USA setzen heimlich mobile Nacktscanner ein

Nils Baer
von Nils Baer

Der geplante Einsatz von sogenannten „Nacktscannern“ an Flughäfen hat auch hierzulande für einiges Aufsehen gesorgt. Wie bei vielen medialen Aufregern ist die Empörung mittlerweile weitestgehend verebbt. Vielleicht auch, weil die Bundesregierung zugesagt hat, nur Apparate mit abstrakter Darstellung der überprüften Person einzusetzen. In den USA sieht das etwas anders aus. Dort sind Geräte im Einsatz, die den Namen „Nacktscanner“ tatsächlich verdienen. Das wurde der Öffentlichkeit zuletzt wieder bewusst, als ein Mitarbeiter des Heimatschutz-Ministerium  einen Kollegen angriff. Nach einem Training mit der Maschine hatte sich der Beamte wochenlang Bemerkungen anhören müssen, er sei von der Natur zu gering ausgestattet worden. Bis er dann nach Feierabend zuschlug. Nun sieht er einem Verfahren wegen  vorsätzlicher Körperverletzung entgegen.  Wegen dieser Detailtreue der Apparate klagt die Bürgerrechts-Organisation „Electronic Privacy Information Center“ (EPIC)  gegen das verantwortliche Ministerium.

Vor diesem Hintergrund ist die Enthüllung, dass die Behörden der Vereinigten Staaten mobile und getarnte Nacktscanner im Inland einsetzen, umso pikanter. Der beste Abnehmer der in kleinen Lieferwagen versteckten Geräte ist nach Aussagen der Herstellerfirma „American Science & Engineering“ (AS&E) zwar das Militär, aber auch die nationalen Ermittlungsbehörden gehörten zu ihrem Kundenkreis. Mit den unauffälligen Wagen können die Beamten die Autos, an denen sie vorbeifahren, etwa auf Bomben untersuchen (siehe Video). Aber auch Insassen sind auf den Aufnahmen deutlich zu erkennen.

Um die Privatsphäre der Fluggäste zu schützen, dürfen die Bilder der betroffenen Passagiere nach den Vorschriften des Ministerium (PDF) nur durch einen Beamten in einem abgetrennten Raum betrachtet werden. Ob bei den mobilen Röntgengeräten ebenso verfahren wird, muss allerdings bezweifelt werden. Im Video des Unternehmens ist jedenfalls der Beifahrer für diese Aufgabe zuständig. Marc Rotenberg vom EPIC sieht daher auch den Einsatz dieses Systems sehr kritisch: „Bei fehlender richterliche Anordnung hat die Regierung kein Recht, ohne hinreichenden Verdacht unter Ihre Kleidung zu schauen.“ Der Hersteller sieht das naturgemäß ganz anders und kann keinerlei datenschutzrechtliche Probleme erkennen.  Die Firma betont, dass das System zur Durchleuchtung von Fahrzeugen und deren Inhalt entwickelt wurde und nicht dafür genutzt werden kann, „einen Menschen oder die Rasse, das Geschlecht oder das Alter einer Person zu identifizieren.“

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Allerdings gibt deren Marketingleiter Joe Reiss zu, dass die Apparate die aufgenommen Bilder dauerhaft speichern können. Einige seiner Kunden aus „allen Kontinenten außer der Antarktis“ hätten eine solche Funktion aus Gründen der Beweissicherung nachgefragt. Gerade diese Funktion könnte allerdings in Amerika für nachhaltigen Ärger sorgen. Denn erst vor einer Woche hatte sich eine Gruppe von US-Senatoren sehr beunruhigt darüber gezeigt, dass die  US-Marshalls die Körperaufnahmen bei ihren Einsätzen heimlich gespeichert hatten.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

(Nils Baer)

Unser Zins-Tipp

Eröffne jetzt dein kostenloses Myntro Festgeld und erhalte 3,1 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

STELLENANZEIGEN
Anforderungs- und Projektmanager touristische...
trendtours Holding GmbH in Eschborn
Social Media Manager – Webkommunikation...
Open Experience GmbH in Karlsruhe
Werkstudent Online Marketing (w|m|d)
ADAC in München
Praktikant*in Content & Community Managem...
Mercedes-Benz AG in Stuttgart
Senior ASIC Digital Lead – ATPG & M...
Bosch Gruppe in Reutlingen
Werkstudent (m/w/d) Grafikdesign (Online Mark...
bonprix Handelsgesellschaft mbH in Hamburg
Social Media Manager (m/w/d) Social Media, In...
animonda petcare gmbh in Bad Rothenfelde
Digital Marketing Coordinator (m/w/d)
Easyfairs Deutschland GmbH in München, Hybrid
Teile diesen Artikel
Nils Baer hat im Jahr 2010 über 100 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.