NFC: Ein Chip fürs Handy soll die Kreditkarte ersetzen

Jürgen Vielmeier

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Zukunft des Zahlens? McDonald’s will ab Sommer in allen Restaurants im Vereinigten Königreich die Bezahlung per Near Field Communication (NFC) möglich machen. NFC erlaubt das so genannte kontaktlose Bezahlen über einen Chip, der in die Nähe eines Lesegeräts gehalten wird. Das Bezahlen erfolgt allerdings nur im Rahmen eines Kaufs und erfordert eine Bestätigung von Kunden und Verkäufern. Der Chip kann auf Karten implementiert oder – Achtung, Killerapplikation – in Mobiltelefone integriert werden. Das Nexus S von Google und Samsung soll einen NFC-Chip mit an Bord haben. Nokia experimentiert bereits seit längerem mit NFC-Chips und hat im vergangenen Sommer angekündigt, alle künftigen Handys mit NFC auszurüsten.

NFC-Chips sind eine Kombination aus RFID und berührungsloser Smartcard, wie sie in vielen Städten etwa für den öffentlichen Nahverkehr verwendet wird. Statt eines Fahrscheins wird einfach eine Karte über den Sensor der Schranke gehalten, die dem Fahrgast den Einlass ins U-Bahn-System gewährt. Auf dem NFC-Chip werden zusätzlich die Konteninformationen hinterlegt, die von Lesegeräten abgefragt werden können. Der Chip kommuniziert mit dem jeweiligen Betriebssystem des Mobiltelefons; der Benutzer muss einer Buchung mittels einer Anwendung zustimmen. René Schuster, Vorstandschef des Mobilfunkanbieters Telefónica o2, sieht in den NFC-Chips gar den legitimen Nachfolger der Kreditkarte. Er kann sich den Tod der Kreditkarte innerhalb der kommenden fünf Jahre vorstellen.

Bessere Kostenkontrolle möglich

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Die Vorteile im Vergleich zur Kreditkarte sind zum einen eine einfachere Handhabung. Zum anderen kann über die Smartphone-Software eine bessere Kostenkontrolle erreicht werden, die etwa die letzten Buchungen auflistet und mit dem Kontostand abgleicht. Das aber liegt in den Händen der Entwickler. Komfortabler und schneller als die Zahlung mit EC-Karte wäre NFC allemal.

Die Nachteile der Technik sollten allerdings nicht verschwiegen werden: Sicherheitsschlüssel sind noch nicht standardisiert. Trotz der geringen Reichweite von weniger als 20 Zentimetern kann ein Ausspionieren der hinterlegten Daten nicht ausgeschlossen werden. Und was etwa passiert, wenn man sein NFC-Handy verliert? Somit bringt NFC zwar eine einfachere Handhabung mit als die Kreditkarte aber auch die gleichen Nachteile in Bezug auf die Sicherheit.

Was die Chancen der Technik angeht, sollte man Schusters Vermutung noch erweitern. NFC könnte nicht nur die Kreditkarte ersetzen, sondern vor allem: das Bargeld.

Der Beitrag ist Auftakt einer Serie auf Basic Thinking über die Zukunft des elektronischen Geldverkehrs.

(Jürgen Vielmeier, Grafik: nfc-world.com)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.