Nach Patentklage: HTC verteidigt sich mit Verweis auf die eigene Geschichte

André Vatter

Die Anschuldigungen wiegen schwer: Apple hatte seinem wohl härtesten Wettbewerber im Smartphone-Markt vorgeworfen, Diebstahl von Technologien zu betreiben. Insgesamt habe HTC gegen 20 Patente verstoßen, die dem iPhone-Bauer gehören, hieß es in der Klageschrift, die Anfang des Monats öffentlich wurde. Rund zwei Wochen später reagieren die Taiwanesen mit einer öffentlichen Stellungnahme.

„HTC widerspricht Apples Vorwürfen und wird sich vollständig verteidigen“, kündigte der CEO Peter Chou an. „HTC ist ein großer Befürworter des Schutzes geistigen Eigentums und wird auch künftig andere Entwickler und ihre Technologien respektieren – so, wie wir es immer getan haben. Doch wir werden dem Wettbewerb auch weiterhin durch eigene Innovationen begegnen, um den Kunden das beste mobile Erlebnis zu ermöglichen.“ Sollte es sich dabei um rigoroses Zurückweisen von Apples Forderungen handeln, war es das auch schon. Mit keiner Silbe geht Chou auf die konkreten Vorwürfe ein.

Stattdessen wird der Rahmen der Mitteilung dazu genutzt, um auf die Meilensteine in der HTC-Geschichte hinzuweisen. Vom ersten Tag an habe das Unternehmen die Forschung im eigenen Haus vorangetrieben – zahlreiche Preise würden die Erfolge heute belegen. Zu den eigenen Innovationen würde auch die gestenbasierte Steuerung von Smartphones zählen – genau jenes Feature, das Apple heute ein Dorn im Auge ist. HTC benennt kein konkretes Handy, mit dem die Funktion auf den Markt gebracht wurde, und belässt es bei einem einfachen „Juni 2007“. Apple hatte das iPhone der ersten Generation, das Multitouch-fähig war, am 9. Januar 2007 vorgestellt.

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Auch die neue Oberfläche HTC Sense, die das Unternehmen vor rund einem Jahr der Öffentlichkeit vorstellte und seitdem auf Touch-Handys einsetzt, sei durch keine Inspiration der Konkurrenz zustande gekommen: „Diese Nutzererfahrung basiert fundamental auf dem Zuhören und Beobachten der Art, wie Menschen leben und miteinander kommunizieren.“ Warten wir ab, wie das bei Apple in Cupertino ankommt…

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.