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Kämpfen mit allen Gerüchten und Bandagen: Der Wettlauf um das Tablet des Jahres

Wettlauf in der zweiten Runde: Die erste Generation moderner Tablets kam im vergangenen Jahr auf den Markt. Die einzigen wirklich ernstzunehmenden Geräte stammten dabei aus dem Hause Apple (iPad) und Samsung (7-Zoll Galaxy Tab). In der zweiten Generation ist dafür fast jeder Hightech-Hersteller mit dabei. Weil ein jeder dabei besser sein will als die Konkurrenz, unterbieten sich die Anbieter deswegen zur Zeit mit Marktstarts und – wenn es sein muss – Gerüchten über solche. Dahinter steckt Kalkül und teilweise schlicht wirtschaftliche Notwendigkeit. Es wird wichtig, aus der Masse der Tablets hervor zu stechen. Besonders vier Herstellern scheint dieser Wettlauf wichtig zu sein.

Zum einen Apple. Kara Swisher vom Blog AllThingsDigital war sich gestern ziemlich sicher, dass Apple kommende Woche Mittwoch (2. März) das neue iPad 2 vorstellen wird. Sie ist für gewöhnlich gut informiert und beruft sich auf „verschiedene Quellen“. Nichts Genaues weiß man natürlich nicht, aber es ist nicht auszuschließen, dass Apple selbst sie informiert hat. Das würde zu Apples Tradition passen, auf wichtigen Messen im Gespräch zu bleiben, auf denen man selbst nicht vor Ort ist – in diesem Fall die CeBIT. Zunächst hieß es noch, der Start des iPad 2 würde sich auf den Sommer verzögern oder zumindest den April. Beides muss sich natürlich nicht ausschließen: Zwischen Präsentation und Marktstart können immer noch Monate liegen.

Vergoldetes Xoom als Trostpreis

Ein Grund, warum Apple es plötzlich so eilig haben könnte, ist dass Motorola noch im Februar sein Tablet Xoom auf den US-Markt bringen will, das erste weltweit mit Android 3.0 (Honeycomb). Es ist durchaus begehrt: So sollen unter anderem die für den Oscar Nominierten am Sonntag ein vergoldetes Gerät bekommen – quasi als Trostpreis. Ab morgen soll das Xoom in den USA vertragsfrei für 800 US-Dollar bei Best Buy in den Regalen stehen und ab 600 Dollar mit Vertrag beim Mobilfunkanbieter Verizon verkauft werden. Allerdings kommt der Start übereilt: die ersten Kunden werden einige Wochen auf Adobe Flash verzichten müssen. Motorola hat aber versprochen, das Update schnellstmöglich nachzureichen. Trotzdem: Wenn der Start morgen gelingt, hat Motorola Apple ein Schnippchen geschlagen. Steve Jobs und seine Mannen müssen reagieren – und könnte das deswegen eben schon nächste Woche tun.

Das brächte wiederum HP unter Zugzwang. Noch gestern wurde bekannt, dass das erst für den Sommer angekündigte HP TouchPad wohl schon Anfang April in die Regale kommen könnte. Einiges spricht dafür, dass HP damit den mauen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr verschönern will, den man gestern Abend ebenfalls präsentiert hat. Genützt hat es nichts: die HP-Aktie brach nachbörslich um mehr als zehn Prozent ein. Der PC-Riese findet keine schnelle Antwort auf die sinkenden Umsätze mit PCs und Laptops. Das von Palm übernommene Betriebssystem webOS soll frühestens ab Herbst auf PCs zum Einsatz kommen. Kurzfristig können nur Tablets für einen Stimmungsumschwung sorgen. Und da muss HP alles daran setzen, das dem iPad äußerlich sehr ähnliche TouchPad vor dem iPad 2 auf den Markt zu bringen.

