Grokipedia Wikipedia-Alternative Elon Musk Grok KI Enzeklopädie

Grokipedia: Die Ein-Mann-Meinungsmaschine von Elon Musk

Fabian Peters
xAI

Anzeige

Wikipedia ist Elon Musk schon seit Längerem ein Dorn im Auge. Der Tesla-Chef wirft der freien Enzyklopädie politische Voreingenommenheit vor. Mit Grokipedia hat Musk deshalb eine vermeintliche Alternative veröffentlicht – paradoxerweise auf Grundlage von Wikipedia-Artikeln und mit rechten Inhalten. Eine kommentierende Analyse. 

BREAK THE NEWS BASIC thinking

Unser exklusives Format »Break the News«, in dem wir aktuelle Nachrichten in ihre Einzelteile zerlegen, erscheint immer zuerst in UPDATE, unserem täglichen Tech-Briefing. Hier kannst du dich über 10.000 anderen Lesern anschließen und dich kostenlos anmelden:

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung

Wie funktioniert Wikipedia?

  • Wikipedia basiert auf dem Prinzip einer freien Enzyklopädie. Prinzipiell können alle Nutzer mit Internetzugang Artikel erstellen, bearbeiten oder korrigieren. In einigen Fällen ist eine Registrierung erforderlich. Es gibt sogenannte Sichter und Administratoren, die Artikel und Änderungen überprüfen und anschließend freigeben. Zu jedem Artikel existieren eine Diskussionsseite und Historie.
  • Elon Musk behauptet seit geraumer Zeit, dass Wikipedia nicht objektiv sei und einer politischen linken Ausrichtung folge. Er schießt vor allem gegen die Wikimedia Foundation. Diese betreibt Wikipedia über Spendengelder, greift aber nicht in redaktionelle Inhalte ein. Inhalte werden stattdessen von der Community und lokalen Vereinen wie Wikimedia Deutschland e. V. erstellt und überwacht.
  • Mit Grokipedia will Musk, der sich regelmäßig rechtspopulistisch äußert, eine Alternative etablieren. Tatsächlich gibt es sowohl Studien, die linkspolitische Inhalte nachweisen, als auch solche, die rechtsradikale entlarven. Beides ist dem freien Prinzip der Enzyklopädie geschuldet. Die Community freut sich laut eigenen Angaben stets über Hinweise zu Fehlern. Wikipedia umfasst 60 Millionen Artikel, die erste Version von Grokipedia rund 900.000 (Stand: 28. Oktober 2025).

Grokipedia ist keine Wikipedia-Alternative

Grokipedia ist kein neues Wissensprojekt, sondern spiegelt die gesellschaftliche Polarisierung wider. Denn: Alles, was nicht der eigenen Meinung entspricht, wird sowohl von „links“ als auch „rechts“ nur allzu häufig abgestempelt. Grokipedia folgt diesem Schubladendenken.

Die Hauptstrategie von Elon Musk: plumpes Wikipedia-Bashing. Grokipedia offenbart ein fast schon peinliches Paradoxon. Die Plattform enthält etwa nicht nur Kopien von Wikipedia-Artikeln, sondern auch rechtskonservative Inhalte.

Eine unvoreingenommene Alternative ist Grokipedia keinesfalls. Elon Musk färbt Kontroversen stattdessen seinerseits ideologisch ein. Eine strikte Trennung zwischen Fakten und Meinung, die Wikipedia anstrebt, fehlt.

Trotzdem lassen sich die Parallelen nicht verleugnen: Wie Wikipedia lebt auch Grokipedia von Beiträgen Dritter, nur dass keine Community existiert. Stattdessen kommt offenbar Musks KI-Chatbot Grok zum Einsatz, der bereits durch rechte Inhalte und antisemitische Narrative aufgefallen ist.

Stimmen

  • Die Wikipedia-Community hat in ihren Grundprinzipien festgehalten: „Wikipedia ist keine Gerüchteküche und keine Plattform für Werbung, Propaganda oder Verschwörungstheorien. Artikel müssen einen neutralen Standpunkt einnehmen. Kontroverse Behauptungen sollen als solche klar dokumentiert werden.“
  • Auch wenn die Realität eine andere Sprache spricht, hält Elon Musk die erste Version von Grokipedia bereits jetzt für besser als Wikipedia. In einem Beitrag auf seiner Plattform X wirbt er: „Grokipedia Version 0.1 ist jetzt online. Version 1.0 wird zehnmal besser sein, aber selbst in der Version 0.1 ist sie meiner Meinung nach schon besser als Wikipedia.“
  • Lauren Dickinson, Sprecherin der Wikimedia Foundation, geht davon aus, dass Grokipedia auf KI-Inhalten basiert: „Grokipedia braucht Wikipedia, um zu existieren. Die gemeinnützige Unabhängigkeit von Wikipedia – ohne Werbung und ohne Datenverkauf – unterscheidet es ebenfalls von gewinnorientierten Alternativen.“

Grokipedia: Eine Ein-Mann-Meinungsmaschine

Kurzfristig dürfte Grokipedia keine ernsthafte Konkurrenz für Wikipedia sein. Denn KI-generierte Inhalte bergen Halluzinationen und Fehler, insbesondere bei aktuellen Nachrichten. Die Plattform dürfte deshalb schnell an Vertrauen verlieren.

Eine unabhängige Community ist nicht absehbar. Stattdessen handelt es sich bei Grokipedia weitgehend um eine Ein-Mann-Meinungsmaschine. Musks Interessen dürften zudem finanzieller Natur sein, sprich: gewinnorientiert.

Grokipedia wird deshalb mehr ein Vehikel zur Datengewinnung, für Werbung und politische Kampagnen sein, denn eine neutrale Wissensquelle. Der Wikipedia-Klon offenbart ein Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt und gesellschaftlicher Verantwortung.

BREAK THE NEWS BASIC thinking

Unser exklusives Format »Break the News«, in dem wir aktuelle Nachrichten in ihre Einzelteile zerlegen, erscheint immer zuerst in UPDATE, unserem täglichen Tech-Briefing. Hier kannst du dich über 10.000 anderen Lesern anschließen und dich kostenlos anmelden:

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung

Auch interessant: 

🤝 25 Euro geschenkt!

Eröffne jetzt dein kostenloses NIBC Tagesgeld und erhalte bis zu 2,75 Prozent Zinsen auf dein Geld! Und obendrauf gibt's sogar noch 25 Euro geschenkt!


Jetzt Zinsen sichern

Voraussetzungen gelten, Anzeige

STELLENANZEIGEN
Senior SAP Consultant FI/CO (f/m/div.)
Bosch Gruppe in Wetzlar
Intern (m/f/d) in Digital Marketing
Clarios Germany GmbH & Co. KG in Hannover
Vertriebsingenieur (Ingenieur Maschinenbau / ...
a2tec GmbH in Hamburg
Digital Marketing Manager (m/w/d)
Schwer Fittings GmbH in Denkingen
Personalberater (m/w/d)
Ratbacher GmbH - Karriere bei Rat... in Stuttgart, M...
Organizational Integration Manager (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Vehicle Testing Lead (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Sales Manager (m/w/d) Online Marketing
Sellwerk GmbH & Co. KG in Düsseldorf, Meerbusch, Kaa...
Teile diesen Artikel
Chefredakteur
Folgen:
Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).