Revolution durch die Brille? Fußball-Bundesliga will Spiele in 3D übertragen

Jürgen Vielmeier

Neue Technik, große, große Hoffnungen: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) würde gerne künftig Bundesligaspiele in 3D sehen und steht in Verhandlungen mit den Bezahlsendern Sky und der Telekom. Pro Spieltag soll zunächst ein Spiel in 3D übertragen werden, sagte DFL-Chef Christian Seifert dem „Handelsblatt“. Los gehen könnte es zum Rückrundenauftakt am 14. Januar. Dabei wolle man beiden Sendern die gleichen Chancen bieten und keinen der beiden bevorzugen. Technisch würde das für die DFL-Produktionsgesellschaft Sportcast den Aufwand einiger Zusatzkameras bedeuten; daran arbeite man bereits.

Von Sky ist zu vernehmen, dass das erste Angebot eines 3D-Kanals bereits Ende 2010 oder Anfang 2011 zu erwarten sei. Es sei keine Frage ob, sondern nur wann. Der Sender erhofft sich von dem Zukunftsmarkt 3D offenbar einen erneuten Kundenansturm. Derzeit hat der Bezahlkanal von Rupert Murdochs Firma News Corp in Deutschland rund 2,5 Millionen Kunden – etwa 3 Millionen bräuchte man bei den aktuellen Preisen zum Erreichen der Gewinnschwelle. Bei „Liga total„, dem Konkurrenzangebot der Deutschen Telekom, hat man den Eindruck, als gehe es weniger um Zahlen als darum, Sky die Suppe zu versalzen und ihnen möglichst viele potenzielle Kunden abzuluchsen. Wenn man mit 3D mehr Neukunden auf sich vereidigen kann als Sky, dann sind die Kameraden drüben im Bonner Süden schon glücklich.

Wie sähe Fußball in 3D denn nun aus? Ungefähr so:

Jahaha, sehr witzig! Man sieht natürlich nichts ohne 3D-Brille. Und genau das ist meiner Meinung nach das Problem und Hintergrund einer These, für die ihr mich gerade kurz vor der IFA virtuell auspeitschen werdet: Es werden sich nicht genug Menschen finden, die dauerhaft dazu bereit sind, mit einer Brille auf der Nase Fußball zu gucken, wenn sie zur gleichen Zeit nicht einmal das Weizenbier in ihrer Hand erkennen können.

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Vergangenen Samstag lief auf Arte der Film „Bei Anruf Mord“, im Jahre 1953 von Alfred Hitchcock in 3D produziert, als es schon einmal einen kleinen 3D-Boom gab. Ich erinnere mich daran, Mitte der 80er Jahre als Kind mit Rot-Grün-Brille für einige Spezialsendungen vor dem Fernseher gesessen zu haben. Und ich saß auch in diesem Frühjahr noch mit Kopfschmerzen im Kino, als „Avatar“ in 3D lief. Alle paar Jahrzehnte wird um die 3D-Technik ein neuer Hype ausgerufen. Mehr als eine teure Spielerei ist es bislang nie geworden.

Ist es diesmal anders? Werden wir vielleicht sogar alle die 3D-Brillen in ein paar Jahren wegwerfen und uns einen 3D-Fernseher kaufen? Wird Fußball in 3D vielleicht so viel Spaß machen, dass wir gar nichts anderes mehr wollen? Ich bin da skeptisch, aber ich lasse mich da gerne eines besseren belehren. Bis es so weit ist, sollte aber zumindest Skepsis darüber erlaubt sein, dass 3D die Cashcow wird, die Sky den Hintern retten wird. Wir werden sehen.

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.