"Du kommst hier nisch rein": Galaxy Tab 7.0 Plus darf nicht nach Deutschland

Christian Wolf

Auf dem deutschen Tablet-Markt geht es derzeit ein wenig zu, wie an der Tür eines (vermeintlichen) Edel-Clubs: Während die einen problemlos den Eingang passieren können, schiebt sich den anderen ein grimmig dreinschauender Türsteher in den Weg und macht unmissverständlich klar, dass jeder weitere Schritt als unfreundlicher Akt aufgefasst wird.

Den in Folge einer solchen Demütigung häufig aufkommenden Gefühlsmix aus Scham und Verärgerung dürfte Samsung mittlerweile so gut kennen, wie kaum ein anderer Hersteller. Nachdem bereits das Galaxy Tab 10.1 auf Betreiben Apples zumindest vorerst nicht in den hiesigen Handel gelangt, wird deutschen Kunden nun auch das kleinere Galaxy Tab 7.0 Plus vorenthalten. Wie Peter Manderfeld, für Samsung zuständiger PR-Manager bei Weber Shandwick, gegenüber Jakob Otto vom Blog „TabletCommunity“ per Tweet-Nachricht bestätigte, wird der Flachrechner nicht in Deutschland erhältlich sein.

Eine Begründung lieferte Manderfeld zwar nicht, allerdings dürfte auch hier der Geschmacksmuster-Streit zwischen Apple und Samsung die entscheidende Rolle spielen. Genaueres werden wir vermutlich spätestens dann erfahren, wenn das Verfahren ab dem 20. Dezember vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf in die nächste Runde geht.

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Allerdings ist eines bereits jetzt klar: Das juristische Tauziehen um Form und Aussehen eines Tablet-PCs nimmt damit immer absurdere Züge an. Während Galaxy Tab 10.1 und nun das Galaxy Tab 7.0 Plus in deutschen Elektronikmärkten offiziell Hausverbot haben, sind Galaxy Tab, Galaxy Tab 8.9 und Galaxy Note dort normal anzutreffen. Zur Einführung eines weiteren Modells, des Galaxy Tab 7.7, gibt es keine offiziellen Informationen. Aber auch hier setzte Apple bekanntlich einiges daran, den Rivalen aus Fernost auszubremsen und zwang Samsung per einstweiliger Verfügung bereits dazu, sämtliche Geräte dieses Typs von der diesjährigen IFA zu verbannen.

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber mir fällt es schwer, zu verstehen, warum ein Galaxy Tab 10.1 in dem einen Land verboten wird, wenige hundert Kilometer weiter aber ungestört die Auslagen zieren darf; ein Galaxy Tab 7.7 von einer Messe verschwinden muss, die vom Prinzip ähnlich aufgebauten Galaxy Tab 8.9 und Galaxy Note aber ungehindert verkauft werden. Im Interesse eines fairen Wettbewerbs wäre ein baldiges Ende des zähen Schmierentheaters jedenfalls wünschenswert. Bis es soweit ist, hilft der freundliche Online-Händler aus Österreich aber mit Sicherheit gern weiter.

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(Christian Wolf; Bild: Samsung)

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Christian Wolf wird am Telefon oft mit "Wulff" angesprochen, obwohl er niemals Bundespräsident war und rast gerne mit seinem Fahrrad durch Köln. Er hat von 2011 bis 2014 für BASIC thinking geschrieben.