Legales Filmstreaming: Auswahl und Preise bleiben ein Trauerspiel

Jürgen Vielmeier

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Lasst mich kurz die traurige Geschichte erzählen, wie ich versuchte, mir den Film „Black Dahlia“ legal auszuleihen. Ich wollte mich auf die Spuren des Film Noir begeben. Als frühe Filme werden etwa „Scarface“ (1932), „Die Spur des Falken“ (1941) oder – obwohl nicht ganz zum Genre passend – der deutsche Fritz-Lang-Klassiker „M – eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931) empfohlen. Müßig zu erwähnen, dass es die Filme in Deutschland nicht legal zu streamen gibt. Falls ihr doch eine Seite kennt, wo das geht, sagt es mir bitte.

Auf iTunes gibt es die Filme nicht, auf Maxdome schon gar nicht, Videoload ist nicht Mac-kompatibel. Die Bonner Stadtbibliothek hat sie tatsächlich im Programm, aber natürlich waren sie samt und sonders ausgeliehen. Die gut sortierte Videothek zwei Straßen weiter hat vor einigen Monaten leider dicht gemacht. Die Konkurrenz zwei Straßen weiter hat fast ausnahmslos Blockbuster im Programm. Bei Lovefilm kann man so einiges an DVDs auf dem Postweg bestellen, aber bei Filmen tendiere ich dazu, dass ich sie sofort sehen will, nicht erst zwei Tage später.

Kürzen wir die Geschichte ein wenig ab: Es endete damit, dass ich mich mit dem Film-Noir-Blockbuster „Black Dahlia“ aus dem Jahr 2006 zufrieden gab, der in einer 24-Stunden-Videothek in 15 Gehminuten Entfernung von meiner Wohnung vorrätig war. Die Maxdome-Suche fand den Film nicht, bei iTunes gab es ihn, allerdings nur in einer Kaufversion für fast 10 Euro. Und nachdem ich kürzlich schon die unsägliche Verfilmung von „Lila lila“ zum gleichen Preis kaufen musste, werfe ich mein Geld nur noch ungern zum Fenster hinaus.

Es wird einem nicht leicht gemacht

Ich besuchte die 24-Stunden-Videothek hoffnungsvoll am vergangenen Sonntag – als sie für Neumitglieder ohne Zugangskarte natürlich geschlossen war. Tags später machte ich mich erneut dorthin auf, ertrug eine halbe Stunde lang die detaillierte Einführung des überfürsorglichen Mitarbeiters. Sehr freundlich zwar, aber auch gnadenlos ausführlich, was die Benutzung des vollautomatischen Leihsystems anging. Sicher eine rechtliche Sache. 2,49 Euro für 24 Stunden fand ich in Ordnung. Den Film dann weniger – zum Glück habe ich ihn nicht kaufen müssen. Ich lieh ihn mir am Montag um 20:05 Uhr aus und schaffte es der Arbeit wegen am Dienstag erst um 20:20 Uhr, ihn zurückzubringen – was mich den Spaß dann 4,98 Euro kostete.

Des langen Geschwafels traurige Erkenntnis: Es hakt immer noch an allen Ecken und Enden. Ich kann mir fast jeden Film, der jemals gedreht wurde, illegal im Internet besorgen. Aber die Großkonzerne mit ihren Serverfarmen und dem Geschwätz über Cloud-Computing kriegen es auch im Jahre 2011 nicht hin, ein paar historische Filmschinken auf ihre Server zu laden oder neue Filme zu vertretbaren Leihpreisen anzubieten. Es bleibt ein Trauerspiel und es wird die Leute nach wie vor in Massen dazu treiben, sich Filme illegal aus dem Netz zu laden.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Universal)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.