Samsung will kein WebOS: Baldiges Ende des Systems?

Jürgen Vielmeier

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WebOS

Klare An- und gleichzeitig Absage: Samsung-Chef Choi Gee Sung hat ausgeschlossen, dass sein Unternehmen das mobile Betriebssystem WebOS übernimmt. Auf der IFA in Berlin sagte Sung: „Es stimmt nicht, dass der Kauf von Betriebssystemen in Mode kommt“, meldet Bloomberg. Samsung werde „niemals“ WebOS kaufen. Absagen können in der Wirtschaft ja einiges heißen. Manchmal sagt man auch etwas ab, nur um den Preis weiter zu drücken. In diesem Falle klingt es aber recht eindeutig und glaubwürdig.

Denn Sung beendete die Absage auch damit, dass man mit Bada bereits ein eigenes System habe und pflege. Die Koreaner verfolgen zwar eine Mehr-System-Strategie, unterstützen derzeit Android, Bada und Windows Phone 7. Aber WebOS wäre ein System, das man kaufen und für viel Geld weiter entwickeln müsste. Vermutlich zu viel für Samsung.

Wer jetzt noch in Frage käme, um WebOS zu kaufen? Allenfalls wohl noch LG oder HTC. Interessanterweise nennt Bloomberg Facebook als möglichen Interessenten, begründet das aber auch nur mit einer Ovum-Studie aus dem August, wonach Facebook und HTC als Käufer in Frage kämen. HP hatte WebOS im vergangenen Jahr bei der Übernahme von Palm mit übernommen, es aber nicht geschafft, den Marktanteil des durchaus beliebten Nischensystems zu steigern.

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So hat Konzernschef Léo Apotheker vor zwei Wochen bei der Bekanntgabe der Geschäftszahlen erklärt, dass man sich von der WebOS-Hardware verabschieden und für das System einen Käufer oder Lizenznehmer finden wolle. Nach der Absage von Samsung vermute ich jetzt ehrlich gesagt, dass es das mit WebOS gewesen sein dürfte. Gut zwei Wochen nach dem verkündeten Ende des Systems dürften viele Entwicklungsprojekte bereits eingestellt sein. Das System wäre noch zu retten gewesen, wenn ein Käufer schnell reagiert hätte. Aber jetzt sehe ich da schwarz. Goodbye WebOS, das war es wohl.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.