Google TV: Es ist eine Plattform, kein Service – daher gibt's kein Geld für Content-Anbieter

Marek Hoffmann

Vor kurzem hat das Projekt Google TV einen ersten kleinen Dämpfer erlitten, als sich gleich drei große US-Fernsehsender dagegen sträubten, mehr als ein paar kurze Promo-Clips auf der Plattform zur Verfügung zu stellen. Google reagierte zwar auf die Ängste und Sorgen der Medien-Bosse, konnte sie aber nicht ausräumen. Na fein, scheint sich der Suchriese dann offenbar gedacht zu haben. Wenn es mit gut Zureden nicht funktioniert, dann müssen wir wohl deutlichere Worte wählen, um den Widerspenstigen die Unsinnigkeit ihrer Befürchtungen und der daraus resultierenden Forderungen klarzumachen.  

Die Sender hätten grundsätzlich ein falsches Verständnis von dem, was Google TV eigentlich ist, lies am gestrigen Dienstag ein Konzern-Mitarbeiter in einem Telefoninterview mit The Canadian Press sinngemäß verlautbaren. Und darauf basiere der Irrtum anzunehmen, sie könnten Geld dafür verlangen, wenn sie Usern ihren Content auf der Plattform zur Verfügung stellten. Immerhin, so Rishi Chandra, Produkt-Manager bei Google TV, handele es sich bei dem Angebot nur um eine Plattform – und keinen Service! 

„Das ist der Unterschied zwischen Google TV und YouTube. YouTube ist ein Service. Google TV an sich ist im wahrsten Sinne des Wortes nur eine Plattform.“ Daher werde man von den Usern auch kein Geld für deren Nutzung verlangen, so Chandra. Was im Umkehrschluss natürlich bedeutet, dass das Unternehmen auch keines für die Content-Lieferanten übrig hat.

Jetzt sichern: 100+ KI-Codes

Lass dich mit unserem Tech-Briefing UPDATE bei KI und den Tech-News von morgen nicht abhängen – kostenlos täglich in der Inbox von über 13.000 Lesern.

100+ virale KI-Codes PDF

Gratis zur Anmeldung:
PDF · 100+ virale KI-Codes

Mit deiner Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

Dass diese Argumentation etwas zu kurz greifen und auch andere Sender beunruhigen könnte, die bisher nur testweise mit Google TV kooperieren, dürfte man auch in Mountain View ahnen. Immerhin ist damit nämlich die Kernfrage noch nicht geklärt: Wenn die Fernsehsender auf Google TV Content kostenfrei zur Verfügung stellen – wer hält dann die Kunden der Sender davon ab, ihre Bezahl-Abos zu kündigenden, die ihnen bisher den Online-Zugriff auf die Video-Angebote ermöglichten? Daher hat Chandra folgenden Lösungsansatz parat.

YouTube wird einfach sein Werbe-Erlös-Modell auf Google TV ausweiten. „Der Weg, auf dem wir für Content zahlen würden, wäre durch ein ähnliches System wie bei YouTube“, so Chandra. Ein in meinen Augen riskantes Spiel, das Google hier betreibt. Sollte das Angebot nämlich vor den Fernseh-Bossen nicht bestehen können, wofür die Chancen sehr hoch stehen, dann könnte der Content-Strom sehr schnell verebben, der Google-TV speist. Denn wie der Suchriese selbst sagt: es ist nur eine Plattform, die von anderen mit Inhalten gefüllt wird. Aber wer weiß, ein ähnliches Konzept hat ja auch schon bei YouTube und Google News funktioniert…

Unser Zins-Tipp

Eröffne jetzt dein kostenloses Myntro Festgeld und erhalte 3,38 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

(Marek Hoffmann)

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

STELLENANZEIGEN
(Senior) Paid Social Marketing Manager (m/w/d)
Instaffo GmbH in München
Head of Social Media (m/w/d)
Instaffo GmbH in Mülheim-Kärlich
Paid Social Manager (m/w/d)
Instaffo GmbH in München
Digital Marketing Manager (m/w/d) – Website, ...
Mpire GmbH in Backnang bei Stuttgart
(Senior) Social Media Manager:in (m/w/d)
Potluck GmbH in Hamburg
Performance Marketing & Social Media Mana...
Landhaus Walter in Hamburg
Senior CRM (HubSpot) & Marketing Automati...
Quantum-Systems GmbH in Gilching, Bayern, Germany
Senior Berater Datenschutz / Jurist (m/w/d)
DSN GROUP in Stuttgart, Würzburg
Teile diesen Artikel
Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.