Datingplattform raubt 1 Million Facebook-Profile. Halt, stopp: das ist Kunst!

Jürgen Vielmeier

Die Initiative Face to Facebook hat die Daten von 1 Million Profilen auf Facebook ausgelesen, gefiltert und 250.000 davon auf einer Datingplattform veröffentlicht. Das klingt nach einer Menge krimineller Energie – gilt aber als Kunst. Zumindest sind die Macher um Paulo Cirio Künstler. Ihr Ziel ist nach eigener Aussage gewesen, Menschen neu zu verbinden. Die Bilder der Kontakte wurden ausgelesen, die Gesichtszüge mit einer Software analysiert und mit den Bildern anderer Kontakte und gleichen Gesichtszügen neu gruppiert. So entstanden Kontaktpaare mit gleichen Eigenschaften wie: aufstrebend, unbekümmert oder hinterlistig.

Angeblich wollten die Künstler Facebook zerstören. Idee dahinter sei gewesen, Menschen mit ähnlichen Eigenschaften zusammen zu bringen, die sich bisher noch nicht kannten und mit ganz anderen Menschen (vielleicht den falschen?) befreundet waren. Unter den „geliehenen“ Profilbildern veröffentlichten die Künstler auch die Namen der Personen auf der Website Lovely-Faces.com.

Auf der ist inzwischen nichts mehr zu sehen. Für einige Tage waren dort die Bilder im Gewand einer billigen Dating-Website aufgefahren (siehe Bild oben). Der Verdacht der kriminellen Energie war da natürlich hoch. Da Face to Facebook das Projekt aber gerade auf der „Transmediale“ in Berlin ausstellen, muss man wohl akzeptieren, dass es sich um Kunst handelt. Das Prinzip, Bildpaare anhand ähnlicher Gesichtszüge zu bilden, geht zurück auf Mark Zuckerbergs Projekt FaceMash, dem Vorläufer von Facebook. Facebook selbst ist trotzdem nicht sonderlich amüsiert über die Datenübernahme. Barry Schnitt, Director of Policy Communications sagte dazu:

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück 50€ Amazon-Guthaben gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

„Nutzerdaten bei uns abzuschürfen, verstößt gegen unsere Benutzerrichtlinien. Wir haben in der Vergangenheit und wir werden in Zukunft rechtlich aggressiv gegen Organisationen vorgehen, die diese Richtlinien verletzen.“

Im Falle von Lovely-Faces.com prüfe man die Seite und werde geeignete Maßnahmen einleiten, so Schnitt weiter. Außer dass die Dating-Plattform offline gegangen ist, sollte da aber nichts weiter passieren. Der Vorwurf des Datenraubs ist nämlich nicht wirklich haltbar: Face to Facebook haben nur solche Profile von Facebook ausgelesen, die ohnehin öffentlich waren. Und Kunst ist bekanntlich keine Frage von erlaubt oder nicht, sondern allein des Geschmacks. Und hier könnten die meisten, wie im Museum, mit den Achseln zucken: ist witzig, kann man mal machen, weiter zum nächsten Objekt.

Wie Face 2 Facebook bei der Erschaffung ihres Kunstwerks vorgegangen sind, zeigt dieses Video:

(Jürgen Vielmeier)

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Openstack Engineer (m/f/d)
CompuGroup Medical SE & Co. KGaA in Koblenz
Mitarbeiter Marketing (m/w/d) mit Schwerpunk...
Bayerisches Pilgerbüro gGmbH in München
Social Media & Digital Assistant (m/w/d) ...
Petra GmbH in Frankfurt am Main
Social Media Manager & Content Creator (m...
The Nutriment Company Germany TNCG GmbH in Düsseldorf
Talent Acquisition Operations Manager (m/w/d)...
TK Maxx in Düsseldorf
Trainee (m/w/d) Video Content Creation & ...
Eura Mobil GmbH in Sprendlingen
Praktikant Marktforschung – Consumer In...
FERRERO MSC GmbH & Co. KG in Frankfurt am Main
Marketing und Social Media Manager m/w/d
MDH AG - Mamisch Dental Health in Mülheim an der Ruhr
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.