Trendwende: In den USA weniger Fernsehgeräte pro Haushalt als im Vorjahr

Jürgen Vielmeier


Fernseher oder Monitor? Immer häufiger beides.

Darauf konnte man sich eigentlich verlassen: Die Zahl der Haushalte mit Fernsehgeräten steigt Jahr für Jahr weiter und kratzt munter an der 100-Prozent-Marke. Doch diesmal kommt es anders. Nach Schätzungen von Nielsen wird die Zahl der Haushalte mit Fernsehgeräten in den USA bis zum kommenden Jahr erstmals zurückgehen. Von 98,9 Prozent, die man für dieses Jahr noch erwartet, auf nur noch 96,7 Prozent im Jahr 2012. Die Zahl bleibt natürlich auf sehr hohem Niveau, geht aber doch deutlich sichtbar zurück – zum ersten Mal seit 20 Jahren.

Beim letzten Mal, 1992, befand sich das Land in einer kleinen wirtschaftlichen Krise. Diesmal markiert der Rückgang eine Trendwende. Nur zum einen ist auch diesmal die Wirtschaftskrise daran Schuld: einige haben ihr Fernsehgerät verkaufen müssen, andere sind die Umstellung von analog auf digital aus finanziellen Gründen nicht mitgegangen. Zum anderen gibt es in den USA immer mehr Menschen, die aufgrund von Internetdiensten ohne ein Fernsehgerät auskommen. Laut Nielsen betreffe das in erster Linie junge Menschen in den Städten.

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Videokonsum steigt insgesamt

Es gebe keine Anzeichen dafür, dass der Videokonsum auf allen Plattformen insgesamt abnehme; das Gegenteil sei der Fall. Viele junge Menschen würden aber alle Video-Inhalte, die sie suchen, inzwischen online finden. Das ist nachvollziehbar: Fast alle Sender in den USA bieten eigene Nachrichten und Shows inzwischen auf ihren Websites an. Filme und Serien finden die Zuschauer auf Plattformen wie Netflix und Hulu. Nielsen selbst mag noch nicht von einer Trendwende sprechen. Man müsse erst beobachten, wie sich die Zahlen weiter entwickelten.

Ich halte den Trend aber für unübersehbar, denn der Fernsehmarkt ist seit Jahren im Umbruch. War es für Verbraucher bislang eher usus, sich alle zwei Jahre einen neuen Computer zu kaufen, müssen sie sich bei den Fernsehern mittlerweile fast noch mehr beeilen. Zuerst die Umstellung von 4:3 auf 16:9, dann von Analog auf Digital und von Röhre auf HD-Ready. Dann von HD Ready auf Full HD, von LCD auf LED, von null auf Web- und App-fähig, in Kürze womöglich noch von 2D auf 3D. Ich übertreibe hier ein wenig, aber streng genommen hätte man sich in der letzten Dekade alle 1-2 Jahre einen neuen Fernseher kaufen können.

Der Trend geht nun dahin, das bekannte, lineare Fernsehen mit zeitlich unabhängigem Programm zu verbinden. Letztgenannte Inhalte kommen oft aus dem Internet. Wenn es den Herstellern gelingt, Hybridgeräte attraktiv zu machen, dann dürften sie weiterhin die meisten Haushalte dafür begeistern. Ich erwarte aber, dass die von Nielsen genannten Zahlen noch weiter zurück gehen. Wer in den USA etwa einen 24-Zoll-Monitor an seinen internetfähigen Rechner angeschlossen hat und sich im Web gut auskennt, wird einen Fernseher kaum noch vermissen. Und immer mehr Geräte sind inzwischen beides. Für Nielsen wird in Zukunft die eigentliche Schwierigkeit darin bestehen zu unterscheiden, was noch ein Monitor und was schon ein Fernseher ist.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Philips)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.