Werbespotpremiere für das KIN-Phone: Microsoft setzt auf nackte Männerbrust

Marek Hoffmann

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Manchmal frage ich mich wirklich, was mit den Marketing- beziehungsweise Werbeabteilungen so manch eines Global Players los ist. Da investieren die Unternehmen Millionen in die Entwicklung und Herstellung ihrer Produkte und sehen dann offenbar tatenlos zu, wie die zuvor genannten Abteilung die Produkte so gar nicht ins rechte Licht rücken. Dies scheint vor allem im Bereich der Smartphones ein Schicksal zu sein, das so manch ein Gadget schon vorab zur Totgeburt verdammt. Ein wirklich gutes Beispiel hierfür war gegen Ende des vergangenen Jahres der gruselige Palm Pre-Spot. Manch einer wird sich vielleicht an den irgendwie androgynen Tilda SwintonKlon erinnern, der inmitten einer surreal anmutenden Landschaft im Stile einer Mona Lisa irgendein zusammenhangloses Zeug daher brabbelte. Ich will nicht sagen, dass der Spot der Grund für Palms Untergang war – mehr Pre-Geräte ließen sich dadurch aber sicherlich auch nicht absetzen. So kann es zumindest einer von vielen Sargnägeln gewesen sein. 

Und nun kommt Microsoft mit seinem Spot für das ohnehin schon (zumindest optisch) nicht wirklich ansprechende KIN-Phone daher. Er ist zwar nicht im gleichen Sinne schlimm, wie der von Palm. Er ist aber derart nichtssagend, dass ich mich wirklich frage, ob sich der Software-Hersteller mit so einem Spot einen Gefallen tut. Bedenkt man, dass es sich um das erste, im eigenen Haus hergestellte Smartphone handelt, hätte ich als Verantwortlicher niemals so ein Ding durchgewunken. Schaut es euch selbst mal an:

Kritikpunkte – Na, zunächst einmal das Setting. Die hippe Party, mit lebensfrohen jungen Menschen ist doch fast schon zu einem Klischee verkommen. Einem Spirituosenhersteller würde ich das vielleicht noch abkaufen, aber bei einem Smartphone-Bauer eher weniger. Hinzu kommt, dass die Feature des KIN kaum präsentiert werden. Es besteht fast keine Möglichkeit, sich als Zuschauer über die Vorzüge des Phones zu informieren. Und ehrlich gesagt, erkenne ich in dem Spot auch kaum etwas, das mit anderen Geräten nicht möglich wäre. Einzig das Hin- und Herschieben der Fotos (Minute 0:43) erscheint interessant. Hier hätte Microsoft viel stärker auf die Hervorhebung der Vorzüge im Vergleich zur Konkurrenz setzen müssen. Zumal es sich beim KIN, wie erwähnt, um den ersten Gehversuch im Bereich Smartphone-Herstellung handelt. 

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Hinzu kommt dann so eine seltsame Szene, in der sich ein Typ die nackte Brust fotografiert und dann an ein Mädel schickt. Ich will nicht so weit gehen, es als „Sexting“ anzuprangern, wie es beispielsweise der Consumer Report tut. Irritierend finde ich die Stelle aber dennoch. Und wenn man bedenkt, dass das eigentlich ein Phone für Kiddies sein soll, die sich in Sozialen Netzwerken rumtreiben, dann begreife ich auch die Message nicht ganz.

Nur um Mißverständnissen vorzubeugen: Es geht mir hier nicht um die Kritik am KIN oder seiner Konkurrenztauglichkeit. Es ist noch nicht einmal eine wirkliche Kritik an Microsoft. Es ist vielmehr die zum Ausdruck gebrachte Verwunderung darüber, wieso die Verantwortlichen einen solchen Spot durchwinken, der ihrem Produkt in meinen Augen mehr schadet als nutzt. Dies gilt im Übrigen – mit kleinen Abänderungen – auch für die drei anderen Spots, die Microsoft auf seiner KIN-Seite veröffentlicht hat

Das kann man natürlich alles anders sehen und vielleicht sehe ich es ja auch falsch (und ich bin sehr gespannt, wie ihr es seht). Möglicherweise wurde eine umfangreiche Marktforschungskampagne im Vorfeld durchgeführt und das amerikanische Publikum ließ sich voll von der Atmosphäre des Spots davontragen – direkt in den nächsten Shop mit KIN-Phones. Das müsste sich dann ja bald in Zahlen messen lassen…

(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.