Durchaus denkbar: Ein eigener Facebook-Browser

Jürgen Vielmeier

Zumindest mal zum drüber Nachdenken: Der soziale Browser RockMelt hat gestern Beta 3 vorgestellt, einen weiteren Vorläufer einer offiziellen stabilen Version 1.0. Wichtiger als die neuen Funktionen scheint dabei das Detail, dass Facebook aktiv an der neuen Version mitgearbeitet hat. Liegt da nicht der Gedanke nahe, dass Facebook RockMelt übernimmt und damit seinen eigenen Browser herausbringt?

Schaut man sich die Bilder vom neuen RockMelt an, dann ist Facebook in der Tat deutlich mehr integriert als bisher. Ähnlich wie Facebook selbst zeigt der Browser eingehende Nachrichten, Freundschaftsanfragen und Benachrichtigungen in einer Leiste neben den Browser-Tabs oben an. Klickt man darauf, werden die Nachrichten in Layern über das aktuelle Browserfenster gelegt. Die Funktion, neue Nachrichten zu schreiben, kann man über eine Seitenleiste aufrufen, die auch Shortcuts zu anderen Netzwerken und Websites wie Twitter enthält. Facebook steht aber klar im Vordergrund.

Ein Like-Button für alle Websites

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Wer hätte etwas von einem Facebook-Browser außer Facebook selber? Wenn ich surfe, gehen mir die vielen Icons links und rechts eher auf den Geist. Ich mag die Einstellung im neuen Firefox, je ein Tab für Facebook und Twitter anzupinnen und bei Bedarf sofort darauf zuzugreifen, ohne die Seiten stets neu zu laden. Wer die ganzen sozialen Features nicht will, der ist besser mit Google Chrome beraten, der auf den gleichen Open-Source-Browser Chromium basiert.

Facebook indes könnte seine Nutzer mit einem eigenen Browser noch mehr an sich binden. In Zukunft könnte RockMelt etwa einen Like-Button direkt in den Browser einbauen. Für Facebook könnte das einen weiteren Schritt dorthin bedeuten, das ganze Web auf die eigene Plattform zu holen. Bislang ist RockMelt noch ein Nischenbrowser, aber vielleicht wird er zunehmend eine Alternative für große Facebook-Fans.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.