Kino.to ist wieder da, heißt jetzt Kinox.to [Update]

Jürgen Vielmeier

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Kneift mich mal: Wo ist da jetzt der Unterschied? Fabian hat mich auf Twitter darüber informiert, dass Kino.to wieder da ist, jetzt aber Kinox.to heißt. Schaut man sich die Seite an, dann sieht es nach einer Kopie des Originals aus. Gleiche Designs, gleiche inhaltliche Ausrichtung. Über 15.000 Links zu Spielfilmen hat die Seite im Angebot, darunter „Transformers 3“, der aktuell im Kino läuft. Dazu gibt es über 1.000 Links zu Dokus und über 3.500 zu Serien.

[Update, 11:20 Uhr]: Christine Ehlers von der GVU schreibt in einer Pressemeldung, die uns vorliegt, der Start von Kinox.to sei für sie keine Überraschung. Die GVU sehe darin ein abgespecktes Angebot (was bezweifelt werden darf) und feiert das Auftauchen der Plattform gar als den eigenen Erfolg. Ehlers: „Dass es vergleichsweise lange gedauert hat, bis diese Resteverwertung von kino.to online gestellt wurde offenbart, wie empfindlich die Aktion der Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Szene getroffen hat.“ Kinox.to ist vermutlich aufgrund des neuen Besucheransturms derzeit nur schwer zu erreichen. [/Update]

Die Experten seid ihr: Ist das Angebot vergleichbar mit dem von Kino.to? Der Fokus von Kinox.to liegt wie schon bei Kino.to auf deutschsprachigen Angeboten. Videomaterial gibt es wie schon beim Vorgänger auf der Plattform selbst nicht, wohl aber Links zu Streams und downloadbaren Angeboten auf anderen Websites wie Megavideo. Dass bald Mirror-Sites mit gleichen Angeboten wie Kino.to entstehen würden, hatten Experten nach der Kino.to-Hochnahme bereits erwartet. Der Postillon feierte derweil einen großen Erfolg mit einem satirischen Beitrag unter der Überschrift „Razzia bei kino.to zwingt Millionen User, zwei Minuten nach neuer Streaming-Plattform zu suchen“. Man fragt sich nun, welche Spatzen die Staatsanwaltschaft Dresden mit ihren Kanonen eigentlich getroffen hat.

Vor gut einem Monat, Anfang Juni, hat die Kriminalpolizei Wohnungen und Geschäftsräume mutmaßlicher Kino.to-Betreiber in Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden durchsucht und 13 Personen vorübergehend festgenommen. Mehr als 250 Polizisten waren alleine in Deutschland im Rahmen der kostspieligen Razzia unterwegs. Eigentlich nicht ohne Erfolg: Ein Beschuldigter legte ein umfassendes Geständnis ab. Auf dem Konto des Leipziger Hauptbeschuldigten stellten die Ermittler 2,5 Millionen Euro sicher, außerdem ein Luxusauto.

Seht es ein: Juristisch ist der Kampf nicht zu gewinnen

Damit hätte man zumindest die Kosten für die Razzia und die vorausgehenden Ermittlungen wieder zurück in die Staatskasse geholt, könnten Spötter jetzt anbringen. Kino.to bleibt abgeschaltet, es prangert noch immer eine Mahnschrift der Kriminalpolizei auf der Startseite. Mit Video2k.tv und anderen ließ der Start von Kino.to-Klonen allerdings nur Stunden auf sich warten. Und nun gibt es also das optisch gleiche Kinox.to, auf dem wohl alles so weiter geht wie bisher. Auf der Kinox.to-Startseite begrüßen die Macher ihre Besucher mit einer Nachricht, die sie an die Behörden richten:

Liebe GVU, Filmindustrie und Staat: Denkt ihr wirklich ihr könnt uns stoppen nur weil ihr haufenweise Geld habt? Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden?

Ob es sich dabei wirklich um harmlose und vor allem unschuldige Webseitenbetreiber handelt, sei einmal dahingestellt. Behörden und Urheberrechtswächter sollten jetzt allerdings erkannt haben, was passiert, wenn man dem Drachen den Kopf abschlägt: Es wachsen gleich ein paar neue nach. Jetzt könnt ihr wieder Filme und Serien streamen, wenn es euch Spaß macht, ihr keine Angst vor Justiz und Abofallen habt – und der jeweilige Link überhaupt funktioniert. Ich halte es eher wie Don Dahlmann, der zur Kino.to-Schließung twitterte: „Wer bei kino.to Filme anschaut, sucht auch bei Groupon nach Rabattmarken für kik.“

Das Problem, dass ein legales Streamingportal für qualitativ hochwertige Filme und Serien in Deutschland fehlt, bleibt allerdings bestehen. Und solange es das nicht gibt, können die Staatsanwaltschaften Kino.to, Kinox.to und danach Kinoxx.to, Kinoxxx.to und immer so weiter dichtmachen. Es wird ganz einfach nichts bewirken.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.