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Trotz des Booms von Facebook und Twitter: US-Kiddies schwören weiterhin auf die SMS

Ich habe mich beim Lesen der Meldung eine Zeit lang gefragt, ob mich die Ergebnisse der darin erwähnten Studie überraschen. Und die Antwort lautet wohl eher „Nein“. Demnach haben die Marktforscher vom Pew Research Center (richtig, das sind die, die die Blog-Müdigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen festgestellt haben) herausgefunden, dass für US-amerikanische Teenager zwischen 12 und 17 Jahren per Handy verschickte Kurznachrichten das Kommunikationsmittel Numero Uno sind. Damit erfreut sich die SMS seit zwei Jahren nicht nur einer ungebrochenen, sondern sogar steigenden Beliebtheit unter den Jugendlichen. Etwas erschreckend ist dabei, dass diese Form der Unterhaltung sogar die von Angesicht zu Angesicht auf die Plätze verweist. Und Telefonate, E-Mails oder Instant Messages haben schon gar keine Schnitte.

Kommen wir zu den harten Fakten: 800 Teenies, von denen fast Dreiviertel über ein Handy oder Smartphone verfügten, wurden im vergangenen Jahr über einen Zeitraum von drei Monaten beobachtet. Dabei trat Folgendes zutage: Der Durchschnittsjugendliche verschickt pro Monat etwa 1.500 SMS, das sind pro Tag an die 50. Dabei laufen die Mädels mit 80 täglich versendeten Kurznachrichten den Jungs mit nur knapp 30 deutlich den Rang ab. Für alle weiteren Details, etwa wie viel Prozent der Schüler während des Unterrichts verbotenerweise SMS verschickt, solltet ihr die oben verlinkte Studie lesen.

Die Frage, die sich natürlich aufdrängt, ist die nach den Gründen für die Beliebtheit der Kurznachrichten. Darauf sind mehrere Antworten möglich. Zum einen natürlich eine finanziell orientierte. Es dürfte nämlich vermutlich auch in den USA deutlich günstiger sein, sich einen „einfachen“ Mobilfunkvertrag zuzulegen, der gegebenenfalls sogar ein Kontingent an Frei-SMS beinhaltet, als einen mit Internet-Datenpaket. Zudem besaßen nicht alle zum Zeitpunkt der Studie befragten Jugendlichen ein internettaugliches Smartphone.

Desweiteren könnte es an der Einfachheit liegen, mit der SMS empfangen und versendet werden können, dass sie so beliebt sind. Es ist nicht nötig, erst eine Internetverbindung herzustellen und sich irgendwo einloggen zu müssen, um seine Nachricht loszuwerden. Und gleiches gilt für den Erhalt von SMS. Zudem spielt auch hier wieder das Geld eine Rolle, da natürlich jede Verbindung mit dem Internet Kosten verursacht.

Eine Ergebnis ist in diesem Kontext noch interessant: Nicht nur die Zahl der pro Tag verschickten SMS ist erstaunlich hoch und gewachsen. Im Zeitraum zwischen Februar 2008 und September 2009 stieg auch die Anzahl der Jugendlichen, die täglich Textnachrichten verschicken. Waren es zu Beginn 38 Prozent, so stieg die Zahl innerhalb der 18 Monate auf 54 Prozent. Beeindruckend. Und erfreulich für die Telekommunikationsunternehmen. Wenn mich nämlich nicht alles täuscht, dann verursachen SMS – verglichen mit Telefonaten oder Internet-Surfen –  ihnen die geringsten Kosten und die kleinste Ressourcen-Belastung.   

Wie sieht das bei euch aus? Schreibt ihr viele oder wenige SMS? Obwohl ich ein All-Inklusive-Paket besitze, muss ich mich an dieser Stelle als SMS-Vielschreiber outen – und zwar vor allem aus einem Grund: es geht so schnell. Viele meiner Nachrichten bestehen dabei noch nicht einmal aus ganzen Sätzen, sondern knappen Mitteilungen und manchmal sogar nur aus Emoticons (Emoji sei Dank). 