Ein jeder hat sein Monster-Tablet

Und dann wäre da noch LG. Die Koreaner wollen das Optimus Pad im April auf den Markt bringen, das erste 3D-fähige Honeycomb-Tablet. LG sprang erst spät auf den bereits rollenden Smartphone-Zug auf, verkaufte im vergangenen Jahr weniger Geräte als erhofft und bleibt bei einem geringen Marktanteil stecken. Bei den Tablets will und muss man das diesmal besser machen, wenn man auf dem Mobilfunkmarkt noch eine Rolle spielen will. Die Konkurrenz ist natürlich groß. Außer den oben genannten Mitbewerbern mischen unter anderem noch Samsung (Galaxy Tab 10.1), RIM (Blackberry PlayBook) und HTC (Flyer) mit, die alle noch in der ersten Jahreshälfte mit ihren Schlachtschiffen in See stechen wollen.

Hier kann sich nur einen guten Stand erarbeiten, wer gutes Marketing betreibt, gute Bewertungen der Technikblogs auf sich vereinigen kann und früh auf den Markt kommt. Oder, wenn nicht möglich, dann zumindest schon einmal einen Marktstart ankündigen oder Gerüchte platzieren. Es geht um viel. Wer macht euer Meinung nach das Rennen um das Tablet des Jahres und wer wird mit seinem Konzept baden gehen? Sagt es uns in den Kommentaren.

(Jürgen Vielmeier, Fotos: HTC, HP)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

13 Kommentare

  • @Immovation: Wenn man die Einstellung hat, dann ganz bestimmt. Denn das ist alles, was Apple bringt „genial“, und alles was es vermisst „eh nur unnötiger Quatsch“. Mal sehen was nächstes Mal als „wahnsinnig tolles, neues, revolutionäres“ Feature angepriesen wird. RFID-Chip in iPad und iPhone? Haben Nokia und andere schon längst. Kamera im iPad? Die Konkurrenz ist da voraus.

    Was die Konkurrenz zusätzlich bietet, was Apple niemals bringen wird: (teilweise) Erweiterbarkeit durch USB-Stecker oder SD-Karten. Und: ein FREIER Markt, ohne 30%-Vorschriften. Überall sonst kann jeder entscheiden, ob er seine Inhalte selbst oder durch Nutzung eines (provisionsbasierten) Zugangs vertreibt. Apple hingegen……. fordert 30% selbst von einem Adblocker, der seine Einnahmen zu 70% den Webseiten ausschütten möchte (Readability)!

    Also: Für Fanboys gibt es das iPad2. Definitiv das besteste wo jemals gibt. Unglaublich!
    Für alle anderen gibt es tausende Alternativen, für jedem das was er braucht. Und zwar up-to-date.

  • @ JSG
    Du vergleichst Aktuelle Tabletts mit einem 1 Jahr alten iPad, merkst du nicht das dein Vergleich mehr als hinkt ! Bevor du vergleiche ziehst, warte doch ab bis das Ipad2 auf dem Markt ist. Noch vor 1 Jahr gab es keinen Tablettmarkt, diesen hat Apple Salonfähig gemacht.
    Toll das Nokia RFID-Chips schon hat, freue mich auch schon auf MeeGo auf diesen Geräten, ach Mist war da nicht was ?

    Auch finde ich die 30% Reglung mehr als Fair ! Ein Ökosystem welches so eine Überdurchschnittlichen pro Kopf Umsatz hat, vom Marketing von Apple für die Apps ganz zu schweigen.

  • Beim HTC Flyer finde ich schade, dass es nur 7″ hat, das wäre mir zu klein als Tablet.

    Ich werde mir wohl das Samsung 10.1 und das Motorola Xoom anschauen. Wobei ich beim Xoom noch länger abwarten werde, um zu sehen, wie sie es diesmal mit den Updates halten. Das ist ja leider im Vorfeld bisher nicht so toll gelaufen (siehe Milestone, immernoch Android 2.1).

  • Also, wenn Motorola nicht pennt und das Xoom Tablet wirklich mit LTE (nach Update) ausrüstet, dann wird das iPad 2 voll abstinken. Face-to-Face und Co, wer will das den bitte haben? Dafür ist es nocht viel zu früh. Die meisten wollen surfen und damit arbeiten, und da bedient eine schnelle Anbindung solch ein Bedürfnis bei den Nutzern.

  • Der HTC Flyer wird eine neue Spielerfahrungen auch mobil zeigen. Aber neben diesem neuen Geraet bringt HTC Mitte Mai in Deutschland auch das HTC Sensation!

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