10 Mal so schnell wie WLAN: Startschuss für Herstellung 'WiGig'-fähiger Geräte gefallen

Marek Hoffmann

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Es wird schon seit einiger Zeit daran gebastelt, nun werden die Prognosen für ein baldiges Erreichen des Ziels konkreter. Kelly Davis-Felner, Marketing-Chefin der Non-Profit-Organisation Wi-Fi Alliance, erwartet die ersten WiGig-fähigen Geräte in etwa zwei Jahren auf dem Markt. Der Startschuss für ihre Herstellung wurde am gestrigen Montag gegeben. Da hat die Allianz nämlich, die für die Zertifizierung der Produkte verschiedener Hersteller auf der Basis des WLAN-Standards verantwortlich zeichnet, die Spezifikationen für WiGig bekanntgegeben.

Bei WiGig handelt es sich um eine Multi-Gigabit-Funktechnologie, die von der Wireless Gigabit Alliance entwickelt wurde und bei der Daten im bislang ungenutzten Frequenzbereich von 60 Gigahertz übermittelt werden. Hierdurch sollen Datentransfer-Raten von bis zu  7 GBit/s erzielt werden. Das ist bis zu zehn Mal so schnell wie die 802.11n-Rate der heutigen WLAN-Netze, die im 2,4- und 5-Gigahertz-Bereich arbeiten und daraus resultierend eine deutlich geringere Bandbreite zur Verfügung stellen.

Der Anwendungsbereich oder besser: die Vorteile dieser Übertragungstechnologie liegen klar auf der Hand. So können beispielsweise High-Definition-Filme oder Spiele problem- und schnurlos vom PC oder der Konsole auf den Fernseher gestreamt werden. Auch die Übertragung von Musik auf die Heimanlage, die heutzutage schon mit entsprechenden Gadgets möglich ist, dürfte dann wesentlich schneller und besser gelingen.

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Allerdings enthält der neue Standard auch ein mittelgroßes Manko. Im Vergleich zu WLAN ist die Reichweite von WiGig äußerst bescheiden. Auf einer Etage einer Wohnung liegende Zimmer werden von dem Frequenzbereich gut abgedeckt, für ein ganzes Haus reicht es aber nicht aus. Daher wird der eine Standard den anderen auch nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Geräte, die jetzt WLAN-fähig sind, werden es auch unter WiGig sein – allerdings nicht mit der verbesserten Performance. Von der werden nur neuere Geräte profitieren können.

Neben jenen, die sich auf die höhere Speed – und auf noch etwas weniger Kabel in der Wohung – freuen, dürfte es sicherlich auch besorgte User geben. Denn solange nicht eindeutig geklärt ist, ob und wenn ja wie Elektro-Smog auf uns wirkt (zumindest weiß ich bisher von keinen allgemein akzeptierten Ergebnissen diesbezüglich), dürfte auch WiGig eine potenzielle Gefahrenquelle darstellen.

Via: LA Times

(Marek Hoffmann / Foto: Flickr – Fotograf: nicolasnova)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.