(Marek Hoffmann / Foto: Pixelio – Fotograf: Stephanie Hofschlaeger)

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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

20 Kommentare

  • Obwohl ich meine erste SMS schon 1995 versendet habe – damals mit dem Siemens S3com, einem der ersten Handys, die SMS auch senden konnten – konnte ich mich nie damit anfreunden. Diese elende Tipperei auf dem Mäuseklavier nervt einfach. Daher ist mein „mobiles Gadget“ kein iPhone sondern ein Netbook mit UMTS-Karte. Meine Erfahrung: wer keine SMS schickt, bekommt auch wenige.

  • Ich denke dass SMS auch in vielen Jahren noch ein wichtiger Kanal sein wird. Natürlich werden E-Mails, Twitter, Facebook usw immer beliebter auf Handys sein und wahrscheinlich wird das alles auch balb soweit vorinstalliert und so einfach zu bedienen, dass man kein technisches Verständnis dafür benötigt.
    Aber all diese Kanäle werden sowas von überladen sein, dass Niemand möchte dass in Echtzeit das Handy bei jedem neuen Tweet oder Statusmeldungen oder E-Mail anfängt zu piepen.
    Der einzige Kanal um Freunde in Echzeit zu erreichen (neben einem Anruf) ist und bleibt die SMS!

  • Ich habe zwar mehrere Mobilfunkverträge in meinem Handy kombiniert (DualSIM sei Dank), aber ich twittere trotzdem viel lieber, als eine SMS zu verschicken, die dinger sind einfach blöd zu managen und gar nicht mal so schnell zu schreiben, wie alles beim Handy, deswegen Nutze ich so viel es geht zur Kommunikation eher das Netbook als mein Smartphone. Sehr viel angenehmer udn schneller zu schreiben.

  • Wundert mich nicht, dass die SMS an oberster Stelle steht. Sie ist schnell, man kann noch was anderes nebenbei erledigen, Smartphones sind noch nicht so verbreitet (ausser in Luxemburg mit dem Iphone), sie brauchen keinen Datentarif, sind kostengünstig in billigen 10€ Flatrates für alle Netze zu haben und man kann sie gleichzeitig an mehrere Leute verschicken.
    Und jeder hat SMS Empfang aber nicht jeder einen Facebookaccount oder kontrolliert den jeden Tag.

  • Es gab auch schon Monate in denen ich bis zu 3000 SMS geschrieben habe, mittlerweile liegt der Durchschnitt so bei etwas mehr als 2000. Warum auch nicht? Es ist wirklich einfach und ich habe nicht erst den Aufwand mich ins Netz einzuloggen, etc…

    Und SMS-Flatrates hat heute doch fast jeder 🙂

  • Bin richtig erstaunt, wie viele SMS man schreiben kann. Als Smartphone-Nutzer komme ich nie über meine 40 Freisms/Monat hinaus. Da viele meiner Freunde auch mobil Mails lesen können, schreibe ich lieber solche.

  • Bei mir sind es wenn es hoch kommt vielleicht 10 SMS die Woche, im Regelfall ein bis zwei. Ich finde es erschreckend das man bis zu 80 SMS am Tag verschicken kann, das ist ja immerhin eine SMS knapp alle 11,5 Minuten!! (Bei einem 15h Tag).
    Manchmal denke ich mir die Jugend tickt nicht ganz richtig, obwohl ich selbst auch grade einmal 16 bin. -.-

  • Also ich habe es trotz meiner zugehörigkeit zur Jugend noch nie geschafft die 40 inklusiv SMS meines Handyvertrages auch zu verbrauchen – genauso wenig wie die 120 Freiminuten. Dafür erhalte ich ständig diese tollen SMS von T-Mobile „Hallo, Sie haben über x MB an Traffic erzeugt, für den Rest des Abrechnungszeitraums drosseln wir Ihre Mobile Leitung“ 🙂

    Nein, ich schreibe sehr selten mal ne SMS, meistens geh ich dann einfach übers Handy in ICQ oder Skype online und schreib den Leuten da.

