Zynga in der Zwickmühle: Google ist beteiligt, Facebook hat die Macht

Jürgen Vielmeier

Erinnert ihr euch noch an Facebook? Ihr wisst schon, dieses Social Network, über das seit dem Start von Google Plus keiner mehr spricht. Und eben dieses Facebook ist praktisch der starke Mann bei Zynga. So stark, dass der Krösus der Social Games auf Gedeih und Verderb dem Erfolg von Facebook ausgeliefert ist. Das wurde durch einige Papiere offenbar, die Zynga im Zuge des Börsengangs der US-Börsenaufsicht SEC vorlegen musste. All Things Digital hat die Informationen zusammen getragen. Der Business Insider hat sie hier veröffentlicht.

Für Zynga ergeben sich dadurch einige Vor- und Nachteile. So verpflichtet man sich, Spiele mit Facebook-Integration und Daten der Facebook-Nutzer für die Dauer der Partnerschaft exklusiv auf Facebook zu veröffentlichen. Weiterhin sollen Nutzer von anderen Netzwerken wie eben Google Plus auf absehbare Zeit nicht in den Genuss – oder, je nach Sichtweise, den Fluch – von Zynga-Spielen kommen. Facebook und Zynga teilen sich die Einnahmen aus virtuellen Gütern, dafür muss Facebook dafür Sorge tragen, dass eine bestimmte Quote von Spielern pro Monat erreicht wird.

Google mit einer Minderheitsbeteiligung

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Zynga erhält einen Teil der Einnahmen aus den Werbeanzeigen, die Facebook neben den Spielen der Kalifornier einblendet – selbst wenn diese von Zyngas Konkurrenten geschaltet wurden. Und das dürfte bei kontextbasierter Werbung häufig der Fall sein. Die Quoten, die Facebook Zynga garantiert, dürften zu Lasten kleinerer Anbieter gehen, da andere größere Anbieter wahrscheinlich ähnliche Verträge geschlossen haben. Für Facebook dürfte dieser Deal bis auf die garantierte Besucherquote weniger Risiken bergen. Zynga scheint dem Social Network auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein.

Aber, und nun wird es interessant: Wie im Zuge der Meldung an die Börsenaufsicht ebenfalls erst jetzt bekannt wurde, ist neben Facebook-Investor Peter Thiel, der Bank Morgan Stanley und einigen anderen Investoren niemand anderer als Google an Zynga beteiligt. Immerhin 100 Millionen der 845 Millionen US-Dollar, die die Spieleschmiede bislang an Kapital eingesammelt hat, stammen von Google. Das dürfte vor allem Facebook ärgern. Denn die Mindestquote an Einnahmen kommt damit auch dem großen Konkurrenten zu Gute.

Auf der anderen Seite kann Google keine Zynga-Games in Google Plus einbauen, solange der Spielehersteller an die Verträge mit Facebook gebunden ist. Und Zynga? Scheint im Ränkespiel der Investoren und Partner nicht viel zu sagen zu haben. Man soll Spiele herstellen und gut ist. Vielleicht kommt daher der Wunsch der Zynga-Bosse um Gründer Mark Pincus, an die Börse zu gehen und dadurch massig Geld für einen baldigen Ausstieg einzusammeln. Dass Google eigene Spiele auf Google Plus plant, ist ein offenes Geheimnis. Ob Zynga-Spiele dabei sein werden, dürfte eine Frage des stärkeren Verhandlungspartners sein, Google oder Facebook.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

(Jürgen Vielmeier)

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Werkstudent/Praktikum Online Marketing & ...
Roover Consulting in Köln
Praktikum Social Media (m/w/d)
ProSiebenSat.1 Careers in München
(Senior) Brand Content & Experience Manag...
Weinfreunde in Köln
Social Media & Digital Content Manager (w...
Bundesverband deutscher Banken e.V. in Berlin
Freelancer Social-Media-Manager / Content Cre...
HPM Geschäftsbereich Fenster und ... in Frankfurt am...
Digital Marketing & Campaign Manager (m/w/x)
ZEISS in Jena
Data Analyst Performance Marketing (m/w/d)
Stage Entertainment GmbH in Hamburg
Digital Communications Manager (m/f/d)
tesa SE in Hamburg, Norderstedt
Teile diesen Artikel
Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.