Deutsche Bahn: Mit Online-Ticket-Aktion um Imagepolitur bemüht

Marek Hoffmann

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Ich möchte nicht so weit gehen zu behaupten, Katastrophenmeldungen zögen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Deutschen Bahn. Aber es wird sicherlich kaum Einwände geben, wenn ich dies auf die jüngere Vergangenheit beschränke. So manövrierte sich das Transportunternehmen beispielsweise durch die Daten- und E-Mail-Affäre, mehrere verdeckte, aber stümperhaft durchgeführte PR-Maßnahmen und zuletzt durch den ICE-Klimaanlagen-Super-GAU zur Hochsommer-Zeit selbst aufs Abstellgleis (das Wortspiel sei mir verziehen). Bei Letzterem war die Bahn aber immerhin bereit, den Geschädigten eine Entschädigung zu zahlen – und zwar eine, die deutlich über der von der Verbraucherverband-Bundeszentrale geforderten lag. Und ohne ärztliches Attest, entgegen der vorherigen Ankündigung. Man war also um Schadensbegrenzung bemüht.

Nun folgt der zweite Schritt der Image-Politur-Strategie: Ablenkung. Um die Reisewilligen nicht ständig an die Klimaanlagen-Panne denken zu lassen, sondern zur aktuellen Urlaubszeit auch wieder in die Bahnen – explizit ICE und zudem noch InterCity/EuroCity) zu locken, können sich ab dem 1. August „Kurzentschlossene auf ein neues Angebot freuen“. Zusammen mit dem Reiseveranstalter L’TUR will das Verkehrsunternehmen dann nämlich ein besonders günstiges Online-Ticket anbieten.

Es soll 24 Euro kosten, für eine einfache Fahrt in der zweiten Klasse der oben genannten Züge gelten. Ferner ist es frühestens drei Tage und spätestens einen Tag vor Fahrantritt nur online unter www.ltur.de zu buchen und gilt für eine, alle 14 Tage wechselnde deutsche Stadt. Den Anfang macht dabei Bremen mit dem Buchungszeitraum vom 01. bis zum 14. August.

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Ob die Rechnung nun aufgeht und das neue Ticket der Bahn wieder mehr Sympathien beschert, wage ich zu bezweifeln. Auch wenn der Deal preislich in Ordnung geht, stört doch die fast schon Bahn-typische Unflexibilität. Sich das Reiseziel nicht selbst aussuchen dürfen, die Beschränkung auf den Buchungszeitraum, die Zugbindung, die Unmöglichkeit, ein Ticket umtauschen oder gegen Erstattung des Preises zurückgeben zu können. All das sind Punkte, die das Angebot in meinen Augen schon wieder unattraktiv machen. Aber ich hätte nicht drüber geschrieben, wenn ich nicht gedacht hätte, dass es vielleicht trotzdem den einen oder anderen unter euch anspricht.

(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.