  • Also auf meiner Seite hat sich die ganze Angelegenheit erst mit meinem Smartphone geändert. Mittlerweile läuft die meiste schriftliche Kommunikation per IM oder Email. In den (doch mittlerweile recht seltenen) Fällen, dass mein Gegenüber kein Smartphone hat oder ich weiß, dass er/sie Dinge wie Mails oder IM auf dem Telefon nicht nutzt rufe ich in erster Instanz meistens an. SMS werden letztendlich nur in Ausnahmefällen benutzt – dementsprechend habe ich es eigentlich noch nie geschafft, mein SMS-Volumen aufzubrauchen…

  • ich denke, das ist wirklich von region zu region unterschiedlich. in frankreich habe ich erlebt, dass jemand bis zu 30.000 sms auf seinem handy gespeichert hat. das ist halt wie mobiles chatten. und in deutschland kenn ich keinen der mehr als 10 sms am tag verschickt.

  • Wenn man 20 SMS benötigt, um etwas zu klären, was in einem 3 Minunten Telefonat auch geklärt werden kann, dann kann man eben auf 2-3000 SMS den Monat kommen. So einfach ist das.

    BTW: Ich gönne es JEDEM, der meint, so viele SMS zu schreiben, dass er eine richtig fette Rechnung bekommt. Vielleicht lernen Sie dann mal, das man auch – Achtung! – sprechen kann (das ist dieses getue mit dem Mund und den Lippen etc.)

  • @12

    Tja , leider ist Telefonieren im Schulunterricht verboten. SMS schreiben zwar auch, aber das fällt nicht auf. ZUmindest wenn man fähig ist , blind auf der Tastatur zu tippen.

    Und ja, das klappt auch fehlerfrei. So fehlerfrei SMS halt geschrieben werden.

    Aber mit den Touchhandys ist diese Ära wohl auch hinüber, oder kann hier jemand blind auf einer Onscreen Tastatur tippen?

  • In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass z.B. in Japan es gar nicht üblich ist, über Handys zu simsen. Dort werden hauptsächlich E-Mails verschickt.

  • Ich sende nur wenig SMS und Twitter nutze ich auch nicht.
    Am meisten kommuniziere ich mit einem Telefonat, E-Mail oder chatte mit Skype.

  • 200sms am Tag ist überhaupt kein Problem. Wozu gibts den Verteiler im Handy. 10sms über die Anzahl der Bier, oder die Schnecke am Ende der Bar über den Abend verteilt getippt, das Ganze an eine Verteiler von 20 Personen geschickt und Schwups hat man 200sms ganz bequem in ein paar Stunden verschickt. Deswegen wird sich Twitter in meinem Freundeskreis nie durchsetzen. Jeder hat ne SMS-Flat. O2o oder Base lässt grüßen.

  • die Frage ist doch ob die Kinder überhaupt ein Handy haben das online-Dienste nutzen _kann_.

    Wie viele in dieser Altergruppe werden wohl ein entsprechendes Gerät haben?!

    Das oben genannte Blind tippen ist ja auch ein wichtiger Aspekt, was ja nur mit Geräten mit Tastatur funktioniert. Oder das Kind eher eine SMS Flat als eine Datenflat bekommt.

  • Ich denke, dass SMS ein klares Auslaufmodell sind. Der Trend geht hierbei auch ganz klar Richtung mobiles Internet. Das heißt keine SMS Flatrates sondern Internetflatrates fürs Handy.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass das das Aus für die SMS sein wird und die mobilen Tweets, EMails die Zukunft seien werden.

    Aber ich denke auch, dass die Meinungen hierbei auseinander gehen.

  • Also 50 SMS am Tag schaff ich locker… Und ich kann sogar blind mit meinem iPhone relativ sicher schreiben..!! Aber ich bin nicht mehr in der schule deswegen benoetige ich es auch eher selten! 😉
    SMS ist einfach und schnell.. Das ist das tolle daran 🙂

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