nummer zwei ist Zyxel mit 8 Prozent), in Europa sind es 21 Prozent (Platz eins belegt Thomsen mit 23 Prozent).

AVM hatte zur CeBIT geladen, um ein paar Produktinnovationen anzukündigen, darunter die neue FRITZ!Box 3370, den Einsteiger-Router, der nun den N-Standard verpasst bekommen hat und dank dreier Datenströme mit bis zu 450 Mbit/s Daten herumschießen kann. Die zweite Neuheit ist die FRITZ!Box Fon WLAN 6360 – ein Router, der für Nutzer von Kabelinternet entwickelt wurde. Auch er unterstützt N-WLAN und ist nebenbei eine komplette TK-Anlage. Wirklich neu – da muss ich widersprechen, Herr Nill – sind keine der beiden Geräte: sie wurden bereits im Januar vorgestellt.

Wenden wir uns also lieber den kleinen Tweaks im AVM-Alltag zu. Das Berliner Unternehmen profitiert maßgeblich vom Megabit-Boom: „Heute sind 6 Mbit/s bereits Standard“, so der Geschäftsführer. Telekom und 1&1 bieten VDSL an, Vodafone wird im Sommer mit einem eigenen Glasfasernetz durchstarten und immer mehr lokale Anbieter (M-Net, Netcologne und andere) sorgen für flotte Datenströme in den Städten. „Und denken Sie auch an die Kabelnetzbetreiber! 100 Mbit/s werden hier schon bald der neue Maßstab“, so Nill. AVM will sich als Hardware-Platzhirsch in Deutschlands Wohnzimmern unentbehrlich machen: “ Speed & Connectivity“, lautet deshalb das Motto des diesjährigen Messeauftritts.

Die FRITZ!Box mutiert dabei zur Kommunikationszentrale. FRITZ!NAS (Network Attached Storage) soll die Steuerung der Datenströme in der Wohnung übernehmen. Damit sich diese nicht mehr gegenseitig im Weg sind, werden die neuen Boxen auch mit intelligenter Frequenzanalyse ausgestattet: Der neue WLAN-Funk sondiert das Spektrum, erkennt vollgestopfte Kanäle, Bluetooth, Radio- und TV-Signale und Mikrowellen, um bei dynamischer Steuerung einen weiter Bogen darum zu machen. Das ist auch nötig, denn heute funken immer mehr Gerätschaften, von den man es nicht erwartet hätte. AVM hilft dabei kräftig mit, etwa mit dem Streamingstick (vorgestellt im vergangenen Jahr), der aus digitalen Bilderrahmen streamingfähige Displays für Fotos und Videos macht.

Neuigkeiten gibt es auch aus der Telefonabteilung zu vermelden: Beim FRITZ!Fon geht nun der Stromverbrauch gen Null, wenn der Hörer nicht im Einsatz ist. „Die Standby-Zeit bleibt nahezu vollständig erhalten“, erklärt Nill den neuen Full-Eco-Modus .

Weiteres gibt es von der CeBIT zunächst nicht mehr zu vermelden. Übrigens, wer gehofft hatte, dass seine alte FRITZ!Box durch neue Updates ein wenig aufgepusht wird: Auf Nachfrage räumte Nill ein, dass man derzeit im Labor alle Hände voll zu tun habe. „Firmware-Updates für etablierte Boxen wird es erst im Sommer geben“.

(André Vatter)

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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

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