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Twitter-Start Ups in den USA: Interesse der Investoren ist vorhanden, ihr Geld nicht

Marek Hoffmann
Aktualisiert: 07. September 2010
von Marek Hoffmann
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Seit sich die Verantwortlichen bei Twitter vor einiger Zeit entschlossen haben, viele der Funktionen selbst anzubieten, die bis dahin von Parasiten-Diensten zur Verfügung gestellt wurden, bläst Letzteren ein kalter Wind ins Gesicht. Warum ist klar und wurde hier auf dem Blog schon mehrfach thematisiert. Gleichzeitig wurde von mir in diesem Zusammenhang auch häufig die Frage aufgeworfen, wie es eigentlich noch sein kann, dass es trotz dieser offensichtlich auf Sturm stehenden Zeichen immer noch Start Upper gibt – und zwar nicht zu wenige, wie man auf entsprechenden Portalen sehen kann-, die ihr Unternehmen auf dem Rücken des Microblogging-Dienstes aufbauen wollen? Und sich damit einem enormen finanziellen Risiko, sprich Pleite, aussetzen. Wer nett ist könnte antworten, sie glauben an ihr Projekt und werden durch einige wenige Erfolgsstorys in ihrem Glauben bestärkt. Wer gemein ist, dürfte wohl entgegnen, dass es ja meist nicht ihr Geld (oder nur ein kleiner Teil davon) ist, das sie in den Wind schießen.

Und um Letzteres zu schützen, ziehen die Investoren nun die Reißleine. Das ohnehin nicht mehr ganz so locker sitzende Risikokapital bei den Venture Capitalists und Business Angels wird den Daten des US-Marktforschers CB Insights zufolge bei sogenannten Pure-Play Twitter-Start Ups – also jenen, die anders als beispielsweise Tweetdeck oder Plixi ausschließlich auf Twitter gründen – besonders ungern rausgerückt. Demnach wurden zwischen Juni 2009 und Mai 2010 nur noch 10,4 Millionen US-Dollar investiert – das ist mehr als die Hälfte weniger als noch im Jahr davor. Die Verteilung könnt ihr der oberen, die Zahl der Finanzierungsrunden der nachfolgenden Tabelle entnehmen:

Was man der Grafik nicht direkt entnehmen kann – und was eine mittelgroße Überraschung ist: Die Finanzierungsrunden sind in ihrer Zahl nicht gesunken, im Gegenteil. Im vergangenen Jahr waren es elf, im Zeitraum davor nur zehn. Die oben genannte Quote bleibt somit gleich – nur noch die Hälfte des Geldes (zwei vs. eine Million) wird investiert -, das Interesse der Investoren scheint aber ungebrochen. Das Ergebnis erscheint „schizophren“ und dadurch verwirrend. Wenn ich in etwas investiere, dann glaube ich daran; und wenn ich an etwas glaube, dann investiere ich.

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Für die abnehmende finanzielle Zuwendung der Investoren haben offenbar auch die Marktforscher bei CB Insights keine echte Erklärung, zumindest habe ich keine entdeckt. Für das weiterhin ungebrochene Interesse an den Twitter-Diensten aber schon, wie die nachfolgende Grafik suggeriert:

Demnach scheint es, als würden zwar nur fünf Pozent der Geldgeber daran glauben, mit einem Twitter-Start Up im Kern-Bereich „Social“ oder mit Videos noch erfolgreich sein zu können und damit ihre Investition mit Gewinn zurückzuerhalten. Durch die bereits erfolgte Ausrichtung des Zwitscher-Dienstes als Suchmaschinen-Zulieferer und die in letzter Zeit verstärkten Ambitionen, als Werbetool genutzt werden zu können, verspüren aber immerhin fast 60 Prozent der Investoren noch so etwas wie Goldgräberstimmung. Zumindest erwarten sie, dass Twitter so viel vom Kuchen links und rechts vom Tisch wird fallen lassen, dass alle davon satt werden. Ob das nun aber wirklich der Fall sein wird, wage ich zu bezweifeln. Der Microblogging-Dienst ist zum Geldverdienen verdammt – und wenn er damit endlich mal richtig anfängt, wird er keine Schmarotzer mehr um sich dulden.

(Marek Hoffmann)